Der Umgang mit den VMware-Tools in Text und Video

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Verwalten und Aktualisieren der VMware-Tools

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Ulrike Ostler

Thomas Drilling beschreibt in Wort, Bildern und Video, wie Administratoren mit VMware-Tools umgehen sollten.
Thomas Drilling beschreibt in Wort, Bildern und Video, wie Administratoren mit VMware-Tools umgehen sollten. (Bild: VMware/gemeinfrei - Stefan Schweihofer auf Pixabay)

Mit dem aktuellen HTML5-Client in „vSphere 6.7 U2a“ gelingt das Bereitstellen, Verwalten und Aktualisieren der VMware-Tools, zum Beispiel über den „VMware Update Manager“ (VUM) noch komfortabler. Dazu sollten Nutzer allerdings verstehen, wie die VMware-Tools auf das System gelangen beziehungsweise wie der Lifecycle der VMware-Tools aussieht.

Zu den wichtigsten Schritten im Verlauf eines „vSphere“-Aktualisierungsprozesses gehört (nach der Aktualisierung von „vCenter“ und virtuellen „ESXi“-Hosts) das Aktualisieren der virtuellen Maschinen. Hiermit ist nicht das Patchen der Gast-Betriebssysteme gemeint (hierfür kommen nach wie vor Bordmittel wie „yum“, „apt“ oder „Windows Update“ zum Einsatz), sondern das Aktualisieren der VMware-Tools und der virtuellen VMware-Hardware (häufig auch als VM-Hardwarekompatibilität bezeichnet). Seit der Version „vSphere 6.7 U1“ können beide Schritte im neuen HTML5-basierten VMware vSphere Client erledigt werden.

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28.11.18 - Nur wenige Tage vor dem Start der diesjährigen „VMworld Europe“, vor Kurzem in Barcelona, hat VMware das bereits auf der „VMworld US“ angekündigte „vSphere 6.7 Update 1“ freigegeben. Was steckt darin? lesen

Lässt man CLI-/Script-basierten Verfahren außen acht, gibt es mehrere Methoden zur Installation und /oder Aktualisierung der VMware-Tools. Alle setzen voraus, dass passende ISO-Images mit den Installations-Dateien für die VMware-Tools in einen Host-spezifischen „productLocker“-Ordner bereit stehen.

Installiert der Nutzer ESXi auf Basis eines Image-Profils, das die VMware-Tools enthält, werden die ISO automatisch im für diesen Ordner vorgesehenen Standard-Pfad kopiert. Konfiguriert er dagegen ein eigenes gemeinsam genutztes Verzeichnis für die Tools-Images, muss er sie gegebenenfalls initial dort bereitstellen. Dies kann vor allem dann kompliziert sein, wenn man einen Reboot der ESXi-Hosts vermeiden möchte. Was die reine Installation der Tools im Gast betrifft, sind folgende Methoden verfügbar:

  • manuelle Bereitstellung und Installation/Aktualisierung über den vSphere Client (Linux und Windows)
  • automatische Aktualisierung über den vSphere Client
  • automatische Installation und Aktualisierung über das Paket-Management unterstützter Linux-Gastsysteme (Guest Managed)
  • automatisch und zentral über den Update Manager (VUM)
Neue virtuelle Hardware in VMware vSphere ESXi 6.7

Evolution im Stillen - Video und Text von Thomas Drilling

Neue virtuelle Hardware in VMware vSphere ESXi 6.7

25.03.19 - Mit jeder jüngsten „ESXi“-Version aktualisiert VMware üblicherweise auch die so genannte VM-Kompatibilität. Diese umfasst sowohl die verfügbare VMware-Tools-Version, als auch die von ESXi am Host unterstützte Hardware und die virtuelle Hardware, welche letztendlich vom Host-Support abhängt. Auch wenn ein virtualisierte Server viele Jahre zufriedenstellen läuft, lohnt es sich doch ab und an, einen Blick auf die gebotenen Neuerungen zu werfen. lesen

VMware Tool Basics

Dass die VMware-Tools extrem wichtig für den störungsfreien Betrieb einer vSphere-Umgebung sind, sollte sich herumgesprochen haben. Am wichtigsten ist dabei die Bereitstellung des „Balloon“-Treibers für die dynamische Gast-Arbeitsspeicherverwaltung. Nur dieser Treiber erlaubt es einen ESXi-Host, an Gastsysteme zugewiesenen Arbeitsspeicher zurückzuholen, ohne Host-seitiges Swapping zu veranlassen.

