VMs weg, instabile Server, fehlende Treiber

12 Showstopper bei Migration auf Windows Server 2016

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Eine Migration zu Windows Server 2016 bietet viele Stolperfallen und Rutschgefahren. Das Dutzend, das am wichtigsten ist, stellt Thomas Joos vor.
Eine Migration zu Windows Server 2016 bietet viele Stolperfallen und Rutschgefahren. Das Dutzend, das am wichtigsten ist, stellt Thomas Joos vor. (Bild: @R. Gino Santa Maria - ShutterFree, L.L.C./ Fotololia.com)

Einfach einmal ´drauf los migrieren – funktioniert nie. Bei einem Wechsel auf „Windows Server 2016“ ist das nicht anders. Denn bei der Migration kann es zu ernsthaften Problemen kommen, die die Server-Dienste und damit die Leistung der Anwender beeinträchtigen. Und manchmal sperren sich Admins einfach aus. Nichts geht mehr.

Auch wenn viele Funktionen in Windows Server 2016 ähnlich funktionieren, wie in den Vorgängerversionen „Windows Server 2012/2012 R2“ oder gar in „Windows Server 2008 R2“, lauern bei der Umstellung zur neuen Version Gefahren. Mit wenigen Mausklicks lassen sich unter Umständen sehr schnell weite Teile des Netzwerks außer Funktion setzen oder zumindest ausbremsen.

Nach der Aktualisierung der VM-Version sind VMs zwar nicht mehr kompatibel mit Windows Server 2012 R2, können aber die neuen Funktionen von Windows Server 2016 nutzen.
Nach der Aktualisierung der VM-Version sind VMs zwar nicht mehr kompatibel mit Windows Server 2012 R2, können aber die neuen Funktionen von Windows Server 2016 nutzen. (Bild: Microsoft/Thomas Joos)

1. Achtung bei der Umstellung der VM-Version

Windows Server 2016 bietet eine neue Version von virtuellen Maschinen (VMs) . Ab Version 8.0 können VMs in Windows Server 2016 die neuen Produktions-Snapshots nutzen sowie die neuen und wesentlich schnelleren Konfigurationsdateien. Allerdings sind VMs mit der Version 8.0 nicht mehr kompatibel zu den Vorgängerversionen, inklusive Windows Server 2012 R2. Wer die Version zu schnell aktualisiert, sperrt Windows Server 2012 R2 also aus.

Nach der Aktualisierung eines Cluster zu Windows Server 2016, wird er auf den neuen Modus aktualisiert. Ältere Knoten sind dann nicht mehr integrierbar.
Nach der Aktualisierung eines Cluster zu Windows Server 2016, wird er auf den neuen Modus aktualisiert. Ältere Knoten sind dann nicht mehr integrierbar. (Bild: Microsoft/Thomas Joos)

2. Cluster-Update mit Cluster Rolling Upgrade

Cluster lassen sich im laufenden Betrieb von Windows Server 2012 R2 zu Windows Server 2016 aktualisieren. Da bei diesem Vorgang aber der produktive Cluster verwendet und aktualisiert wird, kann es zu Problemen kommen, wenn ein Knoten mit Windows Server 2016 nicht optimal eingebunden werden kann. Aktualisieren Administratoren zu früh die Cluster-Version zu Windows Server 2016, werden alle älteren Cluster-Knoten ausgesperrt. Hier müssen Administratoren also sehr gut aufpassen.

Microsoft warnt vor der Aktualisierung eines Servers und empfiehlt die Neuinstallation von Servern.
Microsoft warnt vor der Aktualisierung eines Servers und empfiehlt die Neuinstallation von Servern. (Bild: Microsoft/ Thomas Joos)

3. Vorsicht bei der Aktualisierung von Windows Server 2012/2012 R2

Windows Server 2012/2012 R2 lassen sich direkt zu Windows Server 2016 aktualisieren. Allerdings kann es dabei zu unvorhersehbaren Problemen kommen. Der Installations-Assistent überprüft zwar vor der Aktualisierung einige Bereiche, allerdings garantiert das nicht, dass die Aktualisierung gelingt. Das ist auch der Grund warum Microsoft eine Neuinstallation bestehender Server empfiehlt und von der direkten Aktualisierung abrät.

4. Tod und Teufel durch veraltete Systemprogramme und Treiber

Systemprogramme wie Datensicherungen und Treiber, die mit Windows Server 2012 R2 funktionieren, sind nicht unbedingt kompatibel mit Windows Server 2016. Neue Versionen sind kompatibel, dafür besteht die Gefahr, dass die neue Version fehlerhaft ist. Vor einer Aktualisierung ist es also empfehlenswert Treiber und Systemprogramme zu aktualisieren und ausgiebig zu testen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass ein Server nicht stabil funktioniert oder Daten verloren gehen.

5. Core-Server und grafische Oberfläche nicht mehr flexibel steuerbar

In Windows Server 2012 R2 konnten Core-Server zu herkömmlich installierten Servern umgewandelt werden und umgekehrt. Das ist in Windows Server 2016 nicht mehr möglich. Installieren Administratoren einen Core-Server, muss der Server neu installiert werden, wenn die grafische Oberfläche benötigt wird. Das gilt auch für Server mit grafischer Benutzeroberfläche. Diese lässt sich in Windows Server 2016 nicht mehr deinstallieren.

