Im Datacenter von Noris Network wachsen Klima- und Energietechnik mit der IT

2.500 Watt/m2 und Kyoto Cooling im Rechenzentrum

| Autor / Redakteur: Thomas Wienecke / Ulrike Ostler

Das Rechenzentrum von Noris Network ist an seiner gesamten Vorder- und Rückseite jeweils mit kombinierten, autarken Klima- und Energiezellen versehen.
Das Rechenzentrum von Noris Network ist an seiner gesamten Vorder- und Rückseite jeweils mit kombinierten, autarken Klima- und Energiezellen versehen. (Bild: Noris Network)

Rechenzentren werden bisher komplett oder in wenigen großen Bauabschnitten gebaut – inklusive Energieversorgung und Klimatechnik. Die Folge: Anfangs ist alles überdimensioniert und der Betrieb unwirtschaftlich, später genügt die Anlage den IT-Ansprüchen nicht mehr. Wenn sich Rechenzentrumsinfrastruktur „modular und skalierbar“ nennt, klingt das vielversprechend. Noris Network baut genau so:

Mehr Rechenleistung bedeutete mehr Abwärme. In älteren Rechenzentren müssen daher heute oft drei Viertel der Racks freigelassen werden, damit sich die Wärme nicht staut.

Vielfach werden dann spezielle High-Density-Bereiche mit zusätzlicher Strom- und Klimaversorgung aufgebaut. In diesen Bereichen werden meist nachträglich Systeme aufgebaut, die Wasser zur Kühlung einsetzen. Doch Wasser auf IT-Flächen?

Wie lassen sich diese grundsätzlichen Probleme von Anlagen für sich schnell entwickelnde IT-Technologien lösen? Dies war die Frage, die man sich beim Nürnberger Datacenter-Betreiber Noris Network stellte und mit dem Rechenzentrum „NBG6“ beantwortete, das derzeit auf einer Fläche von 11.000 Quadratmetern entsteht.

Energie und Kühlungsmodule

Der erste Bauabschnitt wurde Ende 2011 fertig gestellt, mit allen Sicherheitseinrichtungen wie Zutrittskontrolle und Brandverhinderung. Besonders allerdings ist: Energieversorgung und Kühlung werden erst nach und nach hinzugefügt, praktisch parallel mit der Auslastung der IT-Flächen durch Kunden. Einer der ersten Nutzer ist beispielsweise das einzige europäische Oracle Exastack-Testzentrum.

Die gewünschte Skalierbarkeit bei Klimatechnik und Energieversorgung erfordert eine spezielle Architektur: Auf den Längsseiten der Anlage ist zwischen Außenwand und Rechenzentrumsfläche eine Zeile mit völlig gleichartigen Räumen vorgesehen. Nur die ersten Räume wurden für die Grundversorgung des Rechenzentrums bereits ausgebaut.

Mit zunehmender Auslastung der Fläche werden dann nach und nach in die weiteren Räume standardisierte, autarke Energieversorgungs- und Kühlzellen eingebaut. Ohne Einfluss auf den RZ-Betrieb können die Zellenpaare entsprechend dem Energie- und Kühlungsbedarf nachgerüstet werden.

Zellenpaare genügen dem Tier-3-Redundanzprinzip

Der Einbau erfolgt komplett von außen – nach dem Tier-3-Redundanzprinzip: n+1 ist immer mindestens ein Zellenpaar mehr als benötigt (optional auch 2 × n+1, sollte ein Nutzer das wünschen).

Jede dieser Zellen hat eine Grundfläche von 12 × 7,50 Meter und reicht über zwei Etagen. Klimazelle und Energiezelle wechseln sich ab.

Jede Energiezelle mit Anschluss an zwei unabhängige Stromleitungen enthält einen Trafo, eine Schaltanlage sowie eine USV-Anlage (USV = Unterbrechungsfreie Stromversorgung) mit sechs 200-Kilovolt-Amper-Modulen und einen Dieselgenerator. Die redundante Versorgung der Server erfolgt über Stromschienen in der Decke.

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