Komplett quelloffen

Ixsystems liefert Open-Source-Hardware für Rechenzentren

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

Ixsystems fertigt Open-Source-Hardware für Datacenter im kalifornischen San José.
Ixsystems fertigt Open-Source-Hardware für Datacenter im kalifornischen San José. (Bild: Kriemhilde Klippstätter)

Ein komplettes Hardware-Sortiment, basierend auf Open Source und gefertigt im Silicon Valley, geht das? Seit rund 20 Jahren demonstriert iXsystems, dass das funktioniert – ganz ohne fremdes Kapital.

Die Anfänge von Ixsystems gehen zurück ins Jahr 1991 als einige Mitglieder der Computer Systems Research Group von der Universität von Kalifornien in Berkeley eine eigene Firma aufmachten, die Berkeley Software Design Inc.. Fünf Jahre später kaufte das Startup den Hardware-Hersteller Telenet Systems Solutions. 2001 verkaufte man das Softwaregeschäft an Wind River. Die Hardware „Ixtreme“ wurde als Company mit dem Namen Ixsystems Inc. ausgelagert und von Michael Lauth und Matt Olander übernommen.

Heute beschäftigt Ixsystems mehr als 140 Mitarbeiter, 40 Prozent davon im Engineering. Mehr als 4.000 Kunden weltweit sorgen seit 2012 für einen steten Umsatzzuwachs von über 40 Prozent im Jahr. Das dürfte nicht zuletzt auf die Devise von Mitgründer Mike Lauth zurückzuführen sein: „Behandle deine Kunden wie Freunde und deine Mitarbeiter wie Familienmitglieder.“

Server, Speicher und Racks

Das Unternehmen, das seit mehr als 20 Jahren am Markt ist, bezeichnet sich als Pionier bei der Herstellung von Open-Source-Servern. Weltweit verlassen jährlich fünf- bis zehntausend Server die Fertigung im Silicon Valley, 70 Prozent davon werden nach Kundenwünschen konfiguriert.

Verbaut werden Prozessoren von Intel, AMD und ARM. Als Virtualisierungsplattformen stehen VMware, Citrix, Microsoft Hyper-V, KVM und OpenStack zur Auswahl, bei den Betriebssystemen Red Hat Linux, Ubuntu, CentOS, FreeDBS und für Storage das FreeNAS-Speicherbetriebssystem. Unterstützt werden die Container- und Daten-Plattformen Hadoop, Docker sowie MySQL.

Die größte Expertise und dort auch ein Alleinstellungsmerkmal hat iXsystems eigenen Angaben zufolge bei der Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Open-Source-Speichern. Die Company hat früh die Vorzüge von „FreeNAS“ erkannt, das auf „FreeBSD“ basiert. Zunächst wurde das Speicherbetriebssystem nur intern eingesetzt. Dann entschloss man sich, den alten Code umzuschreiben und das Open-Source-Filesystem OpenZFS von Sun darauf zu portieren.

FreeNAS-Portfolio

Heute kann die FreeNAS-Anwendergemeinde auf mehr als 200.000 aktive Nutzer und mehr als zehn Millionen Downloads zählen (siehe: Abbildungen 3 und 4). Das Speicherbetriebssystem verarbeitet NFS-, SMB- und AFP-Files sowie iSCSI-Storage und „S3“-kompatbile Objekte.

Das Open-Source-Unternehmen mit dem Hauptsitz im kalifornischen San José und einer Dependance in Maryville, Tennessee, bietet eine Serie von FreeNAS-Speichern für den kleineren und mittleren Speicherbedarf an. Muss mehr gespeichert werden, kommen die „True NAS“-Systeme zum Einsatz, die mit Kapazitäten von bis zu 4,8 Petabyte (raw capacity) aufwarten. Aber es stehen auch Hybrid- und All-Flash-Modelle zur Auswahl.

In den USA kostet ein True NAS-Speicher mit einer Kapazität von 340 Terabyte weniger als 55.000 Dollar. Das Modell mit 4,8 Petabyte ist ab rund 630.000 Dollar zu haben. Bei uns vertreibt Rahi Systems Europe vermarktet von Amsterdam aus die Open-Source-Produkte von Ixsystems.

Eine aufeinander abgestimmte Kombination von Servern und Speichern bietet Ixsystems mit „True Rack“ an. Das Datacenter im Rack-Gehäuse bezeichnen die Kalifornier als „Converged Infrastructure“. Sie wollen damit neue Rechenzentrumsbesitzer bedienen und denen Planungs- sowie Konfigurationsarbeiten abnehmen.

Das Komplettsystem aus Servern, Speichern, Netzwerken, Software und Support belegt in einer Minimalkonfiguration nur ein Viertel Platz im Rack. Unterbrechungsfrei lässt es ich erweitern. Auch Lösungen aus mehreren Racks sind möglich.

Die Vorteile von Open-Source Hardware

„Open Source liegt in unserer DNA“, erklärt Brett Davis, Executive Vice President, die Stärken der Ixsystems-Produkte. Die Vorteile von Open Source liegen seinen Ausführungen zufolge vor allem in den niedrigeren Kosten. Das habe sich besonders beim Zerplatzen der Dotcom-Blase bemerkbar gemacht, wo der Absatz von Speichersystemen stark stieg.

Im Vergleich zur AWS-Cloud spare man heute beim Einsatz eines vergleichbar konfigurierten True-Rack-Systems rund 70 Prozent der Infrastrukturausgaben.

* Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und Systemischer Coach (SE) in München.

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