Datacenter Infrastructure Management

DCIM bietet Mehrwert für Co-Location

| Autor / Redakteur: Philippe Heim* / Ulrike Ostler

Co-Lokatoren sollten DCIM nutzen; es hilft bei der Planung und dem effizienten Betrieb, Colo-Kunden hilft etwa eine nutzungsbasierte Abrechnung.
Co-Lokatoren sollten DCIM nutzen; es hilft bei der Planung und dem effizienten Betrieb, Colo-Kunden hilft etwa eine nutzungsbasierte Abrechnung. (Bild: Siemens AG)

Firmenübernahmen und Fusionen verändern auch den Markt für Multi-Tenant-Rechenzentren: Co-Location-Rechenzentren werden immer populärer. Zugleich fordern Kunden eine höhere Betriebseffizienz, gestützt durch Service-Level-Agreements, Transparenz und Reporting. Datacenter Infrastructure Management (DCIM) liefert die geforderte Transparenz und Performance-Messung der Aktivitäten im Colo-Rechenzentrum.

Co-Location-Rechenzentren stellten für ihre Kunden typischerweise Gebäude, Kühlung, Strom, Bandbreite und physische Sicherheit bereit, während die Kunden für Server und Speicherkapazität sorgen. Der Platz im Rechenzentrum wird in der Regel auf Rack-, Schrank-, Cage-oder Raumbasis an die Kunden geleast.

Das „Colo“-Angebot trifft einen Nerv, wenn man die Wachstumsprognosen der Marktforscher von 451 Research betrachtet: Sie haben die Nutzflächen berechnet, die Rechenzentren weltweit bis 2020 belegen werden. Unter den verschiedenen Typen von Rechenzentren entwickelt sich der Colo-Markt überdurchschnittlich, er erreicht dabei jährliche Wachstumsraten von 8 Prozent, so das Fazit von 451 Research.

Der weltweite Co-Location- und Datacenter-Services-Markt wird laut The 451 Group 2021 rin 48 Milliarden Dollar einspielen.
Der weltweite Co-Location- und Datacenter-Services-Markt wird laut The 451 Group 2021 rin 48 Milliarden Dollar einspielen. (Bild: The 451 Group)

DCIM sorgt für Transparenz

Zahlreiche Co-Location-Rechenzentren sind inzwischen den Forderungen ihrer Kunden nachgekommen und haben DCIM in ihr Angebot aufgenommen. DCIM-Tools bieten Asset-Management, zentrales Rechenzentrums-Management („Single Pane of Glass“), verbesserte Prognosemethoden und einen erweiterten Lebenszyklus. DCIM liefert den Kunden von Colo-Rechenzentren die Transparenz, um die Performance ihrer Assets zu verfolgen und zu überwachen.

Brückenschlag zwischen FM und IT

Für Colo-Rechenzentren ist DCIM die Brücke zwischen Facilities-Management (FM) und IT-Management (IT), da es eine einzige, umfassende Ansicht beider Bereiche bietet. DCIM überwacht Nutzung und Energieverbrauch von IT-Geräten und Infrastrukturkomponenten einer Anlage.

Die Entscheidung von Colo-Rechenzentren, DCIM-Tools einzuführen, stellt einen wichtigen Sinneswandel dar: Denn noch vor drei bis fünf Jahren war es schwer, den Mehrwert von DCIM zu quantifizieren, und das Tool selbst wurde für kleine bis mittlere Betriebe mehr als Luxus denn als Notwendigkeit betrachtet.

Sowohl für Colo-Rechenzentren als auch für Kunden repräsentiert DCIM heute jedoch eine Win-Win-Situation. Kunden, die mit solchen Rechenzentrumsanbietern arbeiten, können nun ihre Rechenzentrumsprozesse an ganz konkreten Workflow-Anforderungen ausrichten. Damit ist gewährleistet, dass DCIM-Lösungen maximalen Nutzen bieten und das Risiko von Roadblocks bei Datenzugriff und -nutzung reduzieren.

