Umfrage unter der Nginx-Community Microservices verbreiten sich schnell

Redakteur: Ulrike Ostler

Eine Umfrage der Nginx-Open-Source-Community zeigt, dass der Anteil der mit Microservices erstellten Applikationen im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen ist.

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Der Grad der Verbreitung und der Akzeptanz von Microservices steigt, so eine Umfrage unter der Community von Nginx.
Der Grad der Verbreitung und der Akzeptanz von Microservices steigt, so eine Umfrage unter der Community von Nginx.
(Bild: F5 Networks)

Die sechste jährliche Umfrage der Open-Source-User Community von Nginx, „The State of Modern App Delivery 2020: Results from Our Annual User Survey“, zeigt, dass der Anteil der Anwendungen, die mit Microservices erstellt werden, im vergangenen Jahr von 40 Prozent auf 60 Prozent gestiegen ist. Gleichzeitig sagen mehr als die Hälfte der 600 Befragten , dass sie Microservices in einigen oder allen Anwendungen verwenden.

Die Umfrage hat ergeben, dass Container doppelt so beliebt sind wie andere moderne Anwendungstechnologien. Außerdem bestätigen 34 Prozent der Befragten, dass sie Container in ihrer Produktionsumgebung einsetzen. Im Vergleich dazu sind es bei Serverless 15 Prozent und bei Service Discovery 7 Prozent.

Die Ergebnisse von Nginx decken sich mit der jüngsten Prognose von Gartner aus dem Report „6 Best Practices for Creating a Container Platform Strategy“. Diese besagt, dass bis zum Jahr 2022 75 Prozent der weltweiten Unternehmen containerisierte Anwendungen in Produktionsumgebungen einsetzen werden. Heute sind es noch weniger als 30 Prozent. Ein weiteres Indiz für diese Verschiebung ist, dass 14 Prozent der Befragten planen, im nächsten Jahr Service Meshes einzuführen, ein Sprung von 50 Prozent gegenüber der Zahl, die dies momentan tut.

Steffan Henke, Technical Solutions Architect Nginx EMEA bei F5, erläutert: „Wir sehen eine massive Verschiebung von monolithischen zu auf Microservices basierenden Apps. Mehr als je zuvor suchen Unternehmen nach Plattformen mit größerer Ausfallsicherheit und schnelleren Bereitstellungsmöglichkeiten. Zweifelsohne wächst weltweit das Vertrauen, dass Microservices-basierte Apps dazu beitragen können, das Nutzererlebnis zu verbessern, was ein zunehmend kritischer Erfolgsfaktor für alle Organisationen ist.“

Neue Herausforderungen und Tools zur App-Entwicklung

Derzeit bleibt die Public Cloud die beliebteste Infrastrukturoption für App-Tools (55 Prozent der Befragten), gefolgt von Infrastructure-as-a-Service (23 Prozent), Serverless Computing (13 Prozent) und Private Platform-as-a-Service (11 Prozent). Wichtig für F5, Anbieter von Load-Balancing-Produkten und deren Kunden: Die Unternehmen distanzieren sich immer weiter von On-Premises-Load-Balancing: 24 Prozent nutzen jetzt softwarebasierte Load-Balancer, 19 Prozent bleiben bei Hardware. Die Antworten der NGINX-Community-Umfrage deuten zudem darauf hin, dass der Anteil der letzteren im nächsten Jahr auf 15 Prozent sinken wird (siehe: Abbildung 4).

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Während die Akzeptanz von Microservices deutlich zunimmt, wachsen auch die Herausforderungen. Zu den wichtigsten Bedenken zählen Sicherheit (50 Prozent), Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit (39 Prozent), Systemausfälle (39 Prozent) und Leistung (34 Prozent). Die Hälfte der Befragten gab außerdem an, dass die Herausforderungen bei der Anwendungsentwicklung ihnen Sorgen machen, insbesondere in Bezug auf Skalierung, Geschwindigkeit, Qualität, Tooling und Sprachauswahl.

Vor diesem Hintergrund wird die Verwaltung von API-Gateways in diesem Jahr wahrscheinlich am stärksten wachsen – von heute 14 Prozent auf voraussichtlich 22 Prozent. Unternehmen beginnen auch, mehr in Techniken zu investieren wie Web Application Firewall (WAF), zu 17 Prozent, und Service Discovery, zu 11 Prozent.

Dazu führt Henke aus: „Moderne Apps erfordern andere Tools. Da das Management von Microservices weiter an Fahrt aufnimmt, können wir erwarten, dass viel mehr Investitionen in Open-Source-Container-Orchestratoren sowie API-Management-Tools getätigt werden. Wie in unserer Studie dargelegt, steigt auch der Einsatz von zugehörigen Technologien wie WAF und Service Discovery.“

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