Java-Lizenzierung „Oracle Java braucht niemand mehr“ – so spart Ewe 60 Prozent Java-Kosten

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Nach der Änderung des Oracle-Lizenzmodells migrierte der Energieversorger Ewe auf Azul Core. Das Unternehmen vereinheitlichte seine Java-Umgebung und reduzierte die Lizenzkosten nach eigenen Angaben um 60 Prozent.

Ewe hat seine Java-Umgebung über mehr als 100 Anwendungen und Zehntausende Desktop-Arbeitsplätze standardisiert. Nach Angaben des Unternehmens sanken dadurch die Java-Lizenzkosten um 60 Prozent.(Bild: ©  RomanR - stock.adobe.com)
Ewe hat seine Java-Umgebung über mehr als 100 Anwendungen und Zehntausende Desktop-Arbeitsplätze standardisiert. Nach Angaben des Unternehmens sanken dadurch die Java-Lizenzkosten um 60 Prozent.
(Bild: © RomanR - stock.adobe.com)

Das deutsche Energieunternehmen Ewe mit Sitz in Oldenburg hat seine Java-Lizenzkosten nach eigenen Angaben um 60 Prozent gesenkt. Möglich wurde dies durch die Migration von Oracle Java zu Azul Core. Gleichzeitig standardisierte das Unternehmen seine Java-Umgebung über mehr als 100 Anwendungen und Zehntausende Desktop-Arbeitsplätze hinweg.

Java ist tief in den operativen Systemen und Endnutzeranwendungen des Unternehmens verankert. Viele davon unterstützen geschäftskritische Prozesse und lassen sich nicht ohne Weiteres ersetzen.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Java-Landschaft bei Ewe zu einer fragmentierten Umgebung. Im gesamten Unternehmen kamen mehrere Versionen und Distributionen parallel zum Einsatz. Legacy-Systeme, darunter Anwendungen auf Basis von Java 6, für das der Oracle-Support bereits Ende 2018 ausgelaufen ist, erhöhten die Komplexität zusätzlich. Dadurch stieg der Aufwand für Paketierung, Deployment, Support und Governance. Gleichzeitig kamen mit neuen Anwendungen weitere Java-Instanzen hinzu.

Als Betreiber kritischer Energieinfrastruktur für mehr als zwei Millionen Kunden unterliegt Ewe den Vorgaben des BSI-Gesetzes (BSIG) sowie dem KRITIS-Rahmenwerk. Mit der Änderung des Oracle-Java-Lizenzmodells im Januar 2023 verschärfte sich die Situation zusätzlich. Die steigenden Lizenzkosten entwickelten sich nach Angaben des Unternehmens zu einem Budgetproblem.

Oracle Java braucht niemand mehr.

Sacha Massarra, Lizenzmanager bei der Ewe.

„Als Oracle das Lizenzierungsmodell geändert hat, war uns klar, dass es für uns deutlich teurer werden würde“, sagt Sacha Massarra, Lizenzmanager bei der Ewe. „Das war der Moment, in dem wir beschlossen haben, auf eine Alternative umzusteigen.“

Bewertung der Optionen in einer stark fragmentierten Umgebung

Grundsätzlich hätte Ewe auch auf eine kostenfreie „OpenJDK“-Distribution setzen können. Das Unternehmen entschied sich jedoch dagegen, da dies nach eigenen Angaben einen erheblichen internen Betriebsaufwand verursacht hätte, insbesondere bei Patch-Management, Versionskontrolle und Support-Eskalation in der dezentral organisierten IT-Umgebung. Aufgrund des Umfangs und der Kritikalität der Systeme benötigte Ewe eine Enterprise-fähige Java-Plattform mit kommerziellem Support.

„In einem Unternehmensumfeld ist der Wechsel zu einer Java-Plattform ohne Support keine wirkliche Option“, so Massarra. Ausschlaggebend für Azul Core seien das Enterprise-Support-Modell, die Kompatibilität mit Legacy- und modernen Java-Umgebungen sowie die Unterstützung älterer Versionen wie Java 6 gewesen.

Phasenweise Migration über mehrere Monate

Ewe setzte auf einen schrittweisen Migrationsansatz. Zunächst erfolgte der Rollout in kleinen Wellen mit jeweils rund 50 bis 200 Geräten. So konnten die Teams das Verhalten der Anwendungen frühzeitig validieren und mögliche Probleme identifizieren, bevor die Migration auf weitere Bereiche ausgeweitet wurde.

Mit wachsendem Vertrauen in den Prozess folgten größere Migrationswellen. Nach rund acht bis neun Monaten war der Rollout im gesamten Unternehmen abgeschlossen.

„Wenn man zwanzig verschiedene Java-Pakete auf eines reduziert, sinkt der interne Supportaufwand erheblich“, sagt Gerold Frilling, Lizenzmanager bei der EWE AG. „Der Support von Azul war schnell, strukturiert, fachlich kompetent und sehr unkompliziert. Es gab kein Problem, das nicht sofort gelöst wurde.“

Nach Angaben des Unternehmens brachte die Migration eine vereinfachte Java-Landschaft, niedrigere Lizenzkosten und eine geringere Komplexität im IT-Betrieb.

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