Verbesserte Services für Porsche-Entwickler und -Mitarbeiter

Das Software-definierte Rechenzentrum bei Porsche Informatik

| Autor / Redakteur: Anke Nowicki* / Dr. Jürgen Ehneß

Ikonische Kurven: Porsche-Automobil.
Ikonische Kurven: Porsche-Automobil. (Bild: ©Andy Nowack - stock.adobe.com)

Die Porsche Informatik, ein Tochterunternehmen der Porsche Holding, ist seit März 2011 unter dem Dach des Volkswagen-Konzerns und entwickelt Software, die wegweisend sind für die Mobilität der Zukunft. 2018 sollte die IT-Infrastruktur von Porsche Informatik mit Hilfe des langjährigen Partners VMware auf neueste digitale Herausforderungen vorbereitet werden.

Das von VMware implementierte Software-definierte Rechenzentrum (SDDC) mit den darauf laufenden Produkten hat die IT-Infrastruktur von Porsche Informatik auf eine neue Stufe der Leistungsfähigkeit gehoben. Denn das Netzwerk muss in 27 Ländern rund um die Uhr zur Verfügung stehen, damit Neuwagen konfiguriert, Ersatzteile bestellt und die Logistik gesteuert werden können. Das SDDC trägt dazu bei, dass das Porsche-Netzwerk weiterhin Weltspitze ist.

Der Kunde

Kunde: Porsche Informatik GmbH
Webseite: www.porscheinformatik.com
Branche: Automobilhandel
Hauptsitz: Salzburg, Österreich

Über Porsche Informatik

Die Porsche Informatik GmbH mit Hauptsitz im österreichischen Salzburg gestaltet seit den sechziger Jahren den Automobilhandel und sieht sich als Trendsetter und Innovationstreiber. Als Tochterunternehmen der Porsche Holding und Teil des Volkswagen-Konzerns ist die Porsche Informatik für die Entwicklung und den reibungslosen Ablauf der internen IT-Anwendungen verantwortlich – von der Service-Annahme in der Autowerkstatt über den Autokonfigurator auf der Website bis zur Logistik der Ersatzteilversorgung von morgen.

Die maßgeschneiderten Applikationen des Unternehmens schaffen einen klaren Wettbewerbsvorteil für die Autohäuser, Importeure und Finanzdienstleister, die weltweit auf Porsche-Informatik-Systeme setzen. Die Produkte des Unternehmens – 160 komplexe Anwendungen – stehen den Anwendern in 27 Ländern auf vier Kontinenten rund um die Uhr zur Verfügung. 570 Mitarbeiter an den zwei Standorten Salzburg und Wien verbinden jahrzehntelanges Know-how in IT und Autohandel mit einer ganzheitlichen Vision für die digitale Transformation.

Die Herausforderung

Als Teil des VW-Konzerns muss sich Porsche Informatik vielschichtigen Herausforderungen stellen. „E-Antrieb, Connected Cars und autonomes Fahren: Alle neuen Entwicklungen der Automotive-Branche setzen immer stärker auf digitales Know-how, und damit wächst auch der Erfolgsdruck auf das Software-Entwicklungshaus Porsche Informatik“, beschreibt Peter Friedwagner, Head of Infrastructure and Common Platforms bei Porsche Informatik, die Marktsituation seines Unternehmens. Interne Prozesse mussten deshalb einer Revision unterzogen werden.

Die Markteinführungszeit der Software-Produkte war aus Sicht des IT-Managements zu lang. Die Bereitstellung von IT-Ressourcen für die Software-Entwickler in den Business-Units lief suboptimal, Wartezeiten sollten mittels Automatisierung reduziert werden, um die in 27 Ländern aktiven Lösungen effizienter bereitstellen zu können.

Peter Friedwagner, Head of Infrastructure and Common Platforms bei Porsche Informatik.
Peter Friedwagner, Head of Infrastructure and Common Platforms bei Porsche Informatik. (Bild: Porsche Informatik)

Die IT-Sicherheit und -Verfügbarkeit war eine weitere Priorität auf der Agenda von Friedwagners Team. Die Infrastruktur des Topunternehmens sollten den bestmöglichen Sicherheits- und Verfügbarkeitsstandard gewährleisten. Denn der Ausfall des Rechenzentrums hätte schlimme Auswirkungen: Potenzielle Käufer könnten Autos nicht mehr konfigurieren, die Auslieferung der Ersatzteile käme ins Stocken.

