Cybersicherheit im Re­chen­zen­t­rum Jedes fünfte Steuerungssystem im Re­chen­zen­t­rum ist angreifbar

Quelle: Pressemitteilung Claroty 2 min Lesedauer

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Stromversorgung, Kühlung und Gebäudemanagement gelten als vom Internet getrennte Bereiche. Eine Analyse von Claroty zeigt aber, dass viele cyberphysische Systeme in Re­chen­zen­t­ren für Angreifer erreichbar sind.

Viele Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung stammen aus Umgebungen, in denen lange Lebenszyklen und ältere Kommunikationsprotokolle auf moderne Security-Anforderungen treffen.(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Viele Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung stammen aus Umgebungen, in denen lange Lebenszyklen und ältere Kommunikationsprotokolle auf moderne Security-Anforderungen treffen.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

„Team82“, die Forschungsabteilung von Claroty, hat für den Report „State of CPS Security: Data Center Exposures“ gemeinsam mit Datenwissenschaftlern mehr als 750.000 cyberphysische Systeme (CPS) in den weltweit größten Re­chen­zen­t­ren untersucht.

Das Ergebnis: Jedes fünfte untersuchte Steuerungs- und Automatisierungssystem in Re­chen­zen­t­ren befindet sich nur einen Schritt („Hop“) von einer riskanten Verbindung zum öf­fent­lich­en Internet entfernt.Claroty fasst die Systeme als cyberphysische Systeme (CPS) zusammen. Am stärksten betroffen sind Stromverteilungseinheiten (PDUs) mit 41 Prozent sowie Kühlsysteme mit 32 Prozent.

Wie real dieses Risiko ist, zeigte laut Report ein Fall aus dem April 2026: Die Hacktivisten-Gruppe „Killnet“ soll sich Zugriff auf rund 120.000 unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) im französischen Stor-Re­chen­zen­t­rum und beim Zulieferer Alpha Technologies verschafft haben.

Das Gebäudemanagement kommuniziert unverschlüsselt

Bei Gebäudemanagementsystemen (BMS; kurz für Building Management System) sind laut Report 88 Prozent über unsichere Protokolle erreichbar, 40 Prozent laufen zusätzlich mit veralteter Firmware. Mehr als 80 Prozent der Systeme für Operational Technology (OT), Stromüberwachung und Internet of Things (IoT) kommunizieren über veraltete Protokolle wie „Bacnet“ und „Modbus“, die ohne Authentifizierung auskommen.

Laut Report setzten 83 Prozent der Re­chen­zen­t­ren bei OT-Systemen auf „Modbus“. 23 Prozent der IoT-Geräte weisen zudem bereits bekannte, aktiv ausgenutzte Sicherheitslücken (Known Exploited Vulnerabilities, KEV) auf.

Vier Empfehlungen für Betreiber

Claroty rät Re­chen­zen­t­rumsbetreibern daher zu vier Maßnahmen:

  • einem kontinuierlichen Exposure Management zur Erfassung interner Angriffspfade,
  • einer Zero-Trust-Netzwerksegmentierung zur Eindämmung lateraler Bewegungen,
  • einer gezielten Härtung der Gebäudemanagementsysteme
  • und einer protokollbasierten Bedrohungserkennung.

Amir Preminger, CTO von Claroty, erklärt, Re­chen­zen­t­ren hätten sich zur kritischen In­f­ra­struk­tur entwickelt. Angreifer erkennten den Wert, den eine Störung des Betriebs mit sich bringe. Der Schutz von Re­chen­zen­t­ren sei vor allem aufgrund des KI-Booms und mit Blick auf die wirtschaftliche und nationale Sicherheit von gesellschaftlicher Bedeutung.

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