Zwei Interviews mit Béla Waldhauser, drei Autoren, ein Artikel Am Puls von Co-Location - Der „Hyper-Squeeze“

Redakteur: Ulrike Ostler

Klein(er), wendig und lokal angebunden: Wie Colo-Betreiber ihren Kunden den Weg der digitalen Transformation ebnen – zwei Interviews mit Dr. Béla Waldhauser, eins als Podcast.

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Dr. Béla Waldhauser, CEO bei KDDI Deutschland GmbH, CEO bei Telehouse Deutschland GmbH und Sprecher der unter dem Dach des Eco-Verbands gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland, gibt im Interview einen Einblick in den Innovationsdruck, dem die Co-Location-Anbieter unterliegen, dem Wettbewerb mit Hyperscalern und dem Risiko beim Geschäft mit diesen.
Dr. Béla Waldhauser, CEO bei KDDI Deutschland GmbH, CEO bei Telehouse Deutschland GmbH und Sprecher der unter dem Dach des Eco-Verbands gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland, gibt im Interview einen Einblick in den Innovationsdruck, dem die Co-Location-Anbieter unterliegen, dem Wettbewerb mit Hyperscalern und dem Risiko beim Geschäft mit diesen.
(Bild: Eco Verband der Internetwitschaft e.V.)

Dr. Béla Waldhauser, CEO bei KDDI Deutschland GmbH, CEO bei Telehouse Deutschland GmbH und Sprecher der unter dem Dach des Eco-Verbands gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland, enthüllt in diesem Impromptu-Interview mit DataCenter-Insider, wie das Spiel mit Co-Location hinter den Kulissen wirklich gespielt wird und welche Chancen sich für KMUs eröffnen.

In dem Impromptu-Interview mit Chefredakteurin Ulrike Ostler geht Dr. Béla Waldhauser auch auf den Innovationsdruck ein, dem die Rechenzentren heute unterliegen.

An Standorten wie Frankfurt stammt die Co-location-Nachfrage zu 80 Prozent von den Hyperscalern, haben Sie uns im Februar (siehe: Podcast) bestätigt. Das sind ganz erdrückende Dimensionen. Sehen Sie die Marktmacht der Hyperscaler nicht als eine Bedrohung, etwa im Wettbewerb um die besten Köpfe?

Béla Waldhauser: Nein, überhaupt nicht. Ich brauche die Leute, die sich mit Strom, Kühlung und physikalischer Sicherheit auskennen, während die Hyperscaler eher nach IT-Spezialisten suchen.

Wie steht es mit der Standort-Problematik? Setzen die Hyperscaler die Co-Location-Anbieter nicht irgendwie doch unter Druck?

Béla Waldhauser: Noch kommen wir uns nicht ins Gehege, aber es ist definitiv so, dass die Hyperscaler sich jetzt langsam im Großraum Frankfurt nach Grundstücken umschauen (siehe: Grundstückskauf für Datacenter; Google siedelt sich mit Rechenzentren in Dietzenbach an . Und die werden über kurz oder lang selber bauen oder im Auftrag bauen lassen, weil ein Rechenzentrum für einen Hyperscaler nichts anderes ist als eine Fabrik, in dem Fall eine Rechen- und Datenfabrik. Die Dienstleistungen, die sie anbieten, müssen zu günstigen Konditionen hergestellt werden.

Natürlich machen wir auch unser Geschäft damit. Diese Marge können die [Hyperscaler] abschöpfen, indem sie es selber machen. Und das wird kommen.

Wie können sich Co-Location-Betreiber darauf vorbereiten?

Béla Waldhauser: Kennen Sie den Begriff „Klumpenrisiko“? „Cluster-Risk“?

Ja, sicherlich. Konkret aber…?

Béla Waldhauser: … indem sie hingehen und sich nicht abhängig von einem Hyperscaler machen. Ich muss als Geschäftsmann darauf achten, dass ich nicht von einem Kunden zu sehr abhängig werde. Das ist so ein bisschen das, was ich gerade sehe.