„Wenn ein Kunde sein Auto zum Service bringen will, und er kann nicht bedient werden, weil das System nicht funktioniert – das ist natürlich eine Katastrophe“, erläutert Friedwagner eine weitere Folge eines Systemausfalls. Deshalb lauteten die Fragen: Wie kann die Ausfallsicherheit der Infrastruktur noch besser gewährleistet werden? Wie können Ausfallzeiten auf ein absolutes Minimum reduziert werden?

In Zeiten der Digitalisierung und zunehmender Komplexität werden die Aufgaben für eine zentrale Software-Schaltstelle des VW-Konzerns, wie Porsche Informatik es ist, nicht weniger. Daher suchte das Unternehmen gleichzeitig nach einer Lösung, um die höheren Volumina und wachsenden Zusatzanforderungen mit im Wesentlichen gleichbleibendem IT-Personalstand abzuwickeln.

Die Lösung

Seit 15 Jahren ist VMware ein zuverlässiger Partner von Porsche Informatik. Das neue Konzept des Virtualisierungsunternehmens für die vielschichtigen Herausforderungen des Software-Hauses fand großen Anklang. Innerhalb von nur vier Monaten wurden ein Software-Defined Datacenter (SDDC) mit Computing-, Storage- und Netzwerkvirtualisierung als Plattform implementiert sowie die einzelnen Produkte auf der Plattform zum Laufen gebracht. In Phase zwei und drei mit einer Laufzeit von zwölf Monaten erfolgte die Migration weiterer Komponenten in die Systemlandschaft, um den geplanten Endausbau zu erreichen.

„vRealize Automation“ unterstützt seit seiner Implementierung das Ziel, die Time-to-Market zu verkürzen. Es ist ein Cloud-Automatisierungs-Tool, das Testsysteme für die internen und externen Entwickler in Echtzeit bereitstellt. Tickets an IT-Administratoren, Kommunikation und Wartezeiten konnten so eingespart werden. Das neue SDDC brachte auch einen sofort greifbaren Performance-Gewinn.

„Um den Performance-Anforderungen gerecht zu werden und Ausfallzeiten möglichst gering zu halten, setzt Porsche Informatik auf die derzeit beste und flexibelste Storage-Lösung, basierend auf Hyper-Converged-Infrastrukturen, „vSAN“. Dies ermöglicht es, wesentlich individueller auf die Anforderungen der Kunden einzugehen und die Service-Level-Agreements (SLA) zu erfüllen. Des Weiteren ermöglicht vSAN ein autonomes Desaster-Konzept über die verschiedenen Datacenter-Standorte“, erklärt Johannes Strasser, Virtualization Architect bei Porsche Informatik.

Damit die IT-Systeme nicht durch kriminelle Hacker lahmgelegt werden, läuft „NSX Datacenter“ bei Porsche Informatik. Gerade gegen das „Lateral Movement“, die interne Verbreitung von Malware auf andere Systeme, ist NSX das Mittel der Wahl. Das Projektteam, bestehend aus zwölf Mitarbeitern, nahm eine Mikrosegmentierung des Netzwerks vor, jede Maschine erhielt damit ihre eigene Firewall.

Die entsprechenden Firewall-Regeln wurden über „VMware vRealize Network Insight“ definiert. Die Lösung erstellt detaillierte, grafisch gut aufbereitete Analysen für das gesamte Netzwerk.

Ergänzendes zum Thema
 
Die Virtualisierung im Überblick

VMware vRealize Automation und „vRealize Orchestrator“ leisten einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung bei Porsche Informatik, übernehmen die Automatisierung komplexer IT-Aufgaben und optimieren die Effizienz der Servicebereitstellung, das Betriebsmanagement und die IT-Agilität. „So können die Porsche-Informatik-Mitarbeiter in der gleichen Zeit mehr schaffen – und steigern damit ihre Produktivität erheblich“, fasst Gerald Nezerka, Team Lead Virtualization & Storage bei Porsche Informatik, zusammen.

