OpenStack im Edge

Die erste Version der quelloffenen Edge-Cloud-Software Starling X

| Redakteur: Ulrike Ostler

Glenn Seiler, Vice President of Product Management and Strategy, Software-defined Infrastructure bei Wind River, sagt zu Starling X: „In Anbetracht des enormen Bedarfs an einer virtualisierten Edge-Lösung quer über alle neuen 5G-und IIoT-Anwendungsfälle hat Wind River Schlüsseltechnologien aus unserer ´Titanium´-Cloud-Virtualisierungsplattform in das Starling-X-Projekt eingebracht.“
Glenn Seiler, Vice President of Product Management and Strategy, Software-defined Infrastructure bei Wind River, sagt zu Starling X: „In Anbetracht des enormen Bedarfs an einer virtualisierten Edge-Lösung quer über alle neuen 5G-und IIoT-Anwendungsfälle hat Wind River Schlüsseltechnologien aus unserer ´Titanium´-Cloud-Virtualisierungsplattform in das Starling-X-Projekt eingebracht.“ (Bild: gemeinfrei - OpenClipart-vectors/Pixabay / CC0)

„Starling X“ ist Open Source und bietet auf Basis des von Intel und Wind River beigesteuerten Codes einen vollständig integrierten Stapel zur Unterstützung verteilter Edge-Anwendungen. Die Software steht seit der vergangenen Woche zur Verfügung.

Die Open-Source-Edge-Computing- und IoT-Cloud-Plattform Starling X ist für Hochleistungsanwendungen mit geringer Latenz optimiert. Das Projekt wurde im Mai als Pilotprojekt mit Unterstützung der OpenStack Foundation (OSF) ins Leben gerufen.

Nach Angaben der Macher bietet Starling X neue Dienste, mit denen sich die Lücken im Open-Source-Edge-Cloud-Ökosystem schließen lassen, und die zugleich die strengen Anforderungen an Edge-Anwendungsfälle und -szenarien erfüllen. Das gelte sowohl in Carrier- als auch in Industrieanwendungen.

Darüber hinaus nutzt Starling X einzelne Komponenten anderer Projekte wie „Ceph“, OpenStack und „Kubernetes“ und ergänzt sie durch weitere Dienste, wie Konfigurations- und Fehler-Management, insbesondere im Hinblick auf Schlüsselanforderungen wie Hochverfügbarkeit (HA), Dienstgüte (QoS), Leistung und niedrige Latenzzeiten.

Das folgende Anwendungsspektrum spiegelt den Bedarf an hochleistungsfähiger Edge-und IoT-Infrastruktur wider:

  • IoT-Anwendungen für die Industrie und für höchst latenzarme 5G-Anwendungen wie Industrie-Automation, Cloud-Funkzugangsnetzwerke, intelligente Städte und Gebäude (Messung und Überwachung).
  • Multi-Access-Edge-Computing-Anwendungen einschließlich erweiterter und virtueller Realität (AR/VR) sowie standortbasiertem Einzelhandel.
  • Anwendungen mit hoher Bandbreite und großem Volumen, wie mobile HD-Videos, Bereitstellung und Caching von Inhalten sowie Überwachungsfunktionen.
  • Kleinzellige Unternehmensdienste für Stadien und hoch verdichtete Standorte.
  • Universelle Anwendungen vor Ort beim Kunden (uCPE = Universal customer premise applications)

Eine engagierte und wachsende Nutzergemeinde

Die jetzt veröffentlichte Version spiegelt ein starkes Wachstum in der Starling-X-Community wider: 1.329 Zusagen von 84 Mitwirkenden, darunter Entwickler von Wind River, Intel, 99Cloud, China UnionPay, Suse, Fujitsu und NEC.

Vom om 13. bis 15. November findet der kommende "OpenStack Open Infrastructure Summit" statt, und zwar in Berlin.
Vom om 13. bis 15. November findet der kommende "OpenStack Open Infrastructure Summit" statt, und zwar in Berlin. (Bild: OpenStack Foundation)

Die Mitglieder der Starling-X-Community treffen sich auf dem kommendenOpenStack Open Infrastructure Summit“, der in Berlin vom 13. bis 15. November stattfinden wird, zu den folgenden Veranstaltungen:

  • Starling X Project Update: 6 Monate im Leben eines neuen Open-Source-Projekts.
  • Project Onboarding Session: Für alle, die gerne einen Beitrag zu Starling X leisten möchten.
  • Ask Me Anything Session: Mit Schwerpunkt Starling-X-Projekt.
  • Edge Project Comparison Session: Akraino, StarlingX, OpenCord- und vCO-Module gegenüber ETSI MEC RA.
  • StarlingX CI Session: Von Zero nach Zuul.
  • StarlingX Overview: Verbesserungen beim Edge-Networking.
  • Edge Computing Track: Vorträge und Podiumsdiskussionen zu StarlingX und Edge-Themen.
  • Forum-Arbeitssitzungen: Mit besonderem Schwerpunkt auf Edge Computing, darunter
  • „Edge use cases and requirements“, „MVP (Minimum Viable Product) architecture for edge“, sowie „Cross-technical leadership session (OpenStack, Kata, StarlingX, Airship, Zuul)“.