Messen und anpassen

Mit DCIM-Tools können Unternehmen ihre Betriebsabläufe schnell und flexibel anpassen. Damit erhalten sie die Möglichkeit, bei Bedarf sowohl Analysefunktionen als auch den Workflow zu erweitern beziehungsweise den Betrieb zu drosseln, wenn keine optimale Analyseleistung erforderlich ist.

Steigender Wettbewerb führt zu immer stärkerer Marktkonsolidierung, und Rechenzentrumsbetreiber erkennen die Bedeutung von Tools wie DCIM für ihr eigenes Unternehmen sowie die Vorteile, die sie damit ihren Kunden verschaffen können. Inzwischen wird DCIM vielerorts sogar als geschäftskritisch betrachtet – nicht nur für das Remote-Management und Benchmarking von Colo-Rechenzentren, sondern auch für die Sicherheit dieser Standorte.

Das Siemens-Tool

Datacenter Clarity LC“ von Siemens ist ein Beispiel für eine solche DCIM-Software, das zeigt, wie die Infrastruktur von Colo-Rechenzentren akkurat und effizient gemessen werden kann, damit der Kunde ein faktenbasiertes Ergebnis erhält. Die Software bietet die Visualisierung von Asset-Attributen in Echtzeit und leistungsstarke Tools, um die effizienteste Rechenzentrumskonfiguration zu ermitteln.

Eco erstellt eine Übersicht der Anbieter im DCIM-Markt

Datacenter Infrastructure Management – welche Tools gibt es und was ist das überhaupt?

Eco erstellt eine Übersicht der Anbieter im DCIM-Markt

03.07.14 - Bestandteile von Datacenter Infrastructure Management (DCIM) sind nicht neu, doch herrscht zumeist eine tiefe Kluft zwischen dem Monitoring sowie Steuern von IT-Assets im Rechenzentrum und der Infrastruktur darum herum. In der Gänze entwickelt sich eine neue Produktkategorie. Der Verband der Deutschen Internetwirtschaft, Eco, hat einen Überblick über die verfügbaren Produkte zusammengestellt. lesen

Datacenter Clarity LC beruht auf bewährter Branchensoftware für Lifecycle-Management und bietet Überwachung mit globaler Abdeckung und hoher Stabilität. Die Echtzeit-Überwachung von Assets ist ein essentieller Bestandteil von Datacenter Clarity LC. Sensoren und leistungsstarke Datenerfassungssoftware werden verwendet, um im gesamten Rechenzentrum Betriebs-und Umweltdaten zu sammeln.

Das Management der Assets in Echtzeit sorgt dafür, dass Energie, Geräte und Nutzfläche mit maximaler Effizienz eingesetzt werden. Dank DCIM erhalten Colo-R

Echenzentren reale Live-Daten,was eine sofortige Reaktion und damit die bessere Steuerung von Anlagen und IT-Assets der Kunden ermöglicht.

Integration von Drittanbietern

Die Konsolidierung des Rechenzentrumsmarkts führt dazu, dass heterogene Business-Systeme fusioniert werden müssen. Daher muss DCIM in der Lage sein, sich nahtlos in Systeme von Drittanbietern zu integrieren. Eine offene Protokollschnittstelle, die eine solche Integration ermöglicht, ist ausschlaggebend, denn Rechenzentrumsbereiber erkennen zunehmend, dass sie damit klare Wettbewerbsvorteile erhalten. Colo-Rechenzentren investieren jetzt stärker in DCIM-Systeme. Diese gehören nach Einschätzung von Rechenzentren und ihren Kunden zu den wichtigsten Tools zur Ergänzung der Rechenzentrumsinfrastruktur.

Ein DCIM-System ist quasi die Leitstelle, und die Software bietet den umfassenden Überblick und die Transparenz, die erforderlich sind, um auf Fakten basierende Entscheidungen zu treffen. Die Integration heterogener Business-Systeme – wie bereits angedeutet eine häufige Anforderung im Rahmen von Firmenübernahmen und -zusammenschlüssen – bedeutet auch, dass die Systemkapazität von Colo-Rechenzentren skalierbar sein und auf globaler Basis effizient verwaltet und bereitgestellt werden muss.

Einfache Integration von und in DCIM ist Pflicht

RESTful-APIs für das Datacenter Infrastrcture Management

Einfache Integration von und in DCIM ist Pflicht

30.06.15 - „Trellis“ bezeichnet die Software von Emerson Network Power für das Infrastruktur-Management von Rechenzentren (DCIM). Die aktuelle Version bietet weitere RESTful-APIs (Representational State Transfer Application Programming Interfaces), verbesserte Funktionen zur Änderungsplanung sowie acht neue Basispakete für das Berichtswesen. lesen

Kritische Funktionen wie Rack-Fläche, Energie, Kühlung und Netzwerkkonnektivität erfordern eine genaue Überwachung, die mithilfe eines KPI-basierten Client-Dashboards realisiert werden kann. Umzüge, Erweiterungen und Änderungen von Assets können jedoch zu einem Ungleichgewicht bei der Kapazitätsnutzung und damit zu „gestrandeten“ Vermögenswerten führen – zu nicht identifizierten und nicht ausreichend ausgelasteten Kapazitäten auf einigen Servern sowie zur Überbelastung anderer.

Ohne ein genaues Bild der verfügbaren Kapazität kann es zu Problemen kommen, etwa weil in nicht benötigte Assets investiert wird oder andere kaum genutzt werden. Dies wirkt sich negativ auf die Rentabilität aus, und zwar gerade dann, wenn Kapital für das Geschäftswachstum erforderlich ist. Um derartige Kapazitätsprobleme zu beheben, können Betreiber von Colo-Rechenzentren DCIM-Tools verwenden, die Kosten senken und die Kapazitätsnutzung verbessern. Die ausgefeilten Tracking-und Reporting-Funktionen von DCIM helfen den Rechenzentren, die Kapazitätslevels all ihrer Assets genau zu bestimmen. IT-Manager können damit die Kapazität und den Workflow besser steuern und die Auslastung optimieren. Facility-Manager können Umweltbedingungen optimieren, um teure Ausfallzeiten zu vermeiden.

Nutzungsabhängige Kostenabrechnung

DCIM-Systeme bieten einen weiteren Vorteil: verbrauchsbasierte Abrechnung. Dies verbessert die Transparenz für Kunden und ist ein unschätzbarer Vorteil für genaue Fakturierung und Budgetierung. Da sich die Kundennutzung in Echtzeit verfolgen lässt, können Betreiber ihren Kunden nutzungsabhängige Rechnungen stellen. Dies mag, verglichen mit der herkömmlichen Methode der Fakturierung zu festen Gebühren, auf den ersten Blick als nicht intuitiv erscheinen. Kunden erhalten jedoch damit Zugang zu völlig neuen Daten, mit denen sie ihre Planung verbessern können, was möglicherweise zu einer erweiterten Nutzung führt. Und was noch wichtiger ist: Die Kundenzufriedenheit steigt.

DCIM-Tools bieten Asset-Management, zentrales Rechenzentrums-Management, verbesserte Prognosemethoden und einen erweiterten Lebenszyklus.
DCIM-Tools bieten Asset-Management, zentrales Rechenzentrums-Management, verbesserte Prognosemethoden und einen erweiterten Lebenszyklus. (Bild: Siemens AG)

Die Kosten für DCIM-Systeme richten sich nach den Herausforderungen der jeweiligen Colo-Rechenzentren und den dafür erforderlichen Funktionen. Daher ist es wichtiger, den Mehrwert zu untersuchen, den DCIM bereitstellen kann. Im Idealfall einigen sich die Rechenzentrumsmbetreiber mit ihren Kunden, wie viel Zugang und Transparenz für die Kunden erforderlich ist, damit sie den Stromverbrauch oder die Echtzeit-Datenerfassung überwachen können.

Darüber hinaus muss es Colo-Rechenzentren klar sein, dass sie einen Prozess für DCIM benötigen. Andernfalls kann wiederum das Tool keine echten Prozesse für das Geschäft liefern.

Dies ist ausschlaggebend, denn Colo-Rechenzentren erwarten einen hundertprozentigen ROI (Return on Investment) ihrer DCIM-Systeminvestition innerhalb von maximal zwei bis drei Jahren.

* Philippe Heim ist Global Portfolio Manager DCIM bei Siemens Building Technologies.

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