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Intel Xeon Scalable Refresh und 5G-Lösungen Günstigere Server-Prozessoren und 5G-Telco-Lösungen von Intel

| Autor: Klaus Länger

Intel spürt bei Prozessoren für Dual-Socket-Server immer stärkere Konkurrenz durch AMD und reagiert mit günstigeren und schnelleren „Xeon-Gold“- und „Silber“-CPUs aus der „Cascade-Lake“-Familie. Gleichzeitig kündigt die Firma Prozessoren und Ethernet-Adapter für 5G-Basisstationen und Netzwerke an.

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Die neuen Mitglieder der Xeon-Scalable-Familie von Intel bringen den Kunden mehr Kerne und einen höheren Takt für weniger Geld.
Die neuen Mitglieder der Xeon-Scalable-Familie von Intel bringen den Kunden mehr Kerne und einen höheren Takt für weniger Geld.
(Bild: Intel )

Gleich 18 neue Xeon-Scalable-Prozessoren der Gold- Silber- und Bronze-Baureihe bringt Intel auf den Markt. Sie gehören zu Intels Cascade-Lake-Familie und werden damit weiterhin in 14-Nanometer-Technik gefertigt. Etliche von ihnen tragen ein „R” in der Typenbezeichnung, was wohl für „Refresh” stehen dürfte. Gleichzeitig ist das „R” auch ein Kennzeichen dafür, dass die Prozessoren nur für Server mit zwei Sockeln bestimmt sind.

Die neuen Cascade-Lake-Xeon-Prozessoren in der Übersicht. Die R-Modelle sind für Server mit zwei Prozessorsockeln bestimmt, der Xeon Gold 6208U für Single-Prozessor-Server. Der Xeon Gold 6250 verfügt nur über acht Kerne, bietet aber bis zu 4,5 GHz Turbo-Takt und 35,75 MByte L3-Cache.
Die neuen Cascade-Lake-Xeon-Prozessoren in der Übersicht. Die R-Modelle sind für Server mit zwei Prozessorsockeln bestimmt, der Xeon Gold 6208U für Single-Prozessor-Server. Der Xeon Gold 6250 verfügt nur über acht Kerne, bietet aber bis zu 4,5 GHz Turbo-Takt und 35,75 MByte L3-Cache.
(Bild: Intel )

Preissenkung durch die Hintertür

Mit dem „Xeon Gold 6258R“ gibt es nun auch ein Gold-Modell mit 28 Cores und 38,5 Megabyte (MB) Cache mit einem Listenpreis von vergleichsweise günstigen 3.950 Dollar. Bisher musste man für 28 Cores zu kostspieligen Platinum-Modellen greifen, die zwar prinzipiell in Systemen mit acht Sockeln laufen, dafür aber auch mit mindestens 8.700 Dollar gelistet sind.

Generell liefern die neuen Modelle laut Intel im Schnitt eine um 42 Prozent höhere Leistung pro Dollar im Vergleich zu den bisher angebotenen Cascade-Lake-Prozessoren. Neben den diversen R-Modellen der Xeon-Silber- und Gold-Serie, die zwischen acht und 28 Cores bieten, stellt Intel mit dem „Xeon Bronze 3206R“ sowie dem „Xeon Silver 4210T“ noch zwei Modelle mit unter 100 Watt „TDP“ vor und bringt mit dem „Xeon Gold 6208U“ einen 16-Core-Prozessor auf den Markt, der ausschließlich für Single-CPU-Systeme geeignet ist, dafür aber unter 1.000 Dollar kostet.

Für Anwendungen, die einen hohen Prozessortakt und einen schnellen Speicherzugriff benötigen, ist der „Xeon Gold 6250“ bestimmt. Er verfügt zwar nur über acht Kerne, dafür aber über 35,75 MB Cache. Mit einem Basistakt von 3,9 Gigahertz (GHz) und 4,5 GHz Turbo-Boost ist er der „Xeon-Scalable“-Prozessor mit der höchsten Taktfrequenz.

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Prozessoren für 5G-Netzwerke

Intel bringt zwar nach dem Verkauf seiner Smartphone-Mobilfunk-Sparte an Apple keine 5G-Modems auf den Markt, will aber mit seiner Server- und Netzwerksparte vom Ausbau der 5G-Infrastruktur profitieren. Für 5G-Basisstationen sind die „Atom“-Prozessoren der „P5900“-Familie bestimmt. Sie basieren auf der Ende 2019 vorgestellten „Tremont“-Architektur und werden in 10-Nanometer-Technologie hergestellt.

Die unter dem Codenamen „Snow Ridge” entwickelte Serie besteht aus vier SoCs mit zwischen acht und 24 Cores. Die Prozessoren sind für harte Umweltbedingen ausgelegt und sollen in einem Temperaturbereich zwischen -40 und 85 Grad Celsius funktionieren. Intel geht davon aus, dass bis 2024 etwa sechs Millionen 5G-Basisstationen installiert werden und will hier zum führenden Prozessoranbieter werden. Partner und Kunden sind beispielsweise Nokia oder ZTE.

Für den Einsatz in den Rechenzentren der 5G-Netzbetreiber wurde „Diamond Mesa” entwickelt. Der Beschleuniger-Chip ist der erste Vertreter einer neuen Generation von strukturierten ASICs. Er ist mit einem integrierten ARM-Prozessor-Subsystem flexibler einsetzbar als herkömmliche ASICs, aber nicht so frei programmierbar wie die kostspieligeren FPGAs, die Intel mit der „Agilex“-Serie ebenfalls anbietet.

Zudem soll die Leistungsaufnahme um 50 Prozent niedriger sein. Die für den strukturierten ASIC genutzte Technologie stammt von der Firma Easic in Santa Clara, die Intel Mitte 2018 übernommen hat. Gegenüber den „N3XS“-ASICs der ersten Generation soll „Diamond Mesa” sparsamer und gleichzeitig deutlich schneller sein. Zudem können Entwickler dieselbe Software verwenden, wie für die Agilex-FPGAs.

Ethernet-Adapter für 5G-Edge-Lösungen

Die Ethernet-Adapter der Serie 700 sind die ersten Netzwerkkarten von Intel, die besonders gut für den Einsatz in 5G-Edge-Lösungen geeignet sind, die eine niedrige Latenz benötigen. Als Beispiele nennt Intel interoperable und offene Funkzugangsnetzwerklösungen wie „O-RAN“ oder „FlexRAN“ sowie den Einsatz in Macro Cells.

Die Serie-700-Karten bieten eine GPS-basierte Cross-Network Service Synchronisation mit einem Hardware-unterstützten Precision Time Protocol (PTP). Zusätzlich beteiligt sich der Chiphersteller an der Weiterentwicklung des „OpenNESS“-Toolkit (Open Network Edge Services Software).

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