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Bis zu 75 Prozent weniger Strom Startup Bamboo Systems bringt Server mit NXP-ARM-Chips auf den Markt

| Autor: Ulrike Ostler

Bamboo Systems, zuvor unter dem Namen Kaleao bekannt, bringt einen Server der „B1000N“-Serie heraus, der mit NXP-ARM-Chips ausgestattet ist. Die Server basieren auf der hauseigenen „Parallel ARM Node Designed Architecture“ (Panda) und sind für die Parallelverarbeitung konzipiert. Jedes Gehäuse für eine Höheneinheit kann bis zu zwei Blades mit jeweils vier Servern aufnehmen.

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Vergleichsweise unscheinbar von außen, doch dank „Parallel ARM Node Designed Architecture“ mit revolutionärem Innenleben: Der „B1000N“-Server von Bamboo Systems.
Vergleichsweise unscheinbar von außen, doch dank „Parallel ARM Node Designed Architecture“ mit revolutionärem Innenleben: Der „B1000N“-Server von Bamboo Systems.
(Bild: Bamboo Systems)

Die Server umfassen einen „NXP Layerscape LX2160A“ mit 16 „Cortex-A72“-CPU-Kernen, die mit bis zu 2,2 Gigahertz (GHz) laufen. Ein vollständig spezifiziertes B1008N-Gehäuse bietet 128 Kerne, 16 DDR4-Speicherkanäle bis 512 Gigabyte DRAM und 64 Terabyte NVMe-Speicher.

Das Unternehmen, das sich auf Microservice-Workloads konzentriert, gibt an, dass die Server bis zu 75 Prozent weniger Strom verbrauchen als vergleichbare Intel-Systeme und dabei nur halb so viel kosten wie ein entsprechender Dell-Server.

Bamboo-Systems-CEO Tony Craythorne betont: „Alle anderen haben gerade einen Arm-Prozessor genommen und ihn in einen Intel-Sockel gesteckt.“ Das Bamboo-Vorgehen sei anders und könne auf Funktionen wie Remote-Link-Ports und serielle Schnittstellen verzichten. Damit werde Rechenleistung frei und der Energieverbrauch reduziert.

„Panda“ steht für Parallel ARM Node Designed Architecture und soll Computing mit extrem hohem Durchsatz durch ein beispielloses Verhältnis von Speicher-Controllern zu Kernen ermöglichen, das den Speicherengpass reduziert.
„Panda“ steht für Parallel ARM Node Designed Architecture und soll Computing mit extrem hohem Durchsatz durch ein beispielloses Verhältnis von Speicher-Controllern zu Kernen ermöglichen, das den Speicherengpass reduziert.
(Bild: Bamboo Systems)

Zudem brauche Panda keine Haupt-CPU für die Steuerung von Netzwerk und Speicher. Panda-basierte Server verlagern die Netzwerk- und Speicher-E/A auf einen separaten Prozessor, wodurch das System sicherer werde und die Datenlokalisierung durch direkten Zugriff auf große Speichermengen möglich. Der Durchsatz, den das Disaggregieren erlaubt, sei ziemlich „umwerfend“.

Außerdem erlaube der Verzicht auf den einen riesigen Chip, der alles erledige, dass viel mehr Prozessoren und Server in einem kleineren Footprint unterkommen könnten. „Wir haben mehrere kleinere Chips und kleinere Knoten, die in der Lage sind, die Anwendungen viel effizienter auszuführen“, so Craythorne.

Eine vollständige Konfiguration

Somit kann jedes B1000N-System entweder mit einem oder zwei Blades in einer Höheneinheit konfiguriert werden, wobei jedes Blade vier Rechenknoten und einen nicht blockierenden eingebetteten L3-Switch enthält, der zwei 40-Gigabit-QSFP-Uplink-Ports freigibt. Jeder Rechenknoten ist ein unabhängiger ARM-basierter Server, auf dem Linux oder andere konforme Betriebssysteme ausgeführt werden können. Die Knoten verwenden ein „Solidrun COM Express Typ 7“- Modul, das das NXP Semiconductors „Layerscape LX2160A“ mit 16 „ARM Cortex-A72“ Prozessoren mit bis zu 64 Gigabyte DDR4 ECC DRAM, hardwarebeschleunigten dualen Netzwerkschnittstellen mit 10 Gigabit pro Sekunde (GB/s) und einem integrierten PCIe NVMe-Laufwerk mit bis zu 8 Terabyte verwendet.

Ein vollständig konfigurierter B1008N-Rechner besteht aus acht Servern mit 128 Kernen, 16 DDR4-Speicherkanälen bis 512 Gigabyte DRAM, 24 GB/s bis 64 Terabyte NVMe-Speicher, die über eine Netzwerkbandbreite von 160 Gb/s gespeist werden - alles in einer einzigen Rack-Einheit - zu etwa 50 Prozent der Kosten eines herkömmlichen Intel-basierten Servers.

Bamboo Server verfügen über eine Web-basierte Schnittstelle, die „Pandamonium Management Software“, die auf der REST API von Bamboo für die Integration mit Orchestrierungsplattformen basiert. Die Software bietet die Kontrolle über die Systemkonfiguration, Statusaktualisierungen von Komponenten und die Möglichkeit, einzelne Rechenknoten auszuschalten, wenn sie nicht benutzt werden, was zusätzliche Energie-Einsparungen ermöglicht.

Weitere Pläne

Bamboo ist nicht auf NXP-Chips festgelegt. Untersucht wird derzeit, ob auch die Fujitsu-Entwicklung oder „Nvidia-Ampere“ für die künftigen Rechner-Generationen in Frage kommen. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an Speicher-Devices, die zusätzlich Compute können: „schnelle Speicherboxen mit mit viel Compute-In“.

Möglicherweise nimmt Bamboo auch die Edge-Märkte ins Visier. Wie Craythorne gegenüber „Data Center Dynamics“ bereits bestätigt hat, gibt es bereits einen 8 X 8 Zoll großen Chip, der von den Entwicklern „Server in a box“ genannt werde.

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Über den Autor

 Ulrike Ostler

Ulrike Ostler

Chefredakteurin DataCenter-Insider, DataCenter-Insider