Stimmung binnen eines Jahres gekippt Drei Viertel der US-Wähler lehnen Rechenzentren in ihrer Nähe ab

Von Daniel Schrader 1 min Lesedauer

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In einer Heatmap-Pro-Umfrage lehnen 75 Prozent der registrierten US-Wähler ein Rechenzentrum in ihrer Nähe ab. Innerhalb eines Jahres stieg die Ablehnung um 33 Prozentpunkte, und zwar quer durch die politischen Lager.

Zeigten sich Befragte in den USA ein Jahr zuvor noch gespalten über neue Rechenzentren in ihrer Nachbarschaft, positionieren sie sich Mitte 2026 geschlossen dagegen.(Bild:  Daniel Schrader / GPT Image 2 / KI-generiert)
Zeigten sich Befragte in den USA ein Jahr zuvor noch gespalten über neue Rechenzentren in ihrer Nachbarschaft, positionieren sie sich Mitte 2026 geschlossen dagegen.
(Bild: Daniel Schrader / GPT Image 2 / KI-generiert)

Drei von vier befragten US-Wählern würden den Bau eines neuen Rechenzentrums nahe ihrem Wohnort ablehnen. Mehr als sechs von zehn lehnen ein solches Projekt entschieden ab, während nur vier Prozent ein solches Projekt fest unterstützen würden. Embold Research befragte für „Heatmap Pro“ vom 8. bis 13. August 2.045 registrierte Wähler über SMS-Nachrichten, die zu einer Onlinebefragung führten. Die angegebene Fehlerspanne beträgt 2,3 Prozentpunkte.

Es ist der höchste Ablehnungswert seit Beginn der Heatmap-Erhebungsreihe vor einem Jahr. Im August 2025 lagen Zustimmung und Ablehnung mit 43 zu 42 Prozent noch nahezu gleichauf. Im Februar 2026 lehnten 51 Prozent ein lokales Rechenzentrum ab, im Mai waren es bereits 70 Prozent. Weil Heatmap die Frage nach eigenen Angaben unverändert stellte, dokumentiert die Reihe einen ungewöhnlich schnellen Stimmungsumschwung.

Widerstand über Parteigrenzen hinweg

In allen politischen Lagern gibt es deutlich mehr Gegner als Befürworter. Der Abstand beträgt bei Republikanern 43 Prozentpunkte, bei parteiunabhängigen Wählern 65 und bei Demokraten 75 Prozentpunkte. Unter der republikanisch tendierenden Landbevölkerung beträgt der negative Saldo 63 Punkte; Stadt- und Vorstadtbewohner zeigen sich nur geringfügig aufgeschlossener.

Die Erhebung fragte bewusst nach einem potenziellen Rechenzentrum in der unmittelbaren Nachbarschaft der Befragten. Eine generelle Haltung gegenüber dem Datacenter-Ausbau lässt sich damit nicht ableiten. Auch differenziert die Erhebung nicht nach Widerstand mit Bezug auf steigende Stromkosten, Lärm, Gesundheitsbelastungen, KI-Expansion und großen Infrastrukturprojekten insgesamt.

Der rasche Einstellungswandel der Befragten ist im Kontext des massiven Datacenter-Ausbaus sowie öfter berichteter und teils erfolgreicher Bürgerinitiativen gegen spezifische Rechenzentren dennoch indikativ. Zudem bestätigen auch andere Studien eine gestiegene Frustration gegenüber Datacenter-Neuentwicklungen. Reuters/Ipsos ermittelte im Juni 2026 bei 4.531 US-Erwachsenen 57 Prozent Ablehnung eines Rechenzentrums in der eigenen Gemeinde. Gallup kam einen Monat zuvor mit einer ausdrücklich auf KI-Rechenzentren bezogenen Frage auf 71 Prozent.

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