Historische Betriebssysteme per Klick starten Das Virtual OS Museum bietet Emulation von 570 Systemen

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Wer ein altes Betriebssystem ausprobieren wollte, kämpfte bisher mit Emulator-Konfigurationen und fehlerhaften Installationen. Eine Sammlung nimmt diese Hürde und liefert mehrere hundert lauffähige Systeme als fertige virtuelle Maschine.

Historische Betriebssysteme lassen sich per Klick starten.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Historische Betriebssysteme lassen sich per Klick starten.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Das Virtual OS Museum sammelt historische Betriebssysteme als vorbereitete „Linux“-VM und macht sie über „QEMU“, „Virtual Box“ oder „UTM“ startklar. Ein eigener Launcher arbeitet Emulator-unabhängig und bringt sämtliche Systeme samt passender Emulatoren bereits eingerichtet mit.

Eine Snapshot-Funktion setzt eine zerschossene Installation per Klick auf einen funktionierenden Stand zurück. Hypervisor-Installer und Startverknüpfungen für „Windows“, „MacOS“ und Linux liegen ebenfalls bei.

Die Sammlung umfasst nach Angaben des Betreibers mehr als 1.700 Installationen über 250 Plattformen und rund 570 eigenständige Systeme. Diese Breite deckt nahezu die gesamte Geschichte des speicherprogrammierbaren Rechnens ab, vom „Manchester Baby“ des Jahres 1948 bis zur Gegenwart.

Von Großrechnern bis zum Heimcomputer

Der Katalog reicht von frühen Großrechnern und Minicomputern wie „CTSS“, „Multics“, „VM/370“ oder „OPS-20“ über Workstations und Unix-Varianten zu Heimcomputern und PC-Systemen. Auf der Unix-Seite finden sich „SunOS“, „IRIX„, „Nextstep“, „Plan 9“ und diverse „BSD“-Ableger neben Linux-Distributionen mehrerer Jahrzehnte.

Die Heimcomputer-Abteilung führt Maschinen wie „Apple II“, „Commodore“-Modelle, „MSX“, „BBC Mico und „ZX Spectrum“ samt ihren „CP/M“-Spielarten. Im PC-Bereich stehen „DOS“-Varianten, „OS/2“, „BeOS“, Windows von 1.0 bis zu frühen „Longhorn“-Betas und das klassische Mac OS bis hin zu Mac OS X 10.5 auf „PowerPC“ bereit. Mobile und eingebettete Systeme wie „PalmOS“, „Symbian“, „Windows CE“, „Newton OS“ und „QNX“ runden das Spektrum ab, dazu kommen Forschungsumgebungen wie „Smalltalk“ oder „Oberon“.

Launcher, Snapshots und zwei Editionen

Die Sammlung gibt es in zwei Ausführungen. Die Vollversion enthält alle Images vorab und läuft komplett offline. Die schlanke Variante lädt die Datenträger-Images erst beim ersten Start des jeweiligen Gastsystems nach.

Beide Editionen unterstützen automatische und manuelle Aktualisierungen, so dass neue Installationen ankommen, ohne dass der gesamte Datenbestand erneut heruntergeladen werden muss. Für Anwender bedeutet das einen direkten Einstieg. Ein Eintrag wird ausgewählt, das System bootet, und wo möglich liegt bereits zeittypische Software so vor, wie sie damals zum Einsatz kam.

Zwanzig Jahre Sammelarbeit

Hinter dem Projekt steht die Arbeit einer einzelnen Person über mehr als zwei Jahrzehnte. Manche Systeme ließen sich in weniger als einer Stunde aufsetzen, andere kosteten fast eine Woche. Ein Teil der Images läuft nur unter bestimmten Emulator-Versionen, da spätere Ausgaben durch Regressionen den Betrieb verhindern.

Einige Emulatoren erhielten kleine Patches, um auf modernem Linux oder mit dem Launcher zusammenzuarbeiten. Das Projekt finanziert sich über Patreon und Ko-fi, Diskussion und Vorschläge laufen über Discord, Fehlerberichte über Gitlab.

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