Praxistipps zur VMware vSphere-Verwaltung

Diese 22 Powershell-Skripte braucht jeder VMware-Admin

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Wer die Skript-Empfehlungen vom Autor Thomas Joos nutzen will, weiß, dass es sich nicht um Manuskripte handelt. Ein wenig Erfahrung in Sachen Powershell sollte man mitbringen, sonst wächst einem das Ganze über den Kopf.
Wer die Skript-Empfehlungen vom Autor Thomas Joos nutzen will, weiß, dass es sich nicht um Manuskripte handelt. Ein wenig Erfahrung in Sachen Powershell sollte man mitbringen, sonst wächst einem das Ganze über den Kopf. (Bild: Sergey Nivens/ Fotolia.com)

„VMware vSphere“ lässt sich nicht nur mit „vCenter“ und anderen Bordmitteln steuern, sondern es gibt einige sehr gute Skripte, auch für die „Windows Powershell“, mit der sich VMware-Produkte steuern lassen. In diesem Beitrag stellt der Autor einige interessante Möglichkeiten vor.

Um VMware mit der Powershell zu verwalten, müssen Administratoren auf dem entsprechenden Rechner „PowerCLI 5.5“ installieren. Mit Get-VICommand werden alle verfügbaren Befehle angezeigt.

Auf der Webseite Powershell Code Repository finden Administratoren einige nützliche Skripte, mit denen sich ihre Umgebung besser verwalten lässt. Naturgemäß setzt der Einsatz von diesen Skripten einige Kenntnisse der Powershell voraus, da diese in vielen Fällen an die eigene Umgebung angepasst werden müssen. Hier werden Beitrage zu interessanten Skripte von Powershell Code Repository aber auch von anderen Seiten vorgestellt.

Mit PowerCLI verwalten Administratoren auf Basis von Skripten VMware-Umgebungen.
Mit PowerCLI verwalten Administratoren auf Basis von Skripten VMware-Umgebungen. (Bild: Thomas Joos)

Netzwerkeinstellungen ändern und Informationen abfragen

1. Ein gutes Skript, mit dem sich das Subnetz aller VMs auf einem Host auf einmal abgeändert werden kann, ist das Skript vmware guests subnet. Dieses ist vor allem in Testumgebungen sinnvoll oder wenn Unternehmen die IP-Subnetze im Netzwerk umstellen. Administratoren können das Skript abändern und an ihre Bedürfnisse anpassen.

2. Geht es um die Abfrage von Informationen aus verschiedenen VMs, hilft das Skript vmware guest information. Das Skript fragt alle verfügbaren Informationen von virtuellen Maschinen auf einem Host ab.

3. Ebenfalls sinnvoll ist in diesem Fall das Skript vmware custom attributes. Es erfasst zusätzlich den Ersteller der virtuellen Maschine (VM), das Datum der Erstellung von VMs, sowie Informationen zum letzten Backup. Der Vorteil des Skriptes liegt darin, dass es diese Daten als Custom Attribute in den Eigenschaften von VMs ablegen kann.

4. Wollen Administratoren Daten und Versionen von ESXi-Hosts auslesen, verwenden sie das Skript VMware / Windows Admin. Vor allem beim Einsatz zahlreicher Hosts, lassen sich auf diesem Weg schneller die Versionen erfassen, was für Migrationen oder Aktualisierungen enorm hilfreich sein kann.

5. In diesem Zusammenhang ist auch das Skript Get-VMware-Guest-Inventory ein Werkzeug, dem ein Admin seine Aufmerksakeit schenken sollte, da es über die PowerCLI eine Inventur aller verfügbaren VMs durchführen kann. Die Daten werden in eine CSV-Datei gespeichert und lassen sich auf diesem Weg mit Excel weiter analysieren.

Snapshots verwalten und VMware beschleunigen

6. Get-VMSnapshotInformation zeigt Daten zu Snapshots an, und welcher Administrator die verschiedenen Snapshots erstellt hat. Administratoren können mit dem Skript auch Informationen zu Snapshots abfragen und es dazu verwenden automatisiert E-Mail-Nachrichten an den Administrator des Snapshots zu verschicken.

Snapshots können die Leistung von VMs deutlich beeinträchtigen. Durch eine automatisierte E-Mail können Administratoren nicht notwendige Snapshots erkennen und löschen. Mit dem Skript verhindern Unternehmen also das Snapshots vergessen werden und unnötig Speicherplatz verbrauchen oder die Umgebung ausbremsen.

7. Zusätzlich können Unternehmen hier noch das Skript Find Snapshots and Send Email to User/Users with nutzen. Auch dieses erfasst Snapshots und kann automatisiert E-Mails versenden.

8. In diesem Zusammenhang kann es auch sinnvoll sein den Speicherverbrauch von VMs zu erfassen. Dazu verwenden Administratoren das ebenfalls kostenlose Skript Get-VMMemory. Es erfasst die prozentuale Verwendung für virtuelle Server lokal oder über das Netzwerk.

9. VMware Infrastructure Power Documenter erstellt umfassende Berichte einer VMware-Umgebung auf Basis von Open XML. Diese Informationen können Administratoren dann wiederum mit externen Tools genauer analysieren lassen.

Migration und Changed Block Tracking (CBT)

10. Weitere interessante Skripte finden sich auch bezüglich Migrationen und zum Thema Changed Block Tracking (CBT).

11. Das Skript Set VMware CBT aktiviert oder deaktiviert CBT für VMs und kann bei diesem Vorgang auch Snapshots erstellen oder weitere Aufgaben durchführen. Dieses Skript spielt seine Vorteile vor allem dann aus, wenn Administratoren CBT massenhaft für VMs ändern wollen, da hier die Umstellung schneller und strukturierter vorgenommen werden kann.

12. Wollen Administratoren VMs zu einem anderen Datastore verschieben, hilft zusätzlich noch das Skript VMWare DS Migration. Wenn Unternehmen keine „vMotion“-Lizenz haben, können Administratoren den Vorgang nicht im laufenden Betrieb durchführen. Mit dem Skript können Administratoren den Verschiebevorgang aber in einem Zeitplan erfassen und zum Beispiel Nachts durchführen lassen. Außerdem kann das Skript auch verschiedene Änderungsvorgänge an den VMs vornehmen, zum Beispiel Festplatten auf Thin Provisioning umstellen.

13. Zusätzlich sollten Administratoren hier noch das Skript Get-mDatastoreList nutzen. Es kann Datastores ausfiltern, auf denen Unternehmen keine VMs mehr speichern wollen. Es lassen sich an dieser Stelle Typ und Namenskonventionen erfassen und noch mehr Daten steuern.

14. Track Datastore Free Space erfasst den freien Speicherplatz von Data Stores, damit Administratoren ständig einen Überblick behalten an welcher Stelle sie noch Platz frei haben.

15. Wollen Administratoren Port-Gruppen anpassen, zum Beispiel beim Einsatz neuer Hosts oder der Migration zu einer neuen Version, können sie das Skript Fix-VMPortGroups nutzen. Es kann alte Portgruppen gegen neue ersetzen und alle zur Verfügung stehenden virtuellen Switches so anpassen, dass die neuen Gruppen verwendet werden.

Die Verwendung des Skriptes ist aber nur für VMware-Profis empfehlenswert, da einige Einstellungen und Daten angepasst werden müssen. Sinnvoll ist die Verwendung auch, wenn Administratoren Portgruppen standardisieren und homogenisieren wollen.

16. Das Easy Migration Tool v2.1 kann virtuelle Server mit vMotion und SVMotion verbinden und migrieren. Administratoren müssen keine Ressourcenpools definieren und deutlich weniger Einstellungen vornehmen, als ohne das Skript. Außerdem können Administratoren die Änderungen auf Wunsch auch wieder zurück nehmen.

17. Wollen Unternehmen für virtuelle Server die Hot-Plug-Funktion deaktivieren, um zum Beispiel zu verhindern, dass Netzwerkkarten oder virtuelle Festplatten versehentlich von der VM getrennt werden, nutzen Administratoren zusätzlich noch das Skript Disable hotadd-hotplug.

18. Das Skript Dynamic Resource Pool Calculator kalkuliert alle Ressourcen-Pools neu und kann automatisch Speicher- und CPU-Reservierungen erhöhen. Administratoren können für das Tool eine GUI nutzen, oder sie setzen auf die Befehlszeile.

19. ESX Automated Configuration Midwife kann neue ESX-Datei zu einem Virtual-Center hinzufügen und auf einen Schlag Netzwerk, Speicher, VMotion und andere Dienste konfigurieren und die Bedürfnisse des Unternehmens anpassen.

20. Das VMware Health Check Script erstellt einen Bericht über Ihre Umgebung und erfasst dabei auch Snapshots, Data Stores, verfügbare VMWare-Tools und deren Versionen, sowie verbundene CD-Laufwerke.

21. List disk RDMS erfasst alle Raw Device Mappings (RDMs), die in einer Umgebung existieren. Das ist ein wichtiger Punkt, wenn es um Migrationen geht.

22. Migrieren Unternehmen zu einer Virtual Desktop Infrastructure (VDI) mit Windows-Rechnern, die in VMware virtualisiert wurden. sollten sich Administratoren das Skript Setting Video Hardware Acceleration Level ansehen. Es konfiguriert die Hardware-Beschleunigung in Windows-VMs, damit diese optimal in VMware-Umgebungen betrieben werden können.

*Thomas Joos ist Autor zahlreicher IT-Fachbücher und hat auf DataCenter-Insider seinen eigenen Blog: Toms Admin-Blog

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