Wie viele Hyperscaler gibt es? Ich schätze mal, ein halbes Dutzend. Es kommt vielleicht noch der ein oder andere chinesische dazu. Das heißt, ich habe eine sehr, sehr begrenzte Gruppe von Abnehmern. Das sind AWS, Google, Microsoft, Softlayer als IBM-Tochter, Oracle und Facebook. Das war's dann schon. Mehr gibt es da nicht.

Ganz so bedrohlich wird es doch wohl nicht sein, oder?

Béla Waldhauser: Also das Risiko ist schon groß. Ich meine, auf der einen Seite würde ich mir wünschen, wenn auch meine Shareholder ein bisschen aggressiver wären; auf der anderen Seite schützt es uns als Telehouse auch vor dieser Abhängigkeit, weil wir die ganz großen Deals einfach nicht mitmachen.

Umsicht ist besser als Nachsicht, aber bremst so viel Vorsicht das Wachstum nicht aus?

Béla Waldhauser: Also, ich könnte wesentlich mehr Rechenzentrumskapazität verkaufen, wenn meine Shareholder da mitmachen würden. Aber die sagen halt „Nein, das ist nicht unser Geschäft, das wollen wir nicht“.

Übrigens hat eine Equinix eine eigene Gesellschaft vor gut zwei Jahren gegründet, zusammen mit GIC aus Singapur, die nur dafür da ist, dass sie das Geschäft mit den Hyperscalern macht.

Wie steht es mit den Margen?

Béla Waldhauser: Natürlich habe ich bei einem Großkunden eine ganz andere Marge als bei vielen kleinen Kunden. Das ist ganz klar, also ich meine, je größer die Einkaufsmacht ist, umso mehr wird ein Kunde verhandeln und die Hyperscaler wissen ganz genau, was es kostet, ein Rechenzentrum zu bauen und zu betreiben. Also drehen sie natürlich bei den Verhandlungen die Daumenschrauben an. Das ist aber nichts Neues, das machen die Automobilhersteller genauso. Volkswagen, BMW oder Daimler werden ihre Lieferanten genauso ausquetschen, wie es ein Hyperscaler bei Co-Location-Betreibern macht.

Bei den vielen kleineren und mittleren Kunden habe ich aber nicht nur eine bessere Marge, sondern natürlich auch deutlich mehr Aufwand. Aber das ist es mir wert.

Können denn niedrigere Margen das erhöhte Risiko „at scale“ kompensieren?

Béla Waldhauser: Also, ich sag mal so, die Kollegen, die diese Geschäfte machen, ob das eine Equinix ist, Digital Realty, Interxion, NTT, Cyrusone, und andere, die sind ja auch nicht blöd. Die wissen sehr gut, wie man Geschäfte macht, also werden die schon zusehen, dass sie ein Geschäft machen mit einem ansprechenden Return on Invest. Und ich hoffe mal – ohne es zu wissen –, dass die Mindestvertragslaufzeiten so sind, dass man zumindest die Investitionen wieder raus hat.

Aber ab einem gewissen Punkt kann der Hyperscaler natürlich sagen, dass ist alles schön gut bei euch, aber ihr seid viel zu teuer. Wenn ihr wollt, dass ich bleibe, müsst ihr die Preise um 20 Prozent reduzieren. Und dann muss man sich sehr genau überlegen, ob man so einen Großkunden, der zwanzig, dreißig, vierzig Prozent des Umsatzes ausmacht, gehen lässt oder nicht.

Also irgendwann sitzen die [Hyperscaler] am längeren Hebel. Denn zehn, zwanzig, dreißig Megawatt fülle ich nicht mal so schnell eben mit anderen, kleinen Kunden.

Also lieber doch viele kleinere Brötchen backen?

Béla Waldhauser: Das war natürlich der Vorteil, des – ich nenne es mal „das alte Geschäftsmodell“ –, wo wir viele kleine und mittelgroße Kunden haben. Wenn da einer oder zwei gegangen sind, hat man das nicht gemerkt, die Churn Rate war und ist sowieso sehr gering. Aber je größer das Klumpenrisiko ist, je mehr Umsatz ich mit einem oder zwei Kunden mache, umso größer ist deren Macht.

Also, dieses Risiko ist definitiv da.

Wie ist in diesem Markt der Mittelstand aufgestellt? Verspüren die Mittelständler nicht auch einen gewissen „Hyper-Squeeze“?

Béla Waldhauser: Das sehe ich ein bisschen anders. Viele der kleinen und mittelständischen Kunden, die Cloud-Angebote nutzen, haben gar nicht die Expertise, um das allein mit einer AWS zu machen oder mit Google oder jemand anderem. Die nutzen dann die kleinen und mittelständischen Managed Service Provider, die das Know-how haben, die vor Ort sind, die sie beraten können.

Das ist ein wunderbares Geschäftsfeld für diese Managed Service Provider, die viel, viel kleiner sind als eine AWS oder eine Google, die aber den persönlichen Kundenkontakt haben und diesen Mehrwert bieten können. Die nutzen dann vielleicht den Cloud Service von AWS, Google und den anderen, aber halten quasi dem Kunden noch das Händchen, helfen dem bei der Implementierung, beim Betrieb und so weiter. Es gibt also zwischen dem Kunden und den Hyperscalern ganz viel Platz, ganz viele Nischen für spezialisierte Anbieter, Berater, Service-Provider, die diese Lücke füllen.

Also ein „Squeeze-Out“ findet hier eher nicht statt.

Béla Waldhauser: [Nein,] ich würde nicht von einem „Squeeze-out“ reden, definitiv nicht, was diese Branche angeht, sondern von ganz vielen Nischen, die können regional sein, lösungsorientiert oder branchenspezifisch. Wenn ich ein bestimmtes Branchen-Know-how habe, welches AWS oder Google nicht haben, dann finde ich als kleinerer Anbieter sehr wohl meinen Platz zwischen den ganz Großen. Und die Kunden sind bei den kleineren Service Providern nicht nur eine Nummer, und das macht viel aus.

Es gibt aus meiner Sicht ganz viele Möglichkeiten und das sehen wir aktuell auch. Viele unserer Kunden erweitern jetzt ihre Flächen bei uns im Rechenzentrum, weil die Nachfrage so groß ist, natürlich auch durch Corona getrieben, ganz klar.

Bietet der Markt genügend Chancen auch für kleinere Dienstleister, wenn die Kundennähe stimmt?

Béla Waldhauser: Egal, ob es jetzt ein Systemhaus ist oder Managed Service Provider oder wie man ihn immer nennen will, er nimmt die einzelnen Puzzle-Steine und packt sie so zusammen, dass der Kunde damit arbeiten kann. Ich rede von den Kunden, die das interne Know-how nicht haben, um diese Puzzle-Steine fachgerecht zusammenzusetzen.

Das sind genau die Nischen, von denen ich eben gesprochen habe. Ich brauche entweder Know-how in der Branche oder ich brauche die Nähe zum Kunden. Ich muss die Abläufe, die Prozesse kennen. Viele Kunden sind ja gar nicht vorbereitet, um in die Cloud zu gehen. Das liegt an der Organisation, der IT, den Strukturen. Das schaffen sie also nur durch Service Provider, die ihnen dabei helfen. Diese wiederum brauchen dann aber in der Regel auch Rechenzentrumsflächen und kommen dann zu uns. Bei uns bauen sie dann die Lösungen für viele kleinere und mittelgroße Kunden auf und wachsen und gedeihen und benötigen immer mehr Strom und Fläche.

Die Service Provider vermitteln dann das Geschäft, oder?

Béla Waldhauser: Vermitteln würde ich nicht sagen. Die Service Provider machen Ihr Geschäft unter anderem auf der Basis unserer Dienstleitungen, also Strom, Kühlung, Fläche, gesicherter Zugang. Und ich glaube das wird in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen, denn hier in Europa und speziell auch in Deutschland, stehen wir erst am Anfang der Digitalisierung. Ich erwarte daher in den nächsten Jahren weiterhin ein starkes Wachstum.

