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Die wichtigsten Bestandteile des Scrum-Prozesses im Überblick:
Product Backlog: Der Product Backlog sammelt die Eigenschaften, Funktionalitäten und Anforderungen des zu entwi-ckelnden Produkts aus Anwendersicht (User Stories). Dabei können Anforderungen entfernt, neu hinzugefügt und priorisiert werden. Die Anforderungen werden nach absteigender Priorität abgearbeitet.

Sprint (Iteration): Der Sprint steht für einen festgelegten Zyklus/Zeitrahmen (Iteration), innerhalb dessen die geplanten User Stories implementiert, getestet und dokumentiert werden – schrittweise und iterativ. Am Ende eines jeden Sprints wird eine fertige (Software)-Funktionalität (Produkt-Inkrement) ausgeliefert.
Sprint Backlog: Der Sprint Backlog definiert den Arbeitsumfang für jeden einzelnen Sprint inklusive der aus dem Product Backlog ausgewählten Anforderungen. Außerdem stellen die Teams hier regelmäßig alle Aufgaben zusammen, die noch zu erledigen sind, um das Sprint-Ziel zu erreichen.
Auch Banken nutzen Scrum
Da es künftig zunehmend notwendig sein wird, neue Software schneller auf den Markt zu bringen oder Änderungen schnell und häufig umzusetzen, wird sich ein Scrum-basierter Entwicklungsansatz auch für Mainframe-Anwendungen durchsetzen. Einer der Vorreiter ist hier die weltweit agierende niederländische Holding ING Groep N.V., die Muttergesellschaft verschiedener Banken und Versicherungen wie der deutschen Tochter ING-Diba.
Bis 2011 setzten die meisten Abteilungen innerhalb der ING bei der Entwicklung von Mainframe-Anwendungen auf die Wasserfall-Methode. Da das Unternehmen aber diese Applikationen immer häufiger und in kürzerer Zeit anpassen musste, war eine moderne Entwicklungsmethode erforderlich.
Nach einer ausgiebigen Analyse entschloss sich ING, den agilen Scrum-Ansatz innerhalb jeder Abteilung mit einem oder zwei Scrum-Teams bei einem neuen Mainframe-Projekt zu testen. Binnen 18 Monaten arbeiteten etwa 1.700 Mitarbeiter erfolgreich mit Scrum. Die enge Zusammenarbeit mit den Geschäftspartnern vereinfachte dabei die Priorisierung, so dass die Funktionen, die den größten Mehrwert für ING brachten, schneller realisiert waren als mit der traditionellen Methode.
Entwickeln für den Mainframe leicht gemacht
Auch Entwicklungsplattformen wie „Enterprise Developer for zEnterprise“ (EDz) von Micro Focus beschleunigen die Entwicklung von Mainframe-Anwendungen, da Unternehmen die Applikationen damit auf modernen IDEs (Integrated Development Environment) wie Eclipse konzipieren und testen können.
Der EDz unterstützt mit einer Eclipse basierten IDE den Scrum-Ansatz perfekt und lässt dabei sowohl zentrale, hybride oder dezentrale Entwicklungsansätze zu. Die Plattform integriert die Mainframe-Umgebung direkt in die IDE. Da Entwickler damit nur selten auf den Mainframe zugreifen müssen, arbeiten sie schneller und kostengünstiger.
Plattformen wie der EDz vereinfachen die agile Entwicklung durch folgende Funktionen:
- Unterstützung von Standard-Frameworks: Durch die Integration von Standard-Entwicklungs-Frameworks wie Eclip-se und Visual Studio reduziert sich die Lücke zwischen Mainframe-Cobol-Entwicklern und Entwicklern, die mit C# /.NET und JAVA und der JVM arbeiten.
- Grafische Werkzeuge zur individuellen Anpassung: Der Entwickler kann die auf Eclipse basierende grafische Oberfläche seiner Entwicklungsplattform einfach anpassen und seine gewünschten Workflows und Tools integrieren.
- Integration von Source Code und Software Configuration Management (SCM): Das Software Configuration Management treibt die Entwicklung und Veröffentlichung von Soft-ware-Updates im Unternehmen voran. Ein z/OS-Anwender kann im EDz seine vorhandenen Tools im SCM genauso in einer aktuellen IDE nutzen wie unter seiner gewohnten ISPF (Interactive System Productivity Facility)-Umgebung.

Grundsätzlich geht es darum, die Java- oder C#-Welt mit den geschäftskritischen Funktionen des Mainframes zu verbinden. Das erhöht die Produktivität des Entwicklungsprozesses und verbessert die Wiederverwendbarkeit von Software. Damit können Unternehmen auch das Risiko von Neuentwicklungen eingrenzen.
* Wolfgang Drespling ist Director Application Modernisation bei Micro Focus in Ismaning.
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