Wer dominiert den KI-Halbleitermarkt? Diese Unternehmen führen laut Gartner den Markt für KI-Chips an

Quelle: Pressemitteilung Gartner 3 min Lesedauer

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Gartner bewertet Halbleiterhersteller in mehr als 40 Kategorien für KI-Infrastrukturen und sieht je nach Technologiebereich unterschiedliche Marktführer. Nvidia, AMD, Broadcom, Marvell und Infineon gehören laut Gartner zu den führenden Anbietern.

Welche Unternehmen prägen den Markt für KI-Halbleiter in Rechenzentren? Gartner zeigt, wodurch sich die Unternehmen von der Konkurrenz absetzen.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Welche Unternehmen prägen den Markt für KI-Halbleiter in Rechenzentren? Gartner zeigt, wodurch sich die Unternehmen von der Konkurrenz absetzen.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner veröffentlicht eine neue Analyse zum KI-Halbleitermarkt. Unter dem Titel „Companies to Beat“ machen die Analysten für mehr als 40 Kategorien jeweils den aktuellen Marktführer im Wettbewerb um Kunden im Bereich Künstliche Intelligenz aus.

Sechs Kriterien für die Marktführerschaft

Für die Einstufung als „Company to Beat“ ziehen die Analysten unter anderem sechs Kriterien heran: technische Fähigkeiten, Kundenimplementierungen, potenzieller Kundenstamm, Geschäftsmodell, zentrale Partnerschaften und das umgebende Ökosystem.

Kevin Knox, Practice Vice President bei Gartner, erläutert, die aktuellen Marktführer würden sich vor allem durch technisches Fachwissen, Softwarefähigkeiten und Kontrolle über das Ökosystem von der Konkurrenz absetzen.

Zugleich werde ihre Position von Wettbewerbern herausgefordert, die auf diversifizierte Lieferketten, offene Industriestandards und die wachsende Nachfrage nach effizienten, inferenzoptimierten Architekturen setzen.

Nvidia bei KI-Netzwerktechnik vorn

Bei der Netzwerktechnik für KI-Cluster („AI Network Fabric“) sei Nvidia weiterhin der Vorreiter. Ausschlaggebend seien die Dominanz bei KI-Beschleunigern und das breite Portfolio an Rechenzentrums-Networking-Angeboten. Firmeneigene Protokolle und Funktionen wie „Sharp“ „Shield“, „NVHS“ und „NVLink“ sorgten sowohl im Scale-out- als auch im Scale-up-Networking von KI-Clustern für hohe Leistung und Zuverlässigkeit.

Allerdings verändere die Verschiebung der Nachfrage von Training hin zu Inferenz und agentischen Anwendungsfällen die Marktlandschaft grundlegend. Große Kunden wie Hyperscaler wechselten zunehmend zu offenen, auf Ethernet basierenden Alternativen, da Nvidias Produkte und Vertriebsstrategie nicht ausreichend auf den breiten Unternehmensmarkt ausgerichtet seien.

AMD führt bei Server-Prozessoren für Unternehmens-KI

Bei CPUs für KI-Server im Unternehmenseinsatz („Enterprise AI Server CPUs“) sehen die Analysten AMD vorn. Ausschlaggebend seien die Ausrichtung auf agentische KI-Orchestrierung, die I/O-Bandbreite und die Fähigkeit zur Server-Konsolidierung. Das Unternehmen setze seinen Fahrplan konsequent um und verfüge über eine breite Ökosystem-Unterstützung, was Kompatibilität mit Altsystemen und die Abstimmung mit OEM-Partnern sicherstelle.

Der Markt sei jedoch dynamisch und stehe vor verschärftem Wettbewerb, da Organisationen ihre Beschaffungszyklen zunehmend an dichte, leistungsbegrenzte Rack-Architekturen anpassten. AMD stehe dabei Konkurrenz durch integrierte Stacks anderer Anbieter, wachsende Software-Abhängigkeiten und das bessere Leistungs-pro-Watt-Verhältnis ARM-basierter Prozessoren gegenüber.

Broadcom bei kundenspezifischen KI-Chips vorn

Broadcom hat laut Gartner bei kundenspezifischer KI-Halbleiterentwicklung („Custom AI Silicon“) die Nase vorne. Grund seien Fähigkeiten im ASIC-Design (anwendungsspezifische integrierte Schaltkreise), Networking und bei geistigen Eigentumsrechten. Das Unternehmen nutze modernste Fertigungsprozesse, fortschrittliche Packaging-Verfahren, SerDes-Technik (Serializer/Deserializer), Speicher sowie Die-zu-Die-Interconnects.

Wettbewerber können hier laut Gartner aufholen, wenn sie Schwächen in ihrem IP-Portfolio beheben, flexiblere Vertragsmodelle anbieten und Systemdesign auf Gesamtsystemebene unterstützen, etwa durch Kooperationen mit Dritt-IP-Anbietern, offene Industriekonsortien oder gezielte Zukäufe.

Marvell, der Spitzenreiter bei optischer Konnektivität

Im Bereich der optischen Konnektivität für KI-Rechenzentren führe Marvell den Markt an. Das Unternehmen decke die gesamte Bandbreite ab: DSP-basierte (digitale Signalprozessoren) Pluggables, analoge optische Komponenten, aufkommende LRO-Plattformen (Linear Receive Optics) sowie Pläne für Co-Packaged Optics (CPO) im Scale-up-Bereich. Diese Positionierung im optischen DSP- und Analog-Komponenten-Geschäft verschaffe dem Unternehmen eine stabile Umsatzbasis, auch wenn sich die Architekturen über reine Pluggables hinaus weiterentwickelten.

Gartners Einschätzung: Wettbewerber müssten stärker integrieren oder differenzierte Architekturen liefern, um aufzuholen. Marvells Position könnte durch Risiken bei der CPO-Umsetzung, die vertikale Integration der Hyperscaler und alternative photonische Architekturen infrage gestellt werden.

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Infineon hat die Nase in Sachen Stromversorgung für KI-Rechenzentren vorn

Bei Halbleitern für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren sehen die Analysten Infineon in der Führungsposition. Das Unternehmen verfüge über ein Produktportfolio aus Silizium (Si), Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN) und decke damit die gesamte Stromversorgungskette vom Stromnetz bis zum Prozessorkern ab, unterstützt durch eigene Fertigungskapazitäten.

Infineons Vorsprung werde durch zunehmenden Wettbewerb bei SiC- und GaN-Technik und durch starke Konkurrenz auf Board-Ebene für die letzte Stufe der Stromversorgung herausgefordert. Wettbewerber könnten aufholen, indem sie Partnerschaften ausbauten, sich im 800-VDC-Ökosystem positionierten und Roadmaps für diskrete wie integrierte Stromversorgungstechnik entwickelten.

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