Wir haben seit vielen, vielen Jahren Wachstumsraten von zehn, zwölf, fünfzehn Prozent pro Jahr, welche Branche hat das schon? Darüber hinaus sind unsere Kunden sehr, sehr treu, denn sie scheuen einen Umzug in ein anderes Rechenzentrum. Und nicht zuletzt gibt es noch ganz viele Anwendungen, die jetzt erst kommen. Cloud hatten wir eben, dazu kommen das Internet der Dinge, Smart Home, Smart City, Smart Factory, Industrie 4.0, Connected Cars, Autonomes Fahren, 5G, Blockchain, Künstliche Intelligenz...

Es sind so viele Anwendungen, die alle Rechenzentrumskapazitäten brauchen, also, ich behaupte, wir werden uns in den nächsten fünf bis zehn Jahren überhaupt keine Sorgen um Wachstum machen müssen. Unser Markt wird stetig weiter wachsen, denn wir partizipieren wie schon gesagt, vom Wachstum der kleinen und mittleren Service Provider ebenso wie vom Wachstum der Hyperscaler.

Die deutsche Bürokratie ist den Co-Location-Anbietern zur Hilfe gekommen; denn diese war den Hyperscalern bisher zu aufwändig und hat eine Ansiedlung verhindert.

Zitat aus dem Impromptu-Interview mit Dr. Béla Waldhauser

Was ist denn Ihre größte Sorge?

Béla Waldhauser: Ich mache mir, vor allem jetzt seitdem wir Corona haben, überhaupt keine Sorgen um unser Geschäftsmodell.

Haben die Hyperscaler auch schon mal bei Ihnen angeklopft?

Béla Waldhauser: Ja natürlich habe ich seit sehr vielen Jahren engen Kontakt zu den verschiedensten Hyperscalern. Am Anfang war denen der deutsche Markt, vor allem wegen des Datenschutzes, viel zu kompliziert und die Strompreise zu hoch. Daher waren andere Standorte in Kontinentaleuropa viel interessanter.

Aber dann kam Edward Snowden, der NSA-Skandal und das ausspionierte Kanzler-Handy. Das hat in Deutschland ein absolutes Umdenken bewirkt, so dass die deutschen Behörden und die deutschen Unternehmen gesagt haben: Cloud ja, aber wenn, dann bitte in Deutschland! Im Zuge dessen kamen die Hyperscaler wieder nach Deutschland und es konnte auf einmal nicht schnell genug gehen, dass sie endlich ihre Availability Zone in Deutschland hatten.

In Frankfurt...

Béla Waldhauser: [Ja, in Frankfurt.] Frankfurt liegt zentral in Deutschland und in Europa. Außerdem ist Deutschland die größte Wirtschaftsmacht in Europa. Aufgrund der zentralen Lage kann ich viele der umliegenden Länder aus Frankfurt heraus bedienen. Außerdem haben wir mit dem DE-CIX den weltweit größten Internet-Austauschknoten in Frankfurt mit aktuell über 10 Terabit pro Sekunde Peak-Traffic. Daher ist Frankfurt einfach der beste Standort ... abgesehen von den viel zu hohen Strompreisen, die wir in Deutschland haben.

Wie schon erwähnt, unser Geschäft wird weiter boomen und es ist noch kein Ende in Sicht.

Was heißt „boomen“?

Béla Waldhauser: Also ich habe ein Beispiel. Wir haben letztes Jahr im Juni ein neues Rechenzentrum eröffnet mit knapp vier Megawatt Leistung. Das erste Stockwerk war vor Baubeginn vermietet, das zweite Stockwerk haben wir jetzt vermietet und ich bin gerade in Verhandlungen für das dritte Stockwerk und damit ist das Gebäude voll. Und das weniger als ein Jahr nach der Eröffnung. Aber so geht es den meisten Mitbewerbern von uns auch.

Haben alle ihre Schäfchen bereits in trocknen Tüchern?

Béla Waldhauser: Aktuell ist mir kein Mitbewerber bekannt, der seine Flächen nicht erfolgreich vermarktet. Der Leerstand in Frankfurt ist auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt. Aber ich sehe schon ein Risiko für diejenigen meiner Wettbewerber, die zu viel auf die Hyperscaler setzen.