Die Schlüsselfunktionen

Konfigurations-Management: Der Code bietet Knotenkonfigurations- und Bestandsverwaltungsdienste mit automatischer Erkennung und Konfiguration neuer Knoten. Diese sind entscheidend für die Implementierung und Verwaltung einer großen Anzahl von entfernten oder schwer zugänglichen Standorten. Der Bestand an CPUs, GPUs, Speicher, riesigen Seiten und Krypto- beziehungsweise Kompressions-Hardware lässt sich durch die grafische Benutzeroberfläche Horizon und eine Befehlszeilenschnittstelle verwalten.

Fehler-Management: Die Nutzer können benutzerdefinierte Alarme und Protokolle für wichtige Ereignisse sowohl auf Infrastrukturknoten als auch auf virtuellen Ressourcen wie virtuelle Maschinen und Netzwerken festlegen, löschen und abfragen. Über die „Horizon“-Benutzeroberfläche kann auf die aktive Alarmliste und aktive Alarmzähler zugegriffen werden.

Host-Management: Die Software bietet Lebenszyklus-Management - Funktionen zur Verwaltung von Host-Computern über ein REST-API. Das herstellerneutrale Werkzeug erkennt Host-Ausfälle und leitet eine automatische Wiederherstellung ein, indem es Überwachung und Alarmierung für Cluster-Konnektivität, kritische Prozessausfälle, Ressourcenauslastungsschwellen und Hardwarefehler bereitstellt. Das Werkzeug ist auch mit der Board-Steuerung für die Außerband-Rückstellung, das Ein-und Ausschalten sowie die Hardware-Sensorüberwachung verbunden und teilt den Host-Zustand mit anderen Starling-X-Komponenten.

Diensteverwaltung: Starling X bietet ein Lebenszyklus-Management für Dienste durch Hochverfügbarkeit über Redundanzmodelle wie N+M oder N über mehrere Knoten hinweg. Der Dienst unterstützt die Verwendung mehrerer Messaging-Pfade zur Vermeidung von Split-Brain-Kommunikationsausfällen sowie aktive und passive Überwachung zur Spezifikation der Auswirkungen eines Dienste-Ausfalls mit einer vollständig datengesteuerten Architektur.

Software-Management: Dieser Dienst ermöglicht Benutzern die Implementierung von Aktualisierungen korrigierter Inhalte sowie neue Funktionen mit einem einheitlichen Mechanismus, der für alle Infrastrukturstapel vom Kernel bis hin zu OpenStack-Diensten gilt. Das Modul kann rollierende Aktualisierungen durchführen, einschließlich Parallelisierung und Unterstützung für den Host-Neustart. Dies ermöglicht das Verschieben von Arbeitslast vom Knoten durch Live-Migration.

Bewertung des Projekts

Jonathan Bryce, Geschäftsführer der OpenStack Foundation, erläutert den Vorteil von Starling X wie folgt: „Beim Edge-Computing ist es entscheidend, alle VM- und Container-Arbeitslasten mit dem zugrunde liegenden reinen Hardware-System zusammenführen und verwalten zu können. Genau das bietet einem Starling X.“

Dr. Dan Chen, Senior Director of Edge Computing, Intelligent Network Center bei China Unicom, fügt hinzu: „Wir haben in den letzten sechs Monaten eine vollständige Validierung von Starling X durchgeführt. Es verbesserte die Effizienz bei der Hochverfügbarkeit sowohl in VMs als auch auf Controller-Ebene. Außerdem haben wir damit die erforderliche Anzahl an Knoten für Edge-Implementierungsszenarien optimiert.“ Er erläutert, dass sein Unternehmen Funktionen in den Bereichen Fehler-Management, laufende Aktualisierung, Bestandserkennung und VNF-Beschleunigung hinzugefügt hat.

„Starling X bot Funktionen für das Hosting von VM-Anwendungen beziehungsweise VNFs und kann außerdem in Zukunft für containerisierte Anwendungen erweitert werden. Für China Unicom ist es eine der Top-Strategien zum Aufbau einer ‚offenen‘ Edge-Plattform. Als ‚Open Infra‘-Technologie für Edge-Computing wird Starling X eine wesentliche Rolle in der Edge-Strategie von China Unicom spielen.“

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