Wieder drin: Storage Spaces Direct

Die Semi-Annual-Channel-Version Windows Server 1803

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

In „Windows Server 1803“ hat Microsoft die Storage Spaces Direct wieder integriert. Diese wurden mit Windows Server 1709 ursprünglich gestrichen.
In „Windows Server 1803“ hat Microsoft die Storage Spaces Direct wieder integriert. Diese wurden mit Windows Server 1709 ursprünglich gestrichen. (Bild: Thomas Joos/ Microsoft)

Mit „Windows Server 1803“ steht eine weiter Nachfolgeversion von „Windows Server 2016“ zur Verfügung. Windows Server 1803 folgt auf „Windows Server 1709“.

Zusammen mit der neuen Version von Project „Honolulu“, dem Server-Manager-Upgrade, kann Windows Server 1803 effektiv über Web-Browser verwaltet werden.

Seit Windows Server 1709 veröffentlicht Microsoft halbjährlich neue Server-Versionen, die jeweils über neue Funktionen verfügen. Diese tragen auch die Bezeichnung „Semi-Annual-Channel-Versionen“ (SAC). Im Gegensatz zu den Hauptversionen von Windows Server, tragen die SAC-Versionen nicht nur die Jahreszahl der Veröffentlichung im Namen, sondern auch den Monat.

Alle zwei bis Jahre Jahre soll zusätzlich eine Hauptversion von Windows Server erscheinen. Diese wird die kumulierte Version der Neuerungen enthalten. Das bedeutet, dass Windows Server 1709 und der Nachfolger Windows Server 1803 über Neuerungen verfügen, die aktuell nicht in Windows Server 2016 integriert sind. Erst der Nachfolger von Windows Server 2016 wird diese Neuerungen erhalten.

Core-Server und Container

Die SAC-Versionen von Windows Server werden auch in naher Zukunft keine grafische Oberfläche erhalten. Windows Server 1709 und Windows Server 1803 werden ausschließlich als Core-Server installiert. Eine grafische Oberfläche ist nicht verfügbar. Neben der Core-Version erscheinen die SAC-Versionen, also auch Windows Server 1803 als Container-Image. Hier steht das Core-Image und das „Nano“-Image zur Verfügung.

Eine direkte Aktualisierung ist nur von Windows Server 1709 zu Windows Server 1803 möglich. Soll ein Server mit Windows Server 2016 zu Windows Server 1803 durchgeführt werden, muss der Server neu installiert werden.

Storage Spaces Direct

Im Gegensatz zu Windows Server 1709 verfügt Windows Server 1803 wieder über eine umfassende Unterstützung von Storage Spaces Direct. Außerdem lassen sich Daten deduplizieren, die auf Storage Spaces Direct gespeichert werden.

Seit Windows Server 1709 lasse sich auch ReFS-Datenträger deduplizieren. Mit Windows Server 1803 lassen sich zudem ReFS-Storage-Spaces-Direct deduplizieren. Neben Project Honolulu, der neuen Web-basierten Oberfläche von Windows-Servern, können Server mit Windows Server 1803 auch weiterhin mit den „Remote Server Administration Tool“ (RSAT) verwaltet werden. Diese können Administratoren auf Arbeitsstationen mit „Windows 10“ installieren, um Server mit Windows Server 1803 zu verwalten.

Neben Storages Spaces Direct und der Unterstützung von ReFS zur Datendeduplizierung auf Storage Spaces Direct, hat Microsoft in Windows Server 1803 auch die beiden Linux-Befehle „Curl“ und „Tar“ integriert. Diese stehen direkt in der Befehlszeile zur Verfügung. Sie können mit Curl und Tar auch Nano-Server und Nano-Images verwalten und auch Linux-Server, die im Netzwerk von Windows Server 1803 integriert wurden. Außerdem unterstützen Curl und Tar auch Docker-Container.

Project Honolulu

Zusammen mit neuen Versionen seines Windows Servers veröffentlicht Microsoft auch regelmäßig neue Versionen seines neuen Web-basierten Server-Managers mit dem Projektnamen „Honolulu“. Dabei handelt es sich um einen Web-Dienst, der sich auf Core-Servern mit Windows Server 1803 und Windows Server 1709 installieren lässt. Administratoren können mit einem Web-Browser auf den Dienst zugreifen, und von aus Server im Netzwerk anbinden, wie beim herkömmlichen Server-Manager auch.

Mit Web-basierten Server-Manager lassen sich alle Aufgaben durchführen, die auch der bisherige Server-Manager unterstützt. Zusätzlich verfügt der Web-basierte Server-Manager über eine Failover-Cluster-Verwaltung. Für jede Verbindung zu einem Server können eigene Anmeldedaten verwendet werden. Mit Project Honolulu lassen sich aber nicht nur Server mit Windows Server 1709 oder Windows Server 1803 verwalten, sondern auch die Vorgängerversionen Windows Server 2016 und „Windows Server 2012 R2“.

Mit Project Honolulu erhalten Administratoren also auch für Windows Server 1709 und Windows Server 1803 durch die Hintertüre eine grafische Oberfläche. In der neuen Version von Project Honolulu, die mit Windows Server 1803 erscheint, sind neue Funktionen, wie die Unterstützung des Remotedesktop integriert. Administratoren können dadurch über einen Web-Browser eine Remotedesktop-Sitzung zu den angebundenen Servern aufbauen.

Arbeitsstationen und Hyper-V-Hosts per Web-Browser

In Project Honolulu lassen sich nicht nur Server anbinden, sondern auch Arbeitsstationen mit Windows 10. So können Administratoren in einem zentralen Werkzeug die Server im Netzwerk, aber auch die aktuellen Arbeitsstationen verwalten.

Neben der Unterstützung für eine Web-basierte Remotedesktop-Verbindung können in aktuellen Versionen von Project Honolulu auch Remote-„Powershell“-Sitzungen direkt im Browser gestartet werden. Außerdem sind Hyper-V-Einstellungen im Web-basierten Server-Manager möglich. Auch das „Switch-Embedded-Teaming“ (SET), also Netzwerkteams für Hyper-V können in Project Honolulu in der grafischen Oberfläche konfiguriert werden. In Windows Server 2016 ist das nur mit der Powershell möglich.

Metadaten und verschiedene Sprachen

Project Honolulu unterstützt die Zuweisung von Metadaten (Tags) und bietet auch verschiedene Sprachen. Vor allem in größeren Unternehmen profitieren Administratoren von einer flexiblen Oberfläche, die zentral für Administratoren zur Verfügung steht. Es ist nur ein Gateway notwendig, auf dem das Project Honolulu installiert wird. Auf den Arbeitsstationen der Administratoren ist dagegen kein Agent notwendig; die Verwaltung kann über alle gängigen web-browser erfolgen.

Zusammen mit neuen Server-Versionen veröffentlicht Microsoft auch regelmäßig eine neue Windows-Version. Windows 10 Version 1803 (Redstone 5, Spring Creators Update) ist der Nachfolger der aktuellen Version Windows 10 Version 1709 (Redstone 4, Fall Creators Update) und arbeitet mit Windows Server 2803 genauso effektiv zusammen, wie mit Windows Server 1709 und Windows Server 2016. Auch die RSAT-Tools für Windows Server 1803 lassen sich auf der neuen Windows 10-Version installieren.

*Thomas Joos schreibt IT-Fachbücher und -Artikel und bloggt auf DataCenter-Insider im Special „Toms Admin-Blog

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interessante information im Überblick, Danke dafür.  lesen
posted am 04.05.2018 um 09:48 von Unregistriert


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