Im Datacenter von Noris Network wachsen Klima- und Energietechnik mit der IT

2.500 Watt/m2 und Kyoto Cooling im Rechenzentrum

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Kyoto-Kühlung: Big wheels keep on turning

Auch die Klimazellen im neuen Rechenzentrum von Noris Network funktionieren nach einem neuartigen Prinzip: Kyoto Cooling. Die Klimazelle ist horizontal und vertikal in vier Bereiche geteilt. Herzstück ist ein radförmiger Wärmetauscher aus Aluminium mit einem Durchmesser von 6 Metern.

Dieses „Kyoto-Rad“ (siehe: Bildergalerie) dreht sich horizontal auf Höhe der Zwischendecke mit gemächlichen 3 bis 10 Umdrehungen in der Minute. Es ist zugleich die einzige Verbindung zwischen zwei vertikal getrennten Räumen: