Helpsystems befragt Anwender

I-Series-Anwender folgen IBMs Update-Pfad

| Autor / Redakteur: Jürgen Frisch / Ulrike Ostler

92 Prozent der in der Helpsystems-Studie befragten Anwender stimmen der Aussage zu, dass ihnen „IBM i Server“ einen besseren Return-in-Investment verschaffen als andere Server.
92 Prozent der in der Helpsystems-Studie befragten Anwender stimmen der Aussage zu, dass ihnen „IBM i Server“ einen besseren Return-in-Investment verschaffen als andere Server. (Bild: Helpsystems)

Etwas länger als ein Jahr ist der „IBM Power-9“-Server auf dem Markt, und bereits 14 Prozent der weltweit befragten Anwender haben diese Version bei den Servern im Einsatz, beim Betriebssystem sind es sogar 42 Prozent. Das zeigt eine Studie des US-Unternehmens Helpsystems.

700 „I-Series“-Anwender hat Helpsystems im Oktober 2018 befragt. 57 Prozent davon kommen aus den USA, 19 Prozent aus Europa, 15 Prozent aus Lateinamerika, 2 Prozent aus Kanada, und der Rest verteilt sich auf Afrika, Asien und Australien. Diese Verteilung bildet die weltweiten Anteile zwar nicht exakt ab, aber zumindest annähernd genau.

Die Verteilung der Power-Betriebssysteme und Server in Unternehmen zeigen die nachfolgenden Grafiken. Zu beachten ist dabei, dass vielerorts mehrere Server mit mehreren Partitionen im Einsatz sind, auf denen unterschiedliche Betriebssystem-Versionen laufen können. Die Summe der Angaben ergibt daher mehr als 100 Prozent.

Unternehmen haben typischerweise mehrere „iSeries“-Server mit mehreren Partitionen im Einsatz, auf denen unterschiedliche Betriebssystem-Versionen laufen können.
Unternehmen haben typischerweise mehrere „iSeries“-Server mit mehreren Partitionen im Einsatz, auf denen unterschiedliche Betriebssystem-Versionen laufen können. (Bild: Helpsystems)

Beim Blick auf die Release-Stände des Betriebssystems zeigt sich, dass „Power 8“ mit einem Anteil von 57 Prozent inzwischen am weitesten verbreitet ist, gefolgt von „Power 7“ mit 47 Prozent. Immerhin 14 Prozent der Befragten nutzen bereits die im Februar 2018 erschienene Version Power 9. Die Versionen „Power 6“ und älter, die 2015 die Anwenderszene dominiert haben, sind im Jahresvergleich deutlich auf dem Rückzug.

In Sachen Hardware hat es laut Studie im vergangenen Jahr eine deutliche Bewegung gegeben, weil Unternehmen ihre Power-6- und Power-7-Server durch Power-8- und Power-9-Maschinen ersetzt haben. Die Zahl der Anwender von Power-6-Servern oder älteren Modellen hat seit dem vergangenen Jahr von 40 auf 21 Prozent abgenommen.

Bereits 14 Prozent der weltweit befragten „iSeries“-Anwender haben Power-9-Server im Einsatz, beim Betriebssystem sind es sogar 42 Prozent.
Bereits 14 Prozent der weltweit befragten „iSeries“-Anwender haben Power-9-Server im Einsatz, beim Betriebssystem sind es sogar 42 Prozent. (Bild: Helpsystems)

Nicht außer Acht lassen sollte man bei diesem Zahlenvergleich die Tatsache, dass in der Helpsystems-Umfrage Unternehmen zu Wort kamen, die sich selbst für die Studie gemeldet haben. Das dürften vergleichsweise aktive Anwender sein, die eher bemüht sind als andere Unternehmen, ihre Systeme aktuell zu halten und so früh wie möglich die Vorteile einer neuen Version zu nutzen.

Auch nach geplanten Upgrades hat die Helpsystems-Studie gefragt. 58 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in diesem Jahr entweder die Hardware, die Software oder beides upgraden wollen. Der Software-Anteil von 16 Prozent dürfte sich auf das Betriebssystem beziehen, denn 32 Prozent der Anwender nutzen noch Version 7.1 und älter, die inzwischen aus dem Hersteller-Support gefallen sind. Den 42-Prozentigen Anteil von geplanten Hardware-Updates wertet Studienautor Tom Huntington, Executive Vice President bei Helpsystems, als Indikator dafür, dass die iSeries-Anwender ihre Server-Landschaft aktuell halten.

Bei den Servern planen 42 Prozent der Befragten in diesem Jahr ein Upgrade, bei der Software 16 Prozent. 31 Prozent wollen beides erneuern.
Bei den Servern planen 42 Prozent der Befragten in diesem Jahr ein Upgrade, bei der Software 16 Prozent. 31 Prozent wollen beides erneuern. (Bild: Helpsystems)

Bei der Frage nach dem Betriebskonzept zeigen sich die iSeries-Anwender vergleichsweise konservativ. 83 Prozent betreiben ihre Systeme ausschließlich On Premise, 11 Prozent im Hybridmodell sowohl On Premise als auch in der Cloud, und lediglich 6 Prozent setzen auf einen reinen Cloud-Betrieb.