Obwohl sich die meisten ESXi-Anwender der Wichtigkeit der VMware-Tools bewusst sind, sind die Tools häufig „out of date“, wofür es verschiedene Ursachen geben kann. Diese zu ergründen erfordert ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweise. Grundsätzlich gibt es in jeder ESXi-Installation einen „productLocker“-Ordner mit den beiden Unterordnern „vmtools“ und „floppies“. Man findet ihn ausgehend vom ESXi-Basis-Verzeichnis auf mehreren „Wegen“.

So stecken im Ordner „vmimages“ des Hauptverzeichnisses zwei Symlinks „floppies“ und „tools-isoimages“. Ersterer zeigt auf „/locker/packages/<ESXi-Version>/floppies“ und der Zweite auf „/locker/packages/<ESXi-Version>/vmtools“, wobei /locker auf /store verweist und der ebenfalls im Hauptverzeichnis zu findende Symlink „/productLocker“ direkt auf „/locker/packages/<ESXi-Version>“ zeigt. Mit einen einem grafischen SFTP-Client …(siehe: Abbildung 1)

…. oder der Kommandozeile (siehe Abbildung 2) lassen sich die Zusammenhänge leicht erkennen. Dies zeigt sich auch, wenn man das ISO manuell in ein virtuelles CDROM-Laufwerk einlegen möchte (sie: Abbildung 3).

Konfigurierbar ist dieser Pfad über den Host-spezifischen erweiterten Paramater „UserVars.ProductLockerLocation“. Durch Anpassen des erweiterten Parameters „ScratchConfig.ConfiguredScratchLocation“ oder „ScratchConfig.CurrentScratchLocation“ kann man zum Beispiel im Falle eines auf einem USB-Stick installierten Hypervisors auch den gesamten Scratch-Bereich auf einen VMFS-Datastore umbiegen.

Hierbei kann es sich wahlweise um einen lokalen Datastore oder sogar Shared-Storage handeln. Dies erklärt dann auch den schon erwähnten Symlink „/store“, der dann auf das zugehörige (VMFS)-Volume zeigt. Man erschließt sich damit zwar mehr Platz auf einem etwaigen SAN-Volume und gegebenenfalls auch eine höhere I/O-Leistung, nichtsdestotrotz bleiben Scratch-Daten eine Host-spezifische Angelegenheit; das heißt: Man benötigt dann unter Umständen für jeden ESXi-Host ein passendes Unterverzeichnis auf dem Speicher-Volume.

Die beiden Unterordner „vmtools“ und „floppies“ enthaltendie Dateien, die zum Installieren und Aktualisieren von VMware-Tools auf allen VMs und jeweiligen ESXi-Host verwendet werden.
Die beiden Unterordner „vmtools“ und „floppies“ enthaltendie Dateien, die zum Installieren und Aktualisieren von VMware-Tools auf allen VMs und jeweiligen ESXi-Host verwendet werden. (Bild: Vmware/ Thomas Drilling)

Die beiden Unterordner „vmtools“ und „floppies“ enthalten im Prinzip die Dateien, die zum Installieren und Aktualisieren von VMware-Tools auf allen VMs auf dem jeweiligen ESXi-Host verwendet werden. Im Ordner „vmtools“ befinden sich die ISOs, welche dem jeweiligen Gastbetriebssystem zur Installation der Tools angehängt (gemountet) werden sowie die zugehörigen Signaturdateien (SIG), welche verhindern/prüfen, dass die ISOs manipulieren oder verändert wurden.

Außerdem gibt es hier stets eine „MANIFEST“-Datei, die die Namen, Versionen und Ressourcen der Dateien/Treiber in den Tools beschreibt. Der Ordner „floppies“ enthält virtuelle Disketten-Images, die von bestimmten Betriebssystemen zum Installieren bestimmter Treiber / Funktionen verwendet werden. Aus den geschilderten Zusammenhängen wird klar, dass man in gemischten Umgebungen für jede Version von ESXi prinzipiell auch eine spezifische Version der VMware-Tools im Ordner productLocker vorhalten muss beziehungsweise musste.

Mit neueren VMware-Tools ab Version 10 entspannte sich die Lage, da deren Release-Zyklus seitdem unabhängig von der ESXi-Version ist. Trotzdem sollte man sich über die Zusammenhänge im Klaren sein. Läuft beispielsweise eine VM auf einem bestimmten Host mit ESXi 5.5 und man aktualisiert die VMware-Tools dieser VM über den Web-Client, wird dieser anschließend melden, dass die VMware-Tools aktuell sind und ausgeführt werden.

