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Echtzeit-Anwendungen vor Ort Die Telekom bietet mit Edgair eine Cloud für den Maschinenpark

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die Deutsche Telekom bietet mit „Edgair“ ein System an,das eine extrem niedriger Latenz für sicheres und leistungsfähiges Edge Computing aufweisen soll. Es ermögliche Unternehmen somit Echtzeit-Anwendungen in Produktion und Logistik.

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Eine der Anwendungsszenarien für „Edgair“ von der Telekom.
Eine der Anwendungsszenarien für „Edgair“ von der Telekom.
(Bild: tuachanwatthana )

Die Plattform Edgair arbeitet direkt am Einsatzort. T Systems bietet sie in verschiedenen Größen und Bauformen (Mast-Montage, Standard-Rack sowie in wetterfesten und stoßsicheren Ausführungen) an. So müssen die Daten keinen Umweg über ein zentrales Rechenzentrum nehmen. Zu den Anwendungsmöglichkeiten gehören laut T-Systems, fahrerlose Fahrzeuge (Automated Guided Vehicles) sowie Lösungen für ergänzte und komplett virtuelle Realität (Augmented/Virtual Reality).

Weiterhin teilt das Unternehmen mit, dass, weil Edgair wie eine Private Cloud der Dinge konzipiert ist, siein einem hohen Maße sicher ist. Kunden können sie mit einem Campus-Netz verbinden. Dann kann Edgair Daten zwischen Geräten und der Plattform kabellos in nahezu Echtzeit übertragen.

Fachleute sprechen von Near Edge bei weniger als zehn Millisekunden. Das so genannte Far Edge erlaubt Latenzzeiten zwischen zehn und 40 Millisekunden. „In Kombination mit Time Sensitive Networks (TSN) und einem sehr guten Service Level Agreement erfüllt unsere gemanagte Plattform Edgair Anforderungen, wie sie etwa die Echtzeit-Steuerung von Maschinen in einer Produktionshalle stellen“, erläuterte Albert Kroisleitner, Senior Product Manager Edge Platform & Solutions bei T-Systems.

Jede Plattform werde überdies mit „Edge Analytics“ ausgeliefert. Damit könnten Daten-Wissenschaftler und Software-Entwickler Informationen bereits vor Ort auswerten und somit Prozesse und Modelle schnell anpassen (Code to Data).

Die Telekom hat bereits ein erstes Campus-Netz für den Kunden Osram gebaut. Solche Netze bilden die Basis für Edgair. Derzeit laufen sie noch mit LTE, demnächst mit 5G.

Aufgabe in einem Campus-Netz nach Darstellung der Telekom
Aufgabe in einem Campus-Netz nach Darstellung der Telekom
(Bild: Deutsche Telekom )

T-Systems bietet die Plattform zugeschnitten auf verschiedene Branchen. Dazu zählen Produktion, Logistik, Gebäude-Automation, Automotive und Energie. Die Technik arbeitet für mehr Sicherheit komplett autark im geschlossenen Firmennetzwerk. Sie kann aber auch mit einer über das Internet erreichbaren Public Cloud kombiniert und als Hybrid Cloud eingesetzt werden.

Edgair basiert auf OpenStack. Die Open-Source-Software vermeidet eine Silo-Bildung (Vendor Lock-in). Kunden können ihre IoT-Anwendungen und Applikationen über vorgefertigte Konnektoren ankoppeln. Die Anwendungen selbst laufen als virtuelle Maschinen oder in Docker-Containern in Form von Microservices. Damit sind sie unabhängig von der darunterliegenden Infrastruktur.

So können Administratoren Microservices bei Problemen oder Auffälligkeiten einzeln ansteuern. Sie müssen das System nicht komplett herunterfahren. Orchestriert werden die Container über Kubernetes.

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