Klärung der Grundlagen für Open Banking Readyness

Open-Banking-ready? Red Hat bietet Checkliste

| Redakteur: Ulrike Ostler

Open Banking verspricht eine höhere Effizienz im Betrieb, die letztlich die Digitalisierung und das Eröffnen neuer Geschäftsmöglichkeiten unterstützt. Doch wie gelangen Finanzinstitute dahin?
Open Banking verspricht eine höhere Effizienz im Betrieb, die letztlich die Digitalisierung und das Eröffnen neuer Geschäftsmöglichkeiten unterstützt. Doch wie gelangen Finanzinstitute dahin? (Bild: Tumisu auf Pixabay)

Seit Jahren wird der Begriff Open Banking strapaziert. An Aktualität hat er aber nicht verloren, im Gegenteil: Mit der Umsetzung von PSD2 und der Öffnung des Zahlungsverkehrs auch für Drittanbieter hat sich die Konkurrenzsituation verschärft und die Banken sind gezwungen, schnell mit neuen Angeboten und Services Kunden zu binden. Die Checkliste von Red Hat hilft Instituten, die entscheidenden Fragen stellen, um ihre eigene Open-Banking-Readiness zu ermitteln.

Modernes Banking wird oft mit der Modernisierung von Legacy-Systemen gleichgesetzt. Es geht dabei aber um wesentlich mehr: Ein zentrale Aufgabe ist die Verbesserung der so genannten Customer Experience. Dafür müssen die Finanzinstitute vor allem monolithische, institutionalisierte Prozesse aufbrechen und eine Kultur schaffen, die Innovationen fördert.

Ein offener Ansatz, der durch Technologien wie Open APIs (Application Programming Interfaces), Linux-Container und Hybrid Cloud sowie durch die kulturelle Bereitschaft zu einer offeneren, partnerschaftlichen Zusammenarbeit gestützt wird, kann Finanzdienstleistungsunternehmen dabei helfen, Kunden stärker zu binden und Open Banking gewinnbringend zu nutzen. Nikolai Stankau, Director Business Development, EMEA FSI bei Red Hat, hat eine Checkliste konzipiert, mit der Institute überprüfen können, ob sie zentrale Open-Banking-Voraussetzungen erfüllen.

Die Checkliste umfasst die Bereiche Skills, technologische Basis, Applikationsentwicklung und -bereitstellung sowie Erfolgsmessung.

Skills

Nur die wenigsten Banken verfügen über die internen Ressourcen und das Know-how, um ein offenes API-Ökosystem aufbauen und bereitstellen zu können. Die meisten Institute werden sich somit auf Technologiepartner verlassen müssen, um die Kompetenzlücke zu schließen. Die Fragen, die sich Banken stellen müssen, lauten:

  • Können schnell funktionsübergreifende Teams gebildet werden, die geänderte Geschäftsanforderungen umsetzen?
  • Wie attraktiv ist die eigene Organisation für Entwickler-Talente? Leistet sie Beiträge zur Open-Source-Community?
  • Welche Incentive-Programme werden genutzt, um den Austausch von positiven und negativen Erfahrungen aus der Entwicklung von Prototypen zu fördern?

Technisches Fundament

Open Banking steht auch für eine hohe Agilität. Die schnelle Umsetzung von Änderungen erfordert eine hohe Flexibilität der technischen Basis für API-Anwendungen. Die Fragen lauten:

  • Wie einfach ist es für die Entwickler, auf die benötigten Daten, Tools und Systeme zuzugreifen?
  • Können Entwickler die Daten, Tools und Systeme problemlos nutzen?
  • Ist ein Standardkonzept vorhanden, um API-zentrierte Architekturen für einzelne Komponenten zu erstellen?
  • Wie sieht der Prozess zur Lösung von Problemen aus, die bei der Arbeit an der technologischen Basis auftreten?

Applikationsentwicklung und -bereitstellung

Die effiziente, sichere Nutzung einer offenen API-Umgebung ist eine grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Open-Banking-Strategie. Die Fragen lauten:

  • Können schnell verschiedene Benutzersegmente erstellt, adressiert und unterschiedliche Vertriebskanäle konzipiert werden?
  • Wie einfach ist es für neue Mitarbeiter, APIs zu verwenden? Sind die APIs gut dokumentiert? Gibt es Beispielanwendungen?
  • Welche Richtlinien existieren für die Sicherheit in DevOps?

Erfolgsmessung

Der Erfolg von Open-Banking-Initiativen muss immer an den Geschäftszielen ausgerichtet werden. Entscheidende Fragen sind:

  • Welche Key Performance Indicators (KPIs) werden verwendet, um den Erfolg der Open-Banking-Strategie zu messen?
  • Können verschiedene Gebührenstrukturen für unterschiedliche Zielsegmente definiert werden?
  • Wie wird der Erfolg von Entwicklungsprojekten gemessen?
  • Welche Automatisierungs-Initiativen werden verfolgt?

Laut Stankau wird letztlich kaum ein Finanzdienstleister an einer Open-Banking-Strategie vorbeikommen. Sie sei eine entscheidende Komponente für das Vorantreiben der Digitalisierung und die Verbesserung der operativen Effizienz. Zudem eröffne eine solche Strategie mit einem konsequenten und strukturierten API-Einsatz Finanzinstituten neue Geschäftschancen und ermögliche ihnen produktivere Kooperationen oder komplett neue Geschäftsmodelle.

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