Überprüfung in der Interoperabilitätsmatrix von VMware.
Überprüfung in der Interoperabilitätsmatrix von VMware. (Bild: VMware/Thomas Drillling)

Verschiebt man aber diese VM auf einen anderen Host in der Umgebung, der sich in der Version von dem Host unterscheidet, auf dem diese VM ursprünglich ausgeführt wurde (etwa 6.5), wird im Web Client „VMware-Tools: Running (Out-of-Date)“ angezeigt. Für eine angedachte Standardisierung der Tools muss man wissen, dass diese bis zu einer bestimmten Version abwärtskompatibel sind, was die Interoperabilitätsmatrix offenbart.

Hier ist auch zu erkennen, dass die VMware-Tools bis zur Version 10.0 an die ESXI-Version gekoppelt war (Zeile VMware-Tools from VMware ESX/ESXi 6.0). Hat man also eine gemischte Umgebung und möchte, dass alle Hosts dieselbe Version der Tools aktualisieren, lässt sich der Matrix entnehmen, dass beispielsweise die VMware-Tools 10.3.0 mit allen ESXI-Version bis zur Version 5.5 kompatibel sind.

Hat man sich auf diese Weise die gewünschte Version der VMware-Tools ausgesucht, muss man sie nur vom VMware-Download-Server beziehen. Optional findet man sie beim Download des Hypervisors im Reiter „Treiber und Tools“. Danach muss man sich überlegen, „wie“ und „wo“ man die Tools am besten platziert und danach den oben erwähnten Locker-Pfad bestimmen. So lassen auch häufigere und damit aktuellere Versionen der Tools losgelöst von der Host-Upgrade-Strategie bereitzustellen.

In ganz kleinen Umgebungen kann man die VMware-Tools auch auf einem Fileserver oder ISO-Datastore bereithalten und das jeweilige ISO bei ausgewählten VMs manuell als virtuelles CD-laufwerk einbinden. Bei Windows-VMs leitet das Mounten des ISOs eine automatische Installation ein, bei Linux-VMs muss man selbst tätig sein, sofern man nicht die Gast-verwalteten Tools (open-vm-tools) über den Paketmanager seiner Distribution verwenden kann.

VMware-Tools installieren

Eleganter gelingt das Installieren und Aktualisieren der Tools allerdings über den Web-Client beziehungsweise vSphere-Client. Hier finden sich entsprechende Kontextmenüs unterhalb des Menüs „Gastbetriebssystem“ im Navigator (siehe: Abbildung 4).

Auch die Remote-Console VMRC (siehe: Abbildung 5) und die HTML5-Console (siehe: Abbildung 6) des Host-Client bieten entsprechende Menüs zu Mounten/Installieren der VMware-Tools.

VMware-Tools aktualisieren

Wichtiger als das initiale Installieren der Tools ist ein regelmäßiges Aktualisieren. Auch dieser Vorgang lässt sich über den Web Client oder vSphere Client automatisieren. Hierzu wechselt man in den Einstellungs-Dialog der VM, klickt dann auf den Reiter „VM-Optionen“, entfaltet den Knoten bei „VMware-Tools“ und setzt das Häkchen bei „VMware-Tools vor jedem Einschaltvorgang prüfen und aktualisieren“ (siehe: Abbildung 7). Das Prüfen und Aktualisieren geschieht selbstverständlich immer nur gegen die im productLocker vorgehaltene Version.

Bei VMware-Tools < 10.0 verzichteten viele Anwender zugunsten des Update Manger VUM auf diese Möglichkeit, weil die „alten“ VMware-Tools bei einer Aktualisierung einen Reboot nach sich zogen. Dies ist zwar auch beim VUM und „alten“ VMware-Tools nicht zu vermeiden, allerdings wird man hier das Aktualisieren der betreffenden VMs zwangsläufig in ein kontrolliertes Wartungsfenster legen. Zur Erinnerung: Bei Linux-VMs mit Gast-verwalteten Tools erübrigt sich dieser Vorgang, da die VMware-Tools hier über das Paketmanagement der Distribution verwaltet werden.

VMware-Tools mit VUM

VMware vSphere Update Manager kann nicht nur Hosts aktualisieren oder ein Host-Upgrade automatisieren, sondern auch virtuelle Maschine. Das Patch-Management virtueller Maschinen umfasst die virtuelle Hardwareversion und die VMware-Tools.

