In Memory von SAP läuft bei AWS und Azure

Migration von SAP HANA zu X1 Instanzen in AWS

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Die Migration der In-Memory-Dataenbank SAP HANA in AWS oder Azure ist kein Hexenwerk, so das Fazit des Autors Thomas Joos.
Die Migration der In-Memory-Dataenbank SAP HANA in AWS oder Azure ist kein Hexenwerk, so das Fazit des Autors Thomas Joos. (Bild: ra2studio/ Fotolia.com)

Amazon Web Services (AWS) ist von SAP zertifiziert, Software wie „HANA“ in seiner Cloud bereit zu stellen. AWS unterstützt Unternehmen bei der Migration, und durch die Zertifizierung ist sichergestellt, dass weiterhin Support durch SAP geleistet wird. Eine Alternative bietet „Micrsosoft Azure“.

Amazon Web Services gehören bei SAP zu den zertifizierten IaaS-Plattformen für SAP HANA. In AWS können Unternehmen die In-Memory-Datenbank problemlos hochverfügbar und sehr skalierbar zur Verfügung stellen. Zertifizierte Lösungen empfehlen sich für Unternehmen mit produktiven SAP-HANA-Umgebungen. Für Entwicklungs- und Testumgebungen bietet SAP flexiblere Unterstützungsmöglichkeiten an.

Bei der Einrichtung unterstützt Amazon mit Assistenten. Über eine PDF-Datei sind weitere Informationen verfügbar, wie die Migration durchgeführt werden soll.

X1 - Leistungsstarke Instanzen in Amazon EC2

X1“-Instanzen sind vor allem für sehr leistungsstarke Workloads wie SAP optimiert. Die virtuellen Server werden mit 2.3 Gigahertz „Intel Xeon E7 8880 V3“ (Hashell)-Prozessoren betrieben. Insgesamt lassen sich bis zu 128 virtuelle CPUs konfigurieren.

Die Anbindung an „Amazon Elastic Block Store“ (EBS) erfolgt über 10 Gigabit pro Sekunde(Gbit/s). X1-Instanzen bieten die Möglichkeit für achtfach größeren Speicher als andere Instanzen (1.952 GBit). Die Netzwerkbandbreite der Instanzen beläuft sich auf bis zu 20 Gbit/s

SAP HANA auf Basis von Suse oder Red Hat

Basis der Installation ist ein Linux-Server auf Basis von SUSE Linux Enterprise Server (SLES) oder Red Hat Enterprise Linux (RHEL).

Ergänzendes zum Thema
 
Fazit zu SAP HANA in AWS

SAP unterstützt den Betrieb von HANA in Amazon Web Services.
SAP unterstützt den Betrieb von HANA in Amazon Web Services. (Bild: Bild: AWS)

Die grundlegende Bereitstellung dauert in etwa 25 Minuten bei der Installation auf einem Knoten und 60 Minuten, wenn mehrere Knoten im Einsatz sind. Neben den Quickstart-Assistenten für SAP HANA bietet Amazon Web Services auch einen Assistenten für SAP Business One sowie weitere Lösungen, auch von Microsoft (https://aws.amazon.com/de/quickstart).

Methoden zur Migration von SAP HANA in AWS

SAP bietet verschiedene Optionen an, mit denen Sie zu AWS migrieren können. Mit der klassischen Migration werden die Inhalte einer älteren Datenbank zu SAP HANA in einer neuen Bereitstellung in AWS migriert. Die dazu notwendigen Schritte beschreibt SAP in seiner Anleitung „Classical Migration to SAP HANA“. Die zweite Option ist die „SAP Software Update Manager Database Migration Option“ (SUM/ DMO). Bei dieser Option wird SAP DMO zur Migration in SAP HANA verwendet.

Die Replikation oder das Kopieren der Daten erfolgt entweder über eine sichere VPN-Verbindung, oder mit „AWS Direct Connect“. Dabei spielt es keine Rolle welche Migrationsvariante verwendet werden soll.

Die dritte Variante ist die „Backup and Restore“-Variante. Mit dieser sichern Sie die Daten auf dem Quell-System und stellen diese auf dem Ziel-System wieder her, in diesem Beispiel SAP HANA in Amazon Web Services (AWS). Amazon stellt in diesem Zusammenhang auch verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, mit denen sich Daten vom lokalen Netzwerk sicher und schnell in die Cloud übertragen lassen. Die wichtigsten Informationen dazu sind hier zu finden:

Replikation statt Migration

Eine weitere Migrationsvariante ist die „SAP HANA System Replication“ (HSR). Mit diesem Tool replizieren Administratoren eine Datenbank zu einer weiteren Datenbank in einem anderen Standort.

Beim Replikat handelt es sich um eine exakte Kopie der originalen Datenbank. Der Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass die Daten direkt zwischen Quelle und Ziel repliziert werden. Mehr dazu ist auch im Whitepaper „SAP HANA Administration Guide and the High Availability and Disaster Recovery Options for SAP HANA on AWS” zu finden.

Struktur einer Multi-Node Architektur.
Struktur einer Multi-Node Architektur. (Bild: AWS)

Instance-Sizing für SAP HANA - Scale-Up und Scale-Out

Unabhängig davon, ob SAP HANA auf eigenen Servern oder in der Cloud betrieben wird, müssen sich Administratoren über das Sizing der Server Gedanken machen. Die Systeme in AWS sind für die Voraussetzungen von SAP HANA optimiert. Amazon bietet in AWS Skalierbarkeitsfunktionen. Unternehmen können entweder Scale-Up nutzen, und einer Instanz mehr Leistung geben, oder über Scale-Out mehr Knoten zum SAP HANA-Cluster hinzufügen. Beides ist jederzeit möglich.

Alternative: SAP in Microsoft Azure

Unternehmen, die planen SAP HANA in der Cloud zu betreiben, sollten sich auf jeden Fall auch die Möglichkeiten von „Microsoft Azure“ ansehen (https://azure.microsoft.com/de-de/campaigns/sap). Auch hier ist SAP HANA zertifiziert. Unternehmen, die intern auf Microsoft-Technologien setzen, sind mit Microsoft Azure unter Umständen besser dran, da Dienste wie „Office 365“ und „Azure Active Directory“ optimal auch mit SAP HANA zusammenarbeiten. Neben SAP HANA lassen sich auch „Concur“, „SAP Fieldglass“, „SAP Success Factors“ und „SAP Ariba“ in Microsoft Azure betreiben, zusammen mit SAP HANA.

Wie in AWS auch, stellt Microsoft sehr leistungsstarke Instanzen zur Verfügung, um SAP HANA in der Microsoft Cloud zu betreiben, zum Beispiel folgende:

  • 2 x Intel Xeon Processor E7-8890 v3, 768 Gigabyte RAM, 3 TB Storage
  • 4 x Intel Xeon Processor E7-8890 v3, 1.5 Terabyte RAM, 6 TB Storage
  • 2 x Intel Xeon Processor E7-8890 v3, 1.5 Terabyte RAM, 6 TB Storage
  • 4 x Intel Xeon Processor E7-8890 v3, 3 Terabyte RAM, 12 TB Storage

Darüber hinaus will Microsoft noch die Möglichkeit schaffen „SAP Fiori Apps“ für HTML5 auf der SAP HANA Cloud-Plattform zu veröffentlichen. Die Apps sollen mit „Microsoft Intune“ verwaltet werden können. Dazu lassen sich die Funktionen von Microsoft Intune in die Apps mit einbetten.

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