Scrum lässt Großrechner in kleinen Kreisen steppen

Mainframe-Entwicklung wird agil

| Autor / Redakteur: Wolfgang Drespling* / Ulrike Ostler

Wolfgang Drespling: „Grundsätzlich geht es darum, die Java- oder C#-Welt mit den geschäftskritischen Funktionen des Mainframes zu verbinden.“
Wolfgang Drespling: „Grundsätzlich geht es darum, die Java- oder C#-Welt mit den geschäftskritischen Funktionen des Mainframes zu verbinden.“ (Bild: Micro Focus)

Auch die Entwickler von Mainframe-Anwendungen müssen neue und modernisierte Applikationen zunehmend schneller und in kürzeren Zyklen bereitstellen. Daher bieten sich auch für den Mainframe agile Entwicklungsmethoden an, etwa das iterative und inkrementelle Scrum-Framework.

Selbst jetzt, in Zeiten von Cloud Computing und zunehmender Mobilität, setzen große Unternehmen weiterhin auf Mainframes. Doch neue Technologien und Trends wie Big Data, Cloud Computing, mobile Applikationen oder Social Media fordern heute eine permanente Aktualisierung und Modernisierung von Mainframe-Anwendungen. Auch die Einführung neuer Vertriebsmodelle und Produkte, veränderte gesetzliche Bestimmungen oder zusätzliche Anforderungen aus den Fachbereichen und von Kunden machen kürzere Update-Zyklen oder den beschleunigten Marktstart von Anwendungen erforderlich. Unternehmen müssen und wollen daher mehr aus den Mainframes herausholen und die dort installierten Anwendungen optimieren.

Daher setzen mittlerweile viele Firmen auch für den Mainframe agile Entwicklungsmethoden wie das iterative und inkrementelle Scrum-Framework ein. Es bietet eine höhere Flexibilität als traditionelle Vorgehensweisen wie das Wasserfall-Modell – und das ist gerade im Mainframe-Umfeld von Vorteil, in dem sich komplexe Programmierprozesse mit parallelen Entwicklungslinien finden.

Hier helfen dezentrale Entwicklungswerkzeuge die auf standardisierten Frameworks wie „Eclipse“ basieren. Zudem unterstützen sie agile Methoden und erlauben auch neuen Mitarbeitern ohne tieferes Mainframe-Know-how, entsprechende Anwendungen zu aktualisieren oder neu zu entwickeln. Damit können Unternehmen auch den künftig zu erwartenden Mangel an Mainframe-Spezialisten abfedern.

Scrumbled Wasserfall

Bisher nutzten Unternehmen für die Mainframe-Entwicklung meistens das traditionelle, lineare Wasserfall-Modell. Hier ist der Entwicklungsprozess in aufeinander aufbauenden Phasen mit vorher eindeutig definierten Zielen beziehungsweise Ergebnissen unterteilt.

Ist eine Phase abgeschlossen, folgt die nächste Phase entsprechend des vorher festgelegten Projektzyklus. Der Name „Wasserfall“ entspringt der grafischen Darstellung, in der die verschiedenen Phasen häufig als aufsteigende Kaskaden angeordnet sind. In der Praxis gibt es natürlich viele Varianten des reinen Modells mit sich überlappenden Phasen.

Die Methode der agilen Software-Entwicklung im Schema
Die Methode der agilen Software-Entwicklung im Schema (Bild: Micro Focus)

Da das Wasserfall-Modell eine sehr konkrete, längerfristige Planung erfordert, eignet es sich vor allem bei Software-Projekten, in denen sich die Anforderungen und Abläufe bereits im Vorfeld relativ präzise beschreiben lassen. Der Nachteil: Da die Phasen hintereinander ablaufen müssen und schon früh detailliert geplant werden müssen, ist dieses lineare Modell relativ unflexibel gegenüber Veränderungen und neuen Anforderungen.

Scrum hingegen setzt auf ein flexibles, iteratives Vorgehen mit sich überlappenden Entwicklungsschritten. Der Prozess ist dahingehend optimiert, dass sich die Anforderungen im Laufe des Software-Projekts verändern. Das Projekt kann daher auch dann beginnen, wenn die Anforderungen noch nicht vollständig bekannt sind. Die Teams arbeiten hier eigenverantwortlich und stehen in enger Verbindung mit dem Kunden. Auf diese Weise hat der Kunde jederzeit einen Überblick über den aktuellen Projekt-Status.

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