Das wird nicht heute und auch nicht morgen passieren. Aber ich gehe davon aus, dass in den nächsten drei, vier, fünf Jahren der eine oder andere Hyperscaler sagt, entweder ihr reduziert die Preise drastisch oder wir bauen selber und wenn ich dann 50 Prozent meines Umsatzes mit einem Kunden mache oder auch nur 40 Prozent, habe ich ein Problem.

Also, da muss man sehr, sehr genau hinschauen, wie viel Klumpenrisiko man gewillt ist einzugehen. Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung.

Wie steht es mit dem internationalen Wettbewerb? Sehen Sie da nicht gewisse Risiken?

Béla Waldhauser: Ja, das sehe ich sehr wohl. Die Stromkosten in Deutschland sind so hoch, dass viele Kunden nach Alternativen außerhalb Deutschlands suchen.

Dazu muss man wissen, dass ein Rechenzentrum für einen Hyperscaler nichts anderes ist als eine Fabrik. Und die Produktionskosten müssen bei gleicher Qualität so niedrig wie möglich sein. Das ist in jeder Fabrik auf dieser Welt genau das Gleiche. Für mich ist ein Rechenzentrum nichts anderes als solch eine Fabrik, in unserem Fall für die Verarbeitung und Speicherung von Daten.

Was bedeutet es für den Standort Deutschland?

Béla Waldhauser: Wir haben in Europa die Situation gehabt, dass Deutschland als Industriestandort für viele Dinge zu teuer wurde, also sind viele Unternehmen offshore gegangen. Heute werden zum Beispiel in Deutschland kaum noch Textilien produziert, dass findet alles in Asien statt. Ein ähnliches Beispiel gilt für die Automobilhersteller, die zum Beispiel nach Tschechien, Ungarn oder Polen gehen, um dort zu produzieren, weil es preiswerter ist. Und dieses Risiko sehe ich auch im Bereich Rechenzentrum; denn die Hyperscaler werden sich sehr genau anschauen, wo sie ihre Rechen- und Datenfabrik hinstellen. Aber auch, ob sie diese selber bauen und betreiben wollen oder nicht.

Was könnte die Politik denn konkret unternehmen, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern?

Béla Waldhauser:: Wir haben vor gut drei Jahren die Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland gegründet, deren Sprecher ich bin. Digitale-infrastrukturen.net. Wir haben zehn politische Forderungen aufgestellt.

Für mich das Allerwichtigste ist, dass die Entscheider in Politik und Wirtschaft endlich erkennen, wie wichtig die digitalen Infrastrukturen für unser Land sind. Sie sind für mich genauso wichtig wie Straßen, Autobahnen, das Schienennetz der Deutschen Bundesbahn, oder Flughäfen und Häfen. Ohne eine leistungsfähige digitale Infrastruktur kann eine Wirtschaftsnation wie unsere nicht wettbewerbsfähig sein.

Corona hat uns bei unserer Mission geholfen. Denn jetzt haben alle gesehen, dass es ohne digitale Infrastruktur nicht geht. Wenn ich mir überlege, dass wir Corona vor 15 Jahren gehabt hätten, das Ganze mit Home-Office und Home-Schooling hätte so nie funktioniert.

Dieses Jahr haben wir wieder eine Bundestagswahl in Deutschland und ich habe erste Entwürfe gesehen für die parteipolitischen Positionen. Dort steht viel mehr über digitale Infrastrukturen drin als noch vor vier Jahren und wir bekommen hoffentlich ein Digitalministerium. Diese Entscheidung war schon vor vier Jahren überfällig.

In dem Impromptu-Interview mit Chefredakteurin Ulrike Ostler geht Dr. Béla Waldhauser auch auf den Innovationsdruck ein, dem die Rechenzentren heute unterliegen.

*Das verschriftliche Interview basiert auf Recherchen von Anna Kobylinska und Filipe Pereia Martins. Das Autoren-Duo arbeitet für McKinley Denali Inc. (USA)

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