Hierzu markiert man den gewünschten Host in der Host&Cluster-Ansicht und wechselt dann im vSphere-Client zu Reiter „Updates“, sozusagen der Compliance-Ansicht des VUM für das betreffende Objekt (Cluster, Host, VM). Im Bereich „Überblick“ finden sich Einträge für die drei VUM-Funktionsebenen „Host-Updates“, „VMware-Tools“ und „VM Hardware“. Ferner gibt es die drei „Panes“ „Auf Host installiert“, „Hostübereinstimmung“ und „Standardisierungsvorabprüfung“.

vSphere Update Manager (VUM) installieren und konfigurieren

ESXi 6.5-Patch-Management – Teil 1, Video und Text

vSphere Update Manager (VUM) installieren und konfigurieren

11.04.17 - VMware legt seiner Virtualisierungsplattform mit dem „vSphere Update Manager“ (VUM) von je her ein leistungsfähiges Framework für das Verteilen und Einspielen von Patches, sowie das Upgrading des Hypervisors „ESXi“ bei. Dieser ist in „vSphere“-Version 6.5 deutlich einfacher zu handhaben. lesen

In der Abbildung 8 ist auf einem Blick zu erkennen, dass der betreffende Host Version 6.5.0 ausführt und aktuell nicht mir den angehängten Baseline übereinstimmt. Das heißt: Es sind Host-Updates verfügbar, die noch nicht installiert sind. Dies ist für das Verteilen der VMware-Tools nur bedingt wichtig, da wir uns ja in der Interoperabilitätsmatrix davon überzeugt hatte, dass die mit Version 65 U2 geliefert Tools ausreichend sind.

Zum Aktualisieren der VMware Tool klickt man zunächst im Überblicksbereich auf „VMware-Tools“ und erhält beim ersten Mal die Nachricht, dass das Feature VMware-Tools Updates zunächst einmal aktiviert werden muss (siehe: Abbildung 9).

Ist das geschehen präsentiert VUM eine Liste aller „betroffenen“ (je nachdem, ob der Ausgangspunkt „Host“ oder „Cluster“ war) VMs mit dem beiden Spalten „Tools-Status“ und „Automatische Aktualisierung“. Zum Prüfen der Compliance klickt man dann auf „SCAN NOW“.

Der „Tool Status“ kann dann im Ergebnis „Nicht installiert“, “Unbekannt“, „Aktuell“, „Verwaltet durch Gast“, „Version nicht unterstützt“ oder „Upgrade verfügbar“ sein. Letzterer ist dann ein Kandidat, für die Aktualisierbarkeit durch VUM. „Der Status „Aus“ bei der „Automatische Aktualisierung“ bezieht sich auf die bereits beschriebene Funktionalität, die VMware-Tools-Updates im Kontext der virtuellen Maschine zu steuern.

Diese Funktion ist nicht nutzbar, bei Linux-Maschinen, welche die „open-vm-tools“ verwenden und das Tools-Update über ihr eigenes Paket-Management steuern. Dies gilt für nahezu alle VMware-eigenen Appliances wie „VCSA“, „Operations Manager“, „LogInsight“, „Orchestrator“, … .Markiert man eine spezifische VM im Navigator, erhält man im VUM-Dashboard im Abschnitt VMware-Tools auch detailliertere Informationen zum Tools-Status speziell dieser VM (siehe: Abbildung 10).

Zum Aktualisieren einer einzelnen VM oder aller VMs der angezeigten Treffer-Liste bei einem vorher ausgewählten Host oder Cluster klickt man im neuen vSphere-Client auf den Link „PASSEND ZUM HOST AKTUALISIEREN“ (siehe: Abbildung 11).

Man erhält dann einen Hinweis, dass eine VM zum Aktualisieren der Tools möglicherweise eingeschaltet, ausgeschaltet oder mehrmals neu gestartet werden muss. Ferner rät VMware davon ab, virtuelle Appliances (VAs) auf dieser Weise zu aktualisieren, da diese ja über das Paket-Management des Gastes aktualisiert werden (siehe: Abbildung 12) .

Klickt man dann noch einmal auf die Schaltfläche „PASSEND ZUM HOST AKTUALSIIEREN“ wird die Aktualisierung sofort gestartet. Der Nutzer kann aber über „Planungsoptionen“ auch einen Wunschzeitplan für die Aktualisierung der VM/VMs festlegen, um auf dieser Weise zu vermeiden, dass ein etwaiger Reboot „ungelegen“ kommt, wenn man unmittelbar aktualisiert.

Wie das in der Praxis klappt zeigt folgenden Video:

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