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IFS und Proalpha zur Prozess-Optimierung KI soll es richten, doch die ERP-Strategie fehlt!

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die Ergebnisse der Trendstudie „Mehrwerte schaffen für den Mittelstand durch ERP-Software“ von Teknowlogy I PAC und Proalpha weisen darauf hin, dass sich 61 Prozent der Befragten durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) eine deutliche Optimierung ihrer Prozesse verspricht. Allerdings: Kann KI wirklich das Allheilmittel sein, wenn noch nicht einmal Einigkeit über die übergeordnete ERP-Strategie herrscht?

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Die Untersuchung von Proalpha unter Mittelständlern zur ihrer ERP-Strategie hat diesen Stellenwert von Themenbereichen auf der Unternehmensagenda ergeben.
Die Untersuchung von Proalpha unter Mittelständlern zur ihrer ERP-Strategie hat diesen Stellenwert von Themenbereichen auf der Unternehmensagenda ergeben.
(Bild: Proalpha)

Im Bayersichen Fernshen gab es einmal die Serien "Irgendwie und Sowieso", Erstausstrahlung der1986 in zwölf Folgen mit jeweils 50 Minuten. die „liebevoll-nostalgische Darstellung der Hippiezeit“ mit viel Lokalkolorit und nachfolgend vielen deutschen Stars - Ottfried Fischer, Elmar Wepper, Robert Giggenbach, Olivia Pascal und Michaela May zum Beispiel - erlangte Kultstatus und viele Wiederholungen.

Nicht alle Geschichten in der Geschichte gehen gut aus, die Charaktere müssen durch die Lebensschule und das Glück sieht anders aus, als sie sich zu Beginn vorstellen, einbilden. Die Trendstudie, die Teknowlogy I PAC und Proalpha vorlegen, mutet ähnlich an.

Es ist die zweite Studie mit ERP-Fokus der beteiligten Unternehmen. Die erste Marktstudie handelte von ERP und Industrie 4.0 und untersuchte den Fortschritt und die Umsetzungsstrategie von mittelständischen Unternehmen auf ihrem Weg zur Digitalisierung. Jetzt, in der Untersuchung von Sabrina Donatelli, Frank Niemann und Klaus Holzhauser „Mehrwerte schaffen für den Mittelstand durch ERP-Software“ ist also das immens wichtige Themenfeld KI dran.

Bekannte Denkmuster

Die Ergebnisse sind durchaus ernüchternd: Die Mittelständler wollen, wissen aber genau was, geschweige denn wie. Eigentlich böte die Digitalisierung dem Mittelstand vielfältige Möglichkeiten und Chancen. „Zwar ist vielen die Wichtigkeit [...] durchaus bewusst, oft mangelt es jedoch an konkreten Zielen oder es wird versucht, zu viele verschiedene Themenbereiche abzudecken, und die Initiative scheitert letztlich an zu großem Eifer“, heißt es in der Einleitung.

So fragen die Studienmacher zunächst danach, welche Aufgaben und Themen eigentlich priorisiert werden. Es zeigt sich, dass die Mitarbeiterproduktivität priorisiert wird. Die Studienautoren erklären das damit, dass der Fachkräftemangel in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Unternehmen dazu treibt, die bestehende Belegschaft noch effizienter einzusetzen.

Die Optimierung bestehender Prozesse folgt dagegen nur auf dem zweiten Platz. „Dies ist insbesondere für einen reifen Markt wie den in der DACH-Region charakteristisch, in dem mehr Wert auf kontinuierliche Optimierung gelegt wird als auf disruptive Veränderung. Darüber hinaus zeigt sich, dass sowohl beim Thema Prozessoptimierung als auch beim Thema Mitarbeiterproduktivität der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) bei den Unternehmen einen hohen Stellenwert genießt.“

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Die meisten Unternehmen legen den Fokus somit eher auf der Verbesserung der Arbeitsumgebungen und Prozesse liegt, als dass Innovationen vorangetrieben und einhergehende Geschäftsmodelle hinterfragt und neu interpretiert werden. Vor dem Hintergrund, dass sich die Wirtschaftswelt unter der Ägide Digitalisierung und KI neu formt, erscheint das eher bedenklich.

Immerhin sehen die meisten Unternehmen die Umsetzung von Innovationen gleichbedeutend mit dem Thema Industrie 4.0 (48 Prozent). Und 36 Prozent planen, ihr komplettes Geschäftsmodell zu überdenken und neue Produkte oder Services zu entwickeln.

Doch die Studie zielt ohnehin auf die Verwendung von ERP-Systemen. Die Studienmacher sagen, die Themen hätten einen direkten Bezug zu integrierten Anwendungssystemen für Enterprise Resource Planning (ERP). Den: „Solche Systeme können helfen, Mitarbeiter produktiver zu machen, Prozesse zu optimieren und auch Innovationen zu unterstützen.“

Wollen und machen

Durch die Integration neuer Techniken, etwa RPA, Process Mining oder KI, werden ERP-Systeme in Zukunft Mehrwerte schaffen für den Mittelstand schaffen können. „Untaugliche ERP-Software kann aber auch genau das Gegenteil bewirken", so die Studie.

Und hier sind dich die befragten Mittelständler uneins, was den tauglich wäre und wie ERP-Systeme in zukunftsfähigen Umgebungen so eingesetzt werden können, dass sich daraus ein Wettbewerbsvorteil für die Anwender ergibt. So reicht die Spannweite bei geplanten ERP-Modernisierungen von kleinen Anpassungen des bestehenden Systems (31 Prozent) bis hin zur radikalen Migration auf einen anderen Anbieter (34 Prozent).

Das Vehikel KI soll allerdings als Hebel für gesteigerte Produktivität und verbesserte Prozesse eingesetzt werden. „Die große Mehrheit der Unternehmen ist davon überzeugt, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz dazu beitragen wird, die Mitarbeiterproduktivität durch automatisierte Workflows zu steigern (44 Prozent) oder Prozesse zu optimieren (61 Prozent). Gemacht wird allerdings anderes: „In der konkreten Umsetzung überwiegen ausgereifte Technologien, zum Beispiel integrierte Suchfunktionen. Erfahrungsgemäß scheitert es zum Teil am nötigen Wissen, um neue Technologien effektiv einsetzen zu können.“

Außerdem zeigt sich, dass zwar die Wichtigkeit der ERP-Modernisierung bei der Geschäftsleitung und der Belegschaft angekommen ist, Aspekte wie hohe Kosten (31 Prozent) oder fehlende interne Ressourcen aber weiterhin die größten Hindernisse darstellen. Und das führt widerum dazu, dass Unternehmen vor der Modernisierung ihres ERP-Systems zurückschrecken.

Die Studienmacher folgern: „Damit ist das eigentliche Top-Thema der Unternehmensagenda klar gesetzt: Definition einer klaren Umsetzungsstrategie mit Integration eines modernen ERP-Systems.“

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