Das VMware vSphere 6.7 Update 1 in Text und Video

Es ist vollbracht: Nun sind HTML-5-Clients vSphere 6.7 nutzbar

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Ulrike Ostler

Autor Thomas Drilling erläutert schriftlich und im Video die Neuerungen in „VMware vSphere 6.7 Update 1“.
Autor Thomas Drilling erläutert schriftlich und im Video die Neuerungen in „VMware vSphere 6.7 Update 1“. (Bild: VMware)

Nur wenige Tage vor dem Start der diesjährigen „VMworld Europe“, vor Kurzem in Barcelona, hat VMware das bereits auf der „VMworld US“ angekündigte „vSphere 6.7 Update 1“ freigegeben. Was steckt darin?

Das vSphere-Update war aber nur eine der in Barcelona präsentierten Neuerungen. Allerdings entpuppt es sich wieder einmal als deutlich umfangreicher, als man es von eine Service-Pack erwarten würde und bietet neben einem endlich funktionsvollständigen HTML5-Web-Client einen neuen Cluster-Wizard und die nun unterstützte Migration eines externen PSC in den Embedded Linked Mode.

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Ferner gibt es eine direkte Upgrade-Möglichkeit von „vSphere 6.5 U2“ und eine neue Platinum Edition von vSphere, die auch eine Integration mit dem in Barcelona präsentierten „AppDefense“ umfasst. Dieser Beitrag beschreibt die wichtigsten Neuerungen des Updates im Text und präsentiert im Webcast den neuen HTML5-Client mit Fokus auf das erweiterte Content-Library-Feature.

Der direkte Upgrade-Pfad

Zu den Einschränkungen des letzten großen (Minor)-Updates 6.5 Update 2 gehörte, dass ein direktes Upgrade von dort (über die vCenter Appliance Shell UI) auf das Release 6.7 nicht möglich war. Der Grund dafür ist nachvollziehbar, denn das vSphere 6.5 Update 2 ist erst „nach“ der Veröffentlichung von vSphere 6.7 erschienen, um den neuen Embedded Linked Mode aus 6.7 in diese Version zurückportieren zu können.

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Mit vSphere 6.7 U1 fällt diese Einschränkung nun weg, so dass ein direkter Upgrade-Pfad auf 6.7 U1 von 6.5 U2 (und ältere) oder 6.7 nun problemlos möglich ist. Vorher musste man den Upgrade-Assistenten im UI-Installer dazu bemühen, wobei allerdings explizit eine neue VM erstellt wurde. Details dazu verrät wie üblich die „VMware Product Interoperability Matrices“, in diesem Fall die Upgrade-Pfade für „vCenter“.

In den VMware Product Interoperability Matrices die Upgrade-Pfade für vCenter.
In den VMware Product Interoperability Matrices die Upgrade-Pfade für vCenter. (Bild: VMware/ Thomas Drilling)

Migration von vCenter auf Embedded Linked Mode

Wie im oben verlinkten Artikel erwähnt, zählt zu dem wohl wichtigsten Neuerungen von vSphere 6.7 und 6.5 U2 der Embedded Linked Mode für das „vCenter Server Appliance“. Dieser erlaubt eine Replikation von PSC-Instanzen (Platform Services Controller) bei verbundenen vCentern (Linked Mode) auch bei einer Bereitstellung von vCenter und Platform Services Controller (PSC) in der gleichen VM (Embedded).

Das wiederrum ermöglicht flexiblere Bereitstellungsoptionen mit einer geringeren Komplexität bei HA und Lastverteilung. Hatten Unternehmen allerdings vorher schon eine vCenter-Infrastruktur mit externen PSCs aufgebaut hat, was bis dato Voraussetzung war, um den „Enhanced Linked Mode“ einsetzen zu können, gab es bislang keine Möglichkeit, auf den neuen Embedded Linked Mode zu wechseln.

