Schnelle Inbetriebnahme und hohe Dichte Big Blue verpackt Red-Hat-Cloud-Stack mit Power-Rechnern

Redakteur: Ulrike Ostler

Offiziell angekündigt war die Bekanntgabe für den 23. Februar 2021, doch jetzt hat ein hauseigenes System das Embargo umgangen und damit ist klar: Es gibt ein Bundle aus dem „Red Hat Openshift“ und „IBM Power“-Hardware. Das ist quasi die Kubernetes-Container-Cloud für Rechenzentren on premises. Am 12. März soll das Paket zur Verfügung stehen.

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Die Mindestkonfiguration für ein Power-Red-Hat-Bundle besteht aus drei „Power S922“-Servern, die jeweils mit einem Paar Power9-Prozessoren mit zehn Kernen ausgestattet sind.
Die Mindestkonfiguration für ein Power-Red-Hat-Bundle besteht aus drei „Power S922“-Servern, die jeweils mit einem Paar Power9-Prozessoren mit zehn Kernen ausgestattet sind.
(Bild: IBM)

Der Vorteil eines Pakets aus Hardware und passender Software ist neben einer höheren Integration vor allem ein zeitlicher Vorteil. Laut IBM lässt sich das Deployment in diesem Fall von acht Wochen auf acht Stunden verkürzen. Die Verwendung von „Power9“-Prozessoren ermögliche zudem eine 3,2-fache Dichte von Containern pro Kern im Vergleich zu aktuellen X86-Server-Prozessoren auf dem Markt.

Erste Skeptiker bezweifeln diese Angabe. Die AMD-Prozessoren der „Epyc 7002“er- und „7003“er-Serie zum Beispiel verfügen über 256 Threads und zwei Sockel (64 Kerne mal zwei Threads pro Kern mal zwei Sockel) im Vergleich zu 384 Threads bei IBMs Power9-Prozessoren (24 Kerne mal acht Threads pro Kern mal zwei Sockel). Also käme man auf einen Faktor von 1,5 mehr Thread- und somit Container-Dichte. Intel hat 28 Core-„Xeon-SP“-Prozessoren mit zwei Threads pro Core, also 112 Threads pro Zwei-Sockel-Server; der Faktor läge also bei 3,4 mal höhere Thread-Dichte.

Die Aufteilung auf dem IBM-Prozessor „Power 10“
Die Aufteilung auf dem IBM-Prozessor „Power 10“
(Bild: IBM)

Timothy Prickett Morgan, Chefredakteur des US-Publikation „IT-Jungle“ schreibt, dass ein integrierter Stack von Red Hat auf Power vermutlich dennoch Vorteile habe, insbesondere wenn dasselbe System logische Partitionen erlaube, die „IBM i“- und „AIX“-Workloads auf denselben Maschinen zusammenfassen könne.

Die Ausstattung

Die Mindestkonfiguration für einen ´Red Hat Power Stack`, wie auch immer das Bundle am Ende heißen wird, besteht aus drei „Power S922“-Servern, die jeweils mit einem Paar Power9-Prozessoren mit zehn Kernen ausgestattet sind, die mit einer Basisgeschwindigkeit von 2,9 Gigahertz (GHz) laufen und auf 3,8 GHz hochgeschraubt werden können. Diese Maschinen sind für die im vergangenen Jahr angekündigten Shared-Utility-Kapazitätsoptionen qualifiziert. Dieses erlaubt, die Boxen mit nur einem Kern und 256 GB Hauptspeicher pro Server zu aktivieren und dann bei Bedarf, wenn die Arbeitslasten steigen, im Cloud-Stil aufzurüsten.

Jede der Power S922-Maschinen verfügt über 256 Gigabyte Arbeitsspeicher und 3,2 Terabyte (TB) NVM-Express-Flash. Sie sind mit einem „Flashsystem 5600“-Array mit 9,6 TB Kapazität über ein Paar „SAN24B-6“-Switches verbunden, bei denen es sich, um Fibre-Channel-Switches mit 24 Ports und einer Geschwindigkeit von 6 Gbit/s handelt. Die Systeme sind in einem Rack mit 42 Höheneinheiten untergebracht und es gibt einen optionalen 52-Port-Ethernet-Switch mit 1 Gbit/s.

Nach dem jetzigen Bekanntwerden steckt in dem Bündel „Red Hat Enterprise Linux 8“. Das Betriebssystem läuft auf den IBM-Hypervisoren „PowerVM“ , nicht auf der „OpenKVM“-Variante, die Linux nur innerhalb von virtuellen Maschinen unterstützt. Denn die „Openshift Container Platform“ läuft quasi oberhalb der „CoreOS“-Variante von Linux (jetzt: RHEL CoreOS ).

PowerVM

Außerdem gehört die IBM-Implementierung des OpenStack-Cloud-Controller, „PowerVC“ dazu. Sie wird benötigt, um die virtuellen Maschinen zu verwalten. Red Hat verfügt ebenfalls über eine OpenStack-Distribution, aber IBM PowerVC ist bereits auf die Power-Hardware abgestimmt. Die Daten-Management-Tools der „Spectrum-Scale“-Familie lassen sich trotzdem auch auf diesem Red Hat Power Stack einsetzen.

Sollte ein Unternehmen einen einzelnen Knoten kaufen wollen, etwa für die Entwickler, ist das möglich. Sie erhalten einen einzelnen Server Power S922, auf dem alle Stack-Komponenten in logischen PowerVM-Partitionen laufen.

Was nach jetzigem Kenntnisstand in dem Bundle fehlt, sind „Red Hat-Ansible“-Module. Es stellt sich die Frage, wie die Anwender dann die verschiedenen Power-Instanzen unter Linux, AIX und IBM i in der IBM Cloud, Skytap/Microsoft Azure und Google Cloud verwalten sollen.

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