Web-Konsole für Linux-Server Grafische Kontrolle für heterogene Admin-Teams im Cockpit

Von Thomas Joos 3 min Lesedauer

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„Cockpit“ stellt eine Web-basierte Oberfläche bereit, um Server direkt im Browser zu steuern. Die Konsole vereint Befehle, APIs und grafische Elemente in einem einheitlichen Zugriffspunkt und passt sich an unterschiedliche Arbeitsweisen im Admin-Team an.

Linux-Server lassen sich mit dem Web-Browser mit „Cockpit“ verwalten.(Bild:  Thomas Joos)
Linux-Server lassen sich mit dem Web-Browser mit „Cockpit“ verwalten.
(Bild: Thomas Joos)

Cockpit dient als Browser-Konsole für Linux-Systeme und bindet direkt an vorhandene Schnittstellen an. Die Konsole nutzt identische Befehle und APIs, die Admins auch auf der Shell einsetzen.

Ein Wechsel zwischen Shell und Browser erfolgt ohne Umweg, da ein Terminal direkt in der Konsole verfügbar ist. Die Konsole läuft nur bei Abruf und nutzt systemd für eine Auslösung per Socket.

Das spart Ressourcen auf dem Host, da der Dienst nicht dauerhaft aktiv ist. Die Anmeldung erfolgt über die vorhandenen Nutzerkonten auf dem System. Verfahren für netzweite Authentifizierung sind ebenfalls nutzbar, was den Zugriff über mehrere Geräte erleichtert.

Mit dem Cockpit Linux-Server einfacher verwalten

Die Oberfläche zeigt Protokolle des Systems, filtert Einträge und sucht nach Mustern. Admins bearbeiten Konten, verwalten Rechte und prüfen den Status einzelner Dienste. Die Konsole zeigt systemd-Einheiten, setzt Aktionen für einzelne Dienste und liefert Statusdaten ohne Zusatzsoftware.

Cockpit erlaubt es, Software direkt zu aktualisieren. Hinweise zu CVE-Einträgen liegen in der Oberfläche vor, so dass sicherheitsrelevante Änderungen sichtbar bleiben. Auf dem Host installierte Pakete lassen sich prüfen und aktualisieren. Admins können die Vorgänge transparent verfolgen und technische Detailinfos abrufen.

Netzfunktionen für Server steuert Cockpit durch direkte Aufrufe der systemeigenen Werkzeuge. Admins können Adapter konfigurieren, Adressen anpassen und Routen kontrollieren. Grafische Anzeigen und Protokolle zeigen Netzfehler ohne Verzögerung.

Die Firewall lässt sich strukturiert konfigurieren. Admins können Regeln definieren, anpassen und den Status des Filters unmittelbar prüfen. Speicherfunktionen nutzt die Konsole über die Schnittstellen des Hosts.

Admins können LUKS-Volumes anlegen oder öffnen und RAID-Verbünde prüfen sowie konfigurieren. Partitionen lassen sich grafisch anlegen, Parameter sind jederzeit anpassbar. Alle Arbeitsschritte greifen direkt auf die Werkzeuge des Systems zu und bleiben mit parallelen Shell-Aktionen kompatibel.

Virtuelle Maschinen und das Cockpit

Virtuelle Maschinen verwaltet Cockpit über libvirt. Admins können Gäste anlegen, Parameter setzen und Zustände laufender Instanzen kontrollieren. Protokolle und Kennzahlen zu CPU, RAM und I/O zeigen auffällige Vorgänge.

Container starten direkt aus der Oberfläche. Admins können Images laden, Instanzen starten und Prozesse kontrollieren. Die Konsole bildet alle Abläufe präzise ab und nutzt ausschließlich die Mechanismen des Host.

Die Oberfläche unterstützt bei der Analyse technischer Probleme. Meldungen aus „SELinux“, Security-Enhanced Linux, sind sofort sichtbar. Cockpit zeigt typische Regelverletzungen und bietet direkte Korrekturmöglichkeiten. Admins erkennen Lastspitzen über korrelierte Werte zu CPU, RAM, Netz und Speicher. Protokollverknüpfungen zeigen Ursachen technischer Auffälligkeiten. Hardwaredaten zu CPU, RAM, Datenträgern und Netzadaptern stammen aus den Schnittstellen des Hosts und bleiben konsistent mit Shell-Ausgaben.

Cockpit läuft auf vielen Linux-Systemen

Admins können zwischen mehreren Servern wechseln, ohne sich erneut anzumelden. Die Oberfläche lädt Zielsysteme unmittelbar und zeigt deren Daten ohne Verzögerung. Erweiterungen decken zusätzliche Bereiche wie virtuelle Maschinen, Netzverwaltung, Protokolle und Speicher ab. Eigene Module lassen sich über definierte APIs integrieren und fügen sich ohne Bruch in die Konsole ein.

Cockpit läuft zudem auf vielen Linux-Varianten. Dazu zählen „Fedora“, „RHEL“, „CoreOS“, „CentOS“, „Debian“, „Arch Linux“, „Ubuntu“, „Clear Linux“, „Opensuse Tumbleweed“ und „SLE Micro“. Browser unter „Windows“, „MacOS“, „Linux“ und „Android“ greifen ohne Einschränkung auf die Konsole zu.

Veröffentlichungen folgen einer festen zweiwöchigen Kadenz, was einen kontinuierlichen Ausbau der Funktionen sicherstellt. Zum Start installieren Admins das Paket, aktivieren den Dienst und rufen den Host über „Port 9090“ auf. Ein Zugriff über https://localhost:9090 funktioniert direkt auf dem Zielsystem. Cockpit reagiert sofort, da systemd den Aufruf auslöst, sobald der Browser die Seite öffnet.

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