Expertinnen und Experten aus der Luft- und Raumfahrtindustrie haben sich am „GaiaX Hub Deutschland“ zusammengeschlossen, um das Potenzial von Datenökosystemen zu erschließen und die digitale Zusammenarbeit in der Branche zu verbessern.
Die Domäne Luft- und Raumfahrt am GaiaX Hub Deutschland hat ihre Arbeit aufgenommen.
(Bild: GaiaX Hub)
Die Arbeitsgruppe der Luft- & Raumfahrtbranche will Forschungseinrichtungen, Konzernen, Mittelständlern und Start-ups ermöglichen, sensible Daten sicher und souverän in internationalen Projekten auszutauschen. Geleitet wird die neue Domäne von Caroline Lange vom Institut für Raumfahrtsysteme am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie von Arno Scheidereiter, Gründer und CEO von Neusta Aerospace, einem spezialisierten Software-Entwickler und IT-Dienstleister der Neusta-Gruppe.
Beide Domänenpaten bringen umfangreiche Erfahrung aus Digitalisierungsprojekten mit und streben danach, Datensilos in ihrer Branche aufzulösen. Lange betont: „Wir haben in der Vergangenheit aufgrund hoher Sicherheitsstandards Schwierigkeiten bei der Einführung digitaler Innovationen gehabt. Trotzdem müssen wir von papierbasierten oder teildigitalisierten Abläufen in Hochtechnologieprojekten wegkommen.“ Nach Langes Überzeugung bietet GaiaX hierfür einen Rahmen mit klaren Regeln und offenen Technologien, um Daten souverän zu teilen und jederzeit die Hoheit über die eigenen Daten zu wahren.
Unabhängigkeit von einzelnen Plattformen
Die Experten befürworten GaiaX auch aus strategischen und geopolitischen Gründen und sehen eine zentrale Plattform für den Datenaustausch kritisch. Scheidereiter ergänzt: „Eine Cloud für Luft- und Raumfahrt in der Hand eines einzelnen Anbieters wäre ein unvertretbares Risiko. Mit dem föderierten und dezentralen Ansatz von GaiaX können wir die Wertschöpfungsnetzwerke unserer Branche authentisch und im Einklang mit europäischen Interessen abbilden, ohne uns von einzelnen Akteuren abhängig zu machen.“
Das Gaia-X-Leuchtturmprojekt „Cooperants“ (kurz für: Collaborative Processes and Services for Aeronautics and Space) liefert bereits erste Erfahrungen mit Datenökosystemen in der Branche. Lange, als Konsortialleiterin des Projekts, und Scheidereiter, als Konsortialpartner, wollen im Rahmen der Domänenarbeit die Erkenntnisse und Ergebnisse aus Cooperants für die gesamte Branche nutzbar machen, insbesondere im Hinblick auf die Interoperabilität von Systemen und Datenquellen.
Ihr Ziel ist es, den Aufbau einer souveränen Dateninfrastruktur zu unterstützen, die die digitale Zusammenarbeit über den gesamten Produktlebenszyklus von Raumfahrzeugen oder Flugzeugen ermöglicht.
Seit seiner Gründung 2020 ist der GaiaX Hub Deutschland eine Anlaufstelle für alle, die sich mit dem Austausch von Daten in offenen Datenökosystemen beschäftigen möchten. Sein Ziel ist es, den Aufbau einer internationalen Datenökonomie zu unterstützen, die im Einklang mit europäischen Werten und Wirtschaftsstrukturen steht.
Als Netzwerkplattform intendiert der Hub Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammenzubringen, um Erfahrungen auszutauschen, Erkenntnisse zu gewinnen und gemeinsam in die Praxis umzusetzen. Neben dem deutschen GaiaX Hub gibt es derzeit vierzehn weitere nationale Hubs innerhalb der EU sowie drei außerhalb Europas.
Nächste Domänensitzung im September
Die Branchenarbeitsgruppe am GaiaX Hub trifft sich alle acht Wochen. Das kommende virtuelle Arbeitstreffen findet am 11. September statt. Interessenten können sich gerne bei Kathrin Beckers, zuständige Referentin für die Domäne Luft & Raumfahrt, anmelden
Die Arbeitsgruppe am GaiaX Hub plant, weitere Fallbeispiele zu entwickeln und Experten sowie Projekte aus der Branche zu vernetzen. „Der Gaia-X Hub bietet der Luft- und Raumfahrtindustrie eine Plattform für Pioniere, die die Digitalisierung ihrer Branche vorantreiben“, bekräftigt Jan Fischer, Leiter des GaiaX Hub Deutschland. „Dazu geben wir einen Überblick, welche Teams bereits an relevanten Projekten und Technologien arbeiten und stellen Kontakte zu Akteuren in anderen Branchen und europäischen Ländern her“, so Fischer.
Stand: 08.12.2025
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