Die Studie führt den geringen Cloud-Anteil darauf zurück, dass iSeries-Systeme bevorzugt für transaktionale Applikationen zum Einsatz kommen und darüber hinaus teilweise stark an individuelle Bedürfnisse angepasst sind. Diese eignen sich weniger gut für den Cloud-Einsatz.

Eigenentwicklungen (Homegrown Applikations) dominieren die Business-Anwendungen auf der „iSeries“.
Eigenentwicklungen (Homegrown Applikations) dominieren die Business-Anwendungen auf der „iSeries“. (Bild: Helpsystems)

Betrachtet man die eingesetzten Business-Anwendungen bestätigt sich dieses Bild: 64 Prozent der Befragten haben Individualsoftware im Einsatz, 14 Prozent Applikationen von Infor, 11 Prozent nutzen Oracle und 7 Prozent SAP.

Heidi Schmidt, Vorstandsvorsitzende der Anwendervereinigung „Common Deutschland“ und Geschäftsführerin der PKS Software GmbH, sieht in den nach wie vor zurückhaltenden Modernisierungsinitiativen bei Individualsoftware eine Bremse dafür, dass Anwender die Vorteile der neuen IBM-I-Betriebssystemversionen voll ausnutzen können: „Das ist Individualsoftware, welche die Unternehmen mit ihrer eigenen Entwicklermannschaft erstellt und teilweise über die vergangenen anderthalb Jahrzehnte zwar funktional, aber nicht architektonisch oder technologisch weiterentwickelt haben. Oft stand dahinter der Plan, langfristig auf Standardsoftware umzustellen.“

Heidi Schmidt: „Viele Unternehmen nutzen auf der IBM Power I Individualsoftware, die sie über die vergangenen anderthalb Jahrzehnte zwar funktional, aber nicht mehr architektonisch oder technologisch weiterentwickelt haben. Oft stand dahinter der Plan, langfristig auf Standardsoftware umzustellen. Das hat sich aber lediglich zu einem geringem Teil realisiert.“
Heidi Schmidt: „Viele Unternehmen nutzen auf der IBM Power I Individualsoftware, die sie über die vergangenen anderthalb Jahrzehnte zwar funktional, aber nicht mehr architektonisch oder technologisch weiterentwickelt haben. Oft stand dahinter der Plan, langfristig auf Standardsoftware umzustellen. Das hat sich aber lediglich zu einem geringem Teil realisiert.“ (Bild: Common)

In vielen Fällen habe sich allerdings gezeigt, dass die Migration auf Standardsoftware nicht sinnvoll ist, weil sich Unternehmen durch die Eigenentwicklungen vom Wettbewerb differenzieren. Ein Teil der Unternehmen habe daher lediglich Module wie Buchhaltung, Controlling und Personalverwaltung auf Standardsoftware migriert, und sei bei der Warenwirtschaft, der Produktionssteuerung und der Vertriebslösung bei der bewährten Eigenentwicklung geblieben.

Für SAP-Lösungen weist die Helpsystems-Studie einen generellen Anteil von 7 Prozent aus, ohne weiter zu differenzieren. Nicht separat erfasst wird zum Beispiel der Einsatz der In-Memory-Datenbank SAP HANA, den die Common-Vorstandsvorsitzende Schmidt sehr positiv heraushebt: „SAP HANA on Power ist eine Erfolgsstory und stellt für IBM einen Umsatztreiber auf dieser Plattform dar.“

Ich vielen Fällen habe sich allerdings gezeigt, dass die Migration auf Standardsoftware nicht sinnvoll ist, weil sich Unternehmen durch die Eigenentwicklungen vom Wettbewerb differenzieren. Ein Teil der Unternehmen habe daher lediglich Module wie Buchhaltung, Controlling und Personalverwaltung auf Standardsoftware migriert, und sei bei der Warenwirtschaft, der Produktionssteuerung und der Vertriebslösung bei der bewährten Eigenentwicklung geblieben.

Für SAP-Lösungen weist die Helpsystems-Studie einen generellen Anteil von 7 Prozent aus, ohne weiter zu differenzieren. Nicht separat erfasst wird zum Beispiel der Einsatz der In-Memory-Datenbank „SAP HANA“, den die Common-Vorstandsvorsitzende Schmidt sehr positiv heraushebt: „SAP HANA on Power ist eine Erfolgsstory und stellt für IBM einen Umsatztreiber auf dieser Plattform dar.“

SAP auf iSeries

Eine detaillierte Untersuchung der Vorteile von HANA on Power findet sich im IDC-Whitepaper „Who Can Benefit from SAP HANA Database and S/4HANA on IBM Power Systems?“, über das DatacenterInsider demnächst berichten wird.

Die Marktposition der iSeries und die Akzeptanz bei den Anwendern gestalten sich laut der Helpsystems-Studie überaus stark. So stimmen 92 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass ihnen IBM-I-Server einen höheren Return-on-Investment (ROI) verschaffen als andere Server. „IBM unterstützt Anwender sehr erfolgreich dabei, aus ihrem Technologie-Investment den maximalen Wert zu ziehen“, erläutert Studienautor Huntington. „Das zeigt sich daran, dass die Antworten auf die oben genannte ROI-Frage seit Jahren stabil sind.“

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