Der neue Embedded Linked Mode (ELM) für verknüpfte vCenter-Systeme nutzt das gleiche Akronym, wie der Enhanced Linked Mode mit externen PSCs, der jedoch nach wie vor zur Verfügung steht.
Der neue Embedded Linked Mode (ELM) für verknüpfte vCenter-Systeme nutzt das gleiche Akronym, wie der Enhanced Linked Mode mit externen PSCs, der jedoch nach wie vor zur Verfügung steht. (Bild: VMware/ Thomas Drilling)

Die einzige Option bestand im Einrichten einer komplett neuen Umgebung mit anschließender Übernahme der die vorhandenen Einstellungen dorthin. Die neue Version vSphere 6.7 U2 bringt nun das „vCenter Server Converge Tool 2“ mit, welches eine Synchronisation zwischen einem externen und einem eingebetteten PSC veranlassen kann.

Werden die Daten damit vom externen auf die internen „Platform Services Controller“ übertragen, lässt sich der externe abschalten. Allerdings müssen Nutzer ihre Infrastruktur erst auf vSphere 6.7 aktualisieren, bevor sie mithilfe des Converge Tool auf die neue vCenter-Topologie wechseln können.

Das Python-basierte Werkzeug befindet sich mit auf der ISO für das VCSA und läuft unter Windows, MacOS und Linux. Der Pfad zur Windows-Version lautet zum Beispiel:

<ISO-Mountpoint>\vcsa-converge-cli\win32

Das vCenter Converge Tool wird im ISO der VCSA im Subfolder „vcsa-converge“ mitgeliefert. Die Steuerung erfolgt über ein JSON-File.
Das vCenter Converge Tool wird im ISO der VCSA im Subfolder „vcsa-converge“ mitgeliefert. Die Steuerung erfolgt über ein JSON-File. (Bild: VMware/ Thomas Drilling)

Die Konfiguration erfolgt wie beim Installer des vCenter Server Appliance 6.7 über ein JSON-File (siehe: Abbildung).

vMotion mit Nvidia-GPUs

Eine weitere Verbesserung in vSphere 6.7 U1 kommt in erster Linie virtuellen Desktops zugute. Und zwar unterstützt „vMotion“ nun auch VMs auf Rechnern mit „Nvidia Quadro vDWS“ vGPUs. Dies vereinfacht das Patch-Management für die betreffenden Hosts und reduziert die Ausfallzeiten für virtuelle Desktops.

Firmware-Updates mit VUM

Das Update 1 bringt zudem weitere Verbesserungen im Hinblick auf den „vSphere Update Manager“ (VUM). Dieser kann ab sofort nicht mehr nur Patches für „ESXi“, ESXi-Upgrades, VA-Upgrades, VM-Hardware oder Updates der VMware Tools bereitstellen, sondern nun auch die Server-Firmware aktualisieren. VUM setzt dazu auf die jeweiligen Tools der Hardware-Hersteller auf und meldet dem Administrator, falls ein passendes Werkzeug nicht vorhanden, oder stellt einen Link zum Download der Software zur Verfügung.

HTML5-Client

Nachdem der bisherige Adobe/Flash (Flex)-basierte Web-Client im Verlauf seines seit 2012 währenden Lifecycle im Gegensatz zum alten, nativen C#-Windows-Client von gestandenen ESXi-Administratoren nie wirklich angenommen wurde, dürfte es viele Nutzer freuen, dass der komplett neu geschriebene, seit vSphere 6.5 bereits mitgelieferte HTML5-Client nun Feature-komplett ist und uneingeschränkt genutzt werden kann. Einen kleinen Eindruck und einen ersten Rundflug vermittelt dieses Youtube-Video.

Somit entfällt endgültig das leider lange noch erforderliche Nebeneinander von zwei Management-Konsolen. Im Verlauf der Lebenszyklen von vSphere 5.0 bis 6.0 hantierten Profis parallel mit dem „alten“ vSphere-Client unter Windows und dem Flash-Webclient; seit vSphere 6.5 kommen Webclient und „neuer“ vSphere-Client, der den freigewordenen Namen des alten Client übernehmen durfte, parallel zum Einsatz.

