Das Jülich Supercomputing Centre baut eine Unified Infrastructure for Quantum Computing

Das JSC bekommt den ersten D-Wave-Quantencomputer außerhalb der USA

| Redakteur: Ulrike Ostler

Bald schon in Jülich, am Supercomputing Center, Zuhause: Die Quantencomputertechnik von D-Wave.
Bald schon in Jülich, am Supercomputing Center, Zuhause: Die Quantencomputertechnik von D-Wave. (Bild: D-Wave)

Das Jülicher Supercomputing Center (JSC) will mit „Juniq“ (Unified Infrastructure for Quantum Computing) ein Labor aufbauen, das Forschern in Deutschland und ganz Europa praktisch einsetzbare Quantencomputer anbietet. Die Grundlage dafür bildet das „Leap“-System von D-Wave, das damit erstmals außerhalb der USA aufgebaut wird.

Mitte 2020 bekommt das jetztige D-Wave-Release ein Update, mit der Bezeichnung „Advantage“. Das Forschungszentrum Jülich und seine Kunden aus Politik und Wissenschaft werden über den Leap genannten Quanten-Cloud-Service von D-Wave auf das System zugreifen. Europäische Geschäftskunden können auch den Zugang zu den Diensten und Systemen von D-Wave Leap erwerben, auch zum Leap-System in Jülich.

Das Forschungszentrum Jülich ist seit langem bekannt für seinen multidisziplinären Ansatz und sein Engagement für die Praxis und ist eine nationale Großforschungseinrichtung in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Durch den Zugang zu einem Prozessor mit der hochgradig vernetzten „Pegasus“-Topologie, geringem Rauschen und hoher Quantenanzahl bieten sich zahlreiche neue Möglichkeiten. Der Leap Cloud Service von D-Wave wird zudem über hybride Software und Tools verfügen, die im Software Development Kit (SDK) „Leap Ocean“ verfügbar sind.

Offengelegt: der D-Wave-Cip
Offengelegt: der D-Wave-Cip (Bild: D-Wave)

Professor Wolfgang Marquardt, Geschäftsführer des Forschungszentrums Jülich, sagt: „Im Forschungszentrum Jülich helfen wir, hochkomplexe Fragestellungen aus Wissenschaft und Wirtschaft mit hoher sozialer Relevanz zu lösen. Wir sind führend beim Einsatz von Supercomputern in den Bereichen Simulation, Big Data und KI. Die Entwicklung und der Einsatz von Quantencomputern ist ein ganz neuer und wichtiger Schritt in die Zukunft der Informationstechnologie, den wir nun mit der Eröffnung unserer neuen serviceorientierten Infrastruktur Juniq gehen.“

Schon heute können Geschäftskunden in Europa über Leap auf das System „D-Wave 2000Q“ zugreifen und von laufenden Innovationen profitieren, die D-Wave in die Cloud bringt, wenn das Unternehmen näher an das Release von Advantage Mitte 2020 rückt. Mit dem neuen, europäischen Standort von Leap können Kunden ihre Quanten- und Hybridanwendungen auf jedem beliebigen Leap-System betreiben, einschließlich des Leap Advantage-Quantensystems in Jülich. Darüber hinaus können Regierungs- und akademische Kunden wählen, ob sie entweder direkt auf Leap through D-Wave zugreifen oder von den Jülicher Experten bei der Entwicklung von Quantenalgorithmen und Anwendungen profitieren möchten.

Die „Pegasus“-Topologie, doe den D-Wave-System zugrunde liegt.
Die „Pegasus“-Topologie, doe den D-Wave-System zugrunde liegt. (Bild: D-Wave)

Vern Brownell, CEO von D-Wave, erläutert die Verbindung zum JSC: „Während das Forschungszentrum Jülich Supercomputing Center ein neuer Kunde für D-Wave ist, ist das Unternehmen für seine tiefe Quantenexpertise bekannt und für seine umfassende Arbeit an der Technologie-Bereitschaftsbewertung von Quantencomputerplattformen bekannt", sagte. "Kunden auf der ganzen Welt haben uns gebeten, die D-Wave-Technologien in ihre Regionen zu bringen. Diese Ankündigung fördert unsere Expansion nach Europa und kommt Industrie und Wissenschaft zugute, indem sie die neuesten Quantencomputertechnologien mit der tiefen Quantenexpertise von Jülich in Einklang bringt. Gemeinsam werden wir die praktische Entwicklung von Quantenanwendungen nach Europa bringen.“

Heute haben die Kunden von D-Wave mehr als 150 frühe Anwendungen in so unterschiedlichen Bereichen wie Finanzmodellierung, Flugplanung, Wahlmodellierung, Quantenchemie-Simulation, Automobil-Design, präventive Gesundheitsversorgung, Logistik und mehr entwickelt. Viele Anwender haben auch Software-Tools entwickelt, die die Anwendungsentwicklung vereinfachen. Diese bestehenden Anwendungen und Tools sowie die pulsierende Benutzergemeinde bieten Entwicklern eine Fülle von Beispielen, von denen sie lernen und auf denen sie aufbauen können.

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