KI-Agenten zwischen IT und OT Siemens erweitert KI-Plattform für Fertigung und Engineering

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Siemens hat innerhalb einer Woche zwei Initiativen für industrielle KI angekündigt: eine Edge-to-Cloud-Integration mit Databricks und FFT sowie zwei neue Funktionen für den „Eigen Engineering Agent“.

Siemens erweitert sein Portfolio für industrielle KI  bei der Verarbeitung von Produktionsdaten und bei der Automatisierung von Engineering-Prozessen.(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Siemens erweitert sein Portfolio für industrielle KI bei der Verarbeitung von Produktionsdaten und bei der Automatisierung von Engineering-Prozessen.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

Siemens, Databricks und FFT Produktionssysteme haben eine Edge-to-Cloud-Integration angekündigt, die Shopfloor-Daten ohne zwischengeschaltete Internet of Things-Middleware (IoT) direkt in die Databricks-Plattform überträgt.

Die Verbindung läuft über die „Databridge“-Anwendung von FFT, die auf der Industrial-Edge-Plattform von Siemens betrieben wird. Von dort werden kontextualisierte Maschinen- und Anlagendaten in die Cloud gestreamt, wo sie für Analyse und KI-Training genutzt werden können.

Mit dem gemeinsamen Angebot von Siemens, Databricks und FFT können Industrieunternehmen KI‑fähige Produktionsdaten erschließen und die industrielle KI skalieren.(Bild:  Siemens)
Mit dem gemeinsamen Angebot von Siemens, Databricks und FFT können Industrieunternehmen KI‑fähige Produktionsdaten erschließen und die industrielle KI skalieren.
(Bild: Siemens)

Fertig trainierte Modelle lassen sich anschließend zurück auf der Edge-Plattform ausführen, und zwar mit geringer Latenz, nah am Produktionsprozess. Der Ansatz zielt darauf ab, die bisher typische Trennung zwischen Operational Technology (OT) und IT zu überbrücken.

So erforderte die Anbindung von Shopfloor-Daten an Cloud-Analyseplattformen bisher mehrere Integrationsschichten. FFT-COO Volker Stark spricht von mehr als 30.000 potenziellen Kunden, für die Databridge als „natives Gateway in die Cloud“ funktionieren soll.

Databricks übernimmt das KI-Training, Siemens Edge die Ausführung

Die Architektur folgt einer klaren Aufgabenteilung: Siemens „Industrial Edge“ und der „Industrial Information Hub“ sammeln und kontextualisieren die Daten vor Ort. Databricks übernimmt die übergeordnete Analyse, das Modelltraining und agentische KI-Workloads in einer Cloud-agnostischen Umgebung. Zu den Anwendungsfällen zählen vorausschauende Wartung, Qualitätsoptimierung, Energie-Management und Lieferkettenoptimierung.

FFT ist in diesem Setup nicht der Connector-Lieferant. Das Unternehmen ist langjähriger Siemens-Automatisierungspartner und hat Databridge für den Einsatz auf Industrial Edge entwickelt.

Parallel dazu hat Siemens auf der Messe „Vivatech 2026“ in Paris zwei weitere Funktionen für den „Eigen Engineering Agent“ vorgestellt, eine KI für die industrielle Automatisierungstechnik, die Siemens im April auf der „Hannover Messe“ eingeführt hat. Beide Funktionen greifen früher im Engineering-Lebenszyklus an als bisher.

Eigen Engineering Agent bekommt Kontext vor dem ersten Codezeile

Die erste Neuerung ist eine „Ecad“ -Integration: Automatisierungsingenieure programmieren anhand von Tags, Funktionsblöcken und Steuerungslogik das Verhalten der Maschine. Der Agent liest elektrische Konstruktionsdateien in Formaten wie „xml“ und „aml“ aus, erkennt Inkonsistenzen und überträgt Geräte und Verbindungen automatisch in ein „Tia“-Portal-Projekt.

Bislang mussten Automatisierungsingenieure Gerätelisten manuell neu eingeben und Bezeichnungen zwischen Elektro- und Automatisierungswelt angleichen: Dieser Arbeitsschritt ist ein fehleranfälliger und erzeugt laut Siemens bei nachträglichen Hardware-Änderungen regelmäßig Nacharbeit.

Die zweite Funktion wandelt Maschinenbeschreibungen in natürlicher Sprache in standardkonforme Tia-Portal-Projekte um. Ingenieure beschreiben Stationen, Geräte und Verhalten. Der Agent generiert daraus ein Projekt nach dem „Siemens Automation Framework“, das als Best-Practice-Referenz für Tia-Portal-Strukturen gilt. Laut Siemens dauert dieser Schritt, der erfahrenen Teams bisher mehrere Tage abverlangte, nun wenige Minuten.

Über 100 Unternehmen im Einsatz, beide Funktionen ohne Aufpreis

Der Eigen Engineering Agent ist derzeit bei mehr als 100 Unternehmen in 19 Ländern im Einsatz, darunter Andritz Metals in Österreich, Casmt in China und Prism Systems in den USA. Siemens gibt Produktivitätssteigerungen von zwei- bis fünffach bei Standardaufgaben wie SPS-Programmierung, HMI-Konfiguration und Gerätekonfiguration an sowie eine um bis zu 50 Prozent höhere Engineering-Effizienz.

Die beiden Funktionen, Ecad-Integration und standardkonforme Projektgenerierung, sind ohne Aufpreis im bestehenden Standardabonnement enthalten.

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