Zur vollständigen Verwirrung vieler Neulinge dürfte allerdings beitragen, dass der alte Flash-Client als Dienst „VMware vSphere Web Client“ (https://<vCenter-Name>/vsphere-client) heißt und über eine gesonderte URL zugegriffen wird, während der neue Client als Dienst, wie erwähnt, auf die Bezeichnung des alten vSphere-Clients hört, aber über eine andere URL https://<vCenter-Name>/ui zugänglich ist, ähnlich wie bei dem ebenfalls HTML5-basierten Host-Client (https://<ESXi-Server-Name>/ui), der auf Host-Ebene den alten C#-Client schon seit der Version 6.0 U2 erfolgreich ersetzt.

Die Dienste-Steuerung ist in vCenter 6.7 U1 in die Appliance-Shell gewandert. Neueinsteiger dürfte mit den Namengebung der beiden derzeit noch parallel eingesetzten Web-Clients fremdeln.
Die Dienste-Steuerung ist in vCenter 6.7 U1 in die Appliance-Shell gewandert. Neueinsteiger dürfte mit den Namengebung der beiden derzeit noch parallel eingesetzten Web-Clients fremdeln. (Bild: VMware/Thomas Drilling)

Übrigens ist die Dienste-Verwaltung der VCSA in Version 6.7 U1 aus dem vSphere-Client/Web-Client in die Appliance-Shell (ehemals VAMI) unter https://<vCenter-Name>:5480 gewandert.

Summa summarum kann der neue HTML5-Client nun sämtliche Aufgaben übernehmen, auch das Management von VUM, vSAN und die Konfiguration von „vSphere HA“. Dabei bildet der neue Web-Client nicht einfach nur Abläufe aus dem Flash-Client 1:1 ab, sondern führt durchaus auch einige neue Workflows ein.

Die neuen vSphere-Funktionen auf einen Blick
Die neuen vSphere-Funktionen auf einen Blick (Bild: VMware)

So stellt der vSphere-Client zum Beispiel einen neuen Wizard (siehe: Abbildung) mit der Bezeichnung „Cluster Quickstart“ zur Verfügung, der das Einrichten eines vSphere-Clusters deutlich vereinfachen soll. Er unterstützt beim Anlegen eines ESXi-Cluster, fügt anschließend die Hosts hinzu und sorgt für eine identische Konfiguration der Hosts.

Der neue Cluster-Quickstart-Wizard
Der neue Cluster-Quickstart-Wizard (Bild: VMware/ Thomas Drilling)

Außerdem kümmert sich der neue Assistent auch um das initiale Einrichten sämtlicher Cluster-Funktionen wie HA, DRS, Enhanced vMotion Compatibility (EVC), vSAN-Datastores und das Networking, einschließlich der Distributed Switches. Das neue Tool ist zudem in der Lage, die Cluster-Konfiguration zu validieren und alle Einstellungen auf den Hosts zu überprüfen.

Templates in Content Libraries

Eine weitere mit dem aktualisierten vSphere Client verbundene Neuerung ist eine Aufwertung des mit vSphere 6 eingeführten Content Library Features. Es unterstützen neben den VMware-eigenen VMTX-Format mit der neuen Option „Open Virtualization Archive“ (OVA) jetzt zwei Template-Typen. OVAs lassen sich sogar zwischen vCenter-Servern synchronisieren, was mit VM-Vorlagen derzeit noch nicht klappt.

Dazu ist das Content-Library-Feature an vielen Stellen im vSphere-Client in die Menüstruktur integriert. So lassen sich VMs beispielsweise direkt aus eine Vorlage aus der Content Library bereitstellen oder als Vorlage in eine Content Library klonen.

Content Libraries unterstützen in vSphere 6.7 U1 auch OVA-Container.
Content Libraries unterstützen in vSphere 6.7 U1 auch OVA-Container. (Bild: VMware/ Thomas Drilling)

Die Platinum Edition

Last but not least kündigte VMware neben den technischen Verbesserungen in vSphere 6.7 Update 1 auch eine neue Platinum Edition seiner Plattform an. Diese enthält neben vSphere die auf der VMworld vorgestellte Security-Software VMware AppDefense.

Hierbei handelt es sich um eine Erweiterung des Hypervisors, die virtuelle Maschinen quasi von außen auf auffällige Aktivitäten überwacht. Dazu verwendet das Tool Machine Learning und erkennt Abweichungen der VMs von üblichen Mustern.

* Thomas Drilling ist freier Autor und IT-Consultant.

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