Das Ergebnis

Ziel des Projekts waren für Porsche Informatik verbesserte Services für die eigenen Software-Entwickler und Mitarbeiter, um den gestiegenen Anforderungen der fortschreitenden Digitalisierung der Automotive-Branche Rechnung zu tragen. Das mit dem VMware-Projekt eingeführte SDDC stellt nun dank seiner georedundanten Struktur die Verfügbarkeit von Recheneinheiten an den beiden Standorten sicher.

Engpässe konnten damit beseitigt werden, eine schnelle und agile Infrastruktur steht für die Mitarbeiter bereit. Gleichzeitig federt eine erhöhte Effizienz des Systems durch automatisierte Prozesse die steigende Nachfrage nach neuen Software-Lösungen ab.

Zitat

„Auf lange Sicht geht es uns als Unternehmen um die Reduzierung von Komplexität – und durch den hohen Integrationsgrad sind VMware-Lösungen da einfach unschlagbar.“

Peter Friedwagner, Head of Infrastructure and Common Platforms bei Porsche Informatik

Zudem trägt Porsche Informatik mit dieser innovativen Lösung dazu bei, dass die Porsche Holding ihren Spitzenplatz unter den Automobilhandelsunternehmen auch in Zukunft sichern kann. Die Investition in die neue Software-Lösung dient auch dazu, den wichtigen Wettbewerbsvorsprung gegenüber anderen Marktteilnehmern zu bewahren. Das VMware-Projekt schafft mit seinen Ergebnissen eine breitere und schnellere Basis für Themen wie Container-as-a-Service, Artificial Intelligence, Big Data oder Virtual Reality.

Cyber-Attacken kosten Unternehmen weltweit Milliarden Dollar jährlich, Tendenz steigend. „Als internationaler Konzern sind wir im Visier der kriminellen Hacker. Deshalb war die Umsetzung des innovativen Firewall-Konzepts im Rahmen des VMware-Projekts von großer Bedeutung für uns“, erklärt Lisa Siegesleitner, Security Specialist bei Porsche Informatik.

Das Ergebnis

• Sicherung der Spitzenposition im Automobilhandelssegment durch ein zukunftsweisendes, hochintegratives IT-Konzept,
• verkürzte Time-to-Market-Zeiten durch Automatisierung von Prozessen und standortübergreifende schnelle Verfügbarkeit von Recheneinheiten,
• innovatives Sicherheitskonzept durch neueste Disaster-Recovery-Systeme und ein spezielles Firewall-System für das Netzwerk.

Plattform-Chef Friedwagner zieht die Gesamtbilanz zum VMware-Projekt: „Auf lange Sicht geht es uns vor allem um die Reduzierung von Komplexität – und durch den hohen Integrationsgrad sind VMware-Lösungen da einfach unschlagbar: Kein anderes Unternehmen konnte uns diesen technologischen Vorsprung bieten.“ Und er fügt noch hinzu: „Die VMware-Lösungen sind das Herzstück, das unsere Infrastruktur antreibt.“

Blick in die Zukunft

Die Megatrends der Automobilindustrie wie der E-Antrieb, die Sharing-Economy – also die alternative, gemeinschaftliche Nutzung von Autos –, Connected Cars und die fortschreitende Digitalisierung erfordern bei Porsche Informatik flexible Strukturen, um die neuen Aufgaben bewältigen zu können. Das Software-definierte Rechenzentrum ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Weitere Themen für die Zukunft sind die stärkere Nutzung von Container-Plattformen, die Entwicklung der Porsche-Informatik-Produkte in Co-Creation mit den Auftraggebern und eine ständige Weiterentwicklung der Arbeitskultur mit produktorientierten eigenverantwortlichen Teamstrukturen und innovativen Arbeitsumgebungen.

*Die Autorin: Anke Nowicki ist Senior Account Managerin bei Maisberger – Gesellschaft für strategische Unternehmenskommunikation mbH.

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