Vor der Aktualisierung des Betriebsmodus von Domäne und Gesamtstruktur sollten Administratoren sehr sorgfältig planen.
Vor der Aktualisierung des Betriebsmodus von Domäne und Gesamtstruktur sollten Administratoren sehr sorgfältig planen. (Bild: Microsoft/Thomas Joos)

6. Funktionsmodus der Domäne und Gesamtstruktur beachten

Aktualisieren Administratoren den Funktionsmodus von Domänen oder Gesamtstrukturen auf „Windows Server 2016“ lassen sich keine älteren Domänen-Controller mehr integrieren. Datensicherungen älterer Domänen-Controller sind in diesem Fall wertlos. Vor der Aktualisierung zu den neuen Funktionsmodi sollte daher überprüft werden, ob die Aktualisierung des Modus notwendig ist, und wenn ja, was dabei berücksichtigt werden muss.

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7. Microsoft-Server-Anwendungen sind inkompatibel

Server-Anwendungen wie „Exchange“ und Co. sind nicht automatisch mit Windows Server 2016 kompatibel, nur weil die Anwendung mit Windows Server 2012 R2 funktioniert. Exchange Server 2016 ist zum Beispiel erst ab CU3 kompatibel mit Windows Server 2016. Administratoren sollten daher jede Server-Anwendung gründlich auf Kompatibilität mit Windows Server 2016 testen und sicherstellen, dass neue Versionen nicht fehlerhaft sind.

8. Remote-Verwaltung von Arbeitsstationen sind unmöglich

Zur Remote-Verwaltung wird auf Servern oft auf die Remote-Server-Verwaltungs-Tools gesetzt. Diese gibt es für „Windows 7“ und „Windows 8.1“. Die Remote-Server-Verwaltungs-Tools (RSAT) für Windows 7 und Windows 8.1 können allerdings nicht die neuen Funktionen von Windows Server 2016 verwalten. Hier müssen Administratoren auf die Remote-Server-Verwaltungs-Tools von „Windows 10“ setzen.

Das heißt: Auch die Arbeitsstationen müssen aktualisiert werden, wenn Admins mit RSAT arbeiten. Mit den älteren RSAT-Versionen ist es nicht empfehlenswert auf Windows Server 2016 zuzugreifen.

Windows Server 2016 erfordert einige Updates nach der Installation. Diese können die Internet-Leitung und das Netzwerk beeinträchtigen.
Windows Server 2016 erfordert einige Updates nach der Installation. Diese können die Internet-Leitung und das Netzwerk beeinträchtigen. (Bild: Microsoft/ Thomas Joos)

9. Zu hohe Netzwerklast durch Updates

Nach der Aktualisierung eines Servers, oder der Neuinstallation von Windows Server 2016, müssen einige Updates installiert werden. Bei vielen Servern im Netzwerk, kann es durchaus passieren, dass durch die Aktualisierung das Netzwerk und die Internet-Leitung beeinträchtigt werden. Es ist daher empfehlenswert, in die Installations-Images von Windows Server 2016 auch die neusten Updates einzubinden oder die Updates früh genug in WSUS zu integrieren.

10. Datenverlust durch falsche Bedienung neuer Funktionen

Windows Server 2016 verfügt über zahlreiche neue Funktionen im Storage-Bereich. Durch die Installation von Funktionen wie „Storage Replica“ oder „Storage Spaces Direct“ sowie der Anbindung von „Microsoft Azure“, kann es schnell zu Problemen kommen, wenn Administratoren bei der Verwendung von neuen Funktionen nicht sorgfältig vorgehen. Neue Funktionen sollten erst ausführlich in einer Testumgebung getestet werden, bevor diese im Netzwerk freigeschaltet werden?

11. Fehlende Funktionen in der Standard-Edition

In Windows Server 2012 R2 verfügt die Standard-Edition über die gleichen Funktionen, wie die Datacenter-Edition. Das ist in Windows Server 2016 nicht mehr so. Microsoft hat mit Windows Server 2016 Unterschiede in den Storage-Funktionen integriert.

So unterstützt nur die „Datacenter Edition“ alle Funktionen. In der Standard-Edition gibt es weder Storage Spaces Direct, noch Storage Replica. Auch „Shield Virtual Machines“ fehlen in der Standard-Edition.

Die anderen Funktionen hat Microsoft auch in der Standard-Edition integriert. Diese verfügt zum Beispiel ebenfalls über die Container-Technologie und die „Nano“-Installation. Allerdings muss hier beim Einsatz der „Hyper-V“-Container darauf geachtet werden, dass eine Lizenz der Standard-Edition auch nur zwei Container erlaubt, da nur zwei Virtuelle MMaschinen erlaubt sind.

Nano-Server sind an Software Assurance gebunden. Hier gelten die gleichen lizenzrechtlichtlichen Punkte, wie bei herkömmlich installierten Servern mit Windows Server 2016.

12. Cloud-Dienste wie Azure Backup oder Azure Site Recovery funktionieren nicht mehr

Nicht alle Cloud-Dienste in Microsoft Azure unterstützen bereits Windows Server 2016. Setzen Unternehmen auf „Azure Site Recovery“ zur Replikation von VMs, lässt sich der dazu notwendige Agent nicht auf Windows Server 2016 installieren. Das gilt auch für „Azure Backup“. Vor einer Aktualisierung zu Windows Server 2016 sollte daher darauf geachtet werden, dass alle eingesetzten Cloud-Dienste kompatibel zum neuen Betriebssystem sind.

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posted am 17.11.2016 um 15:55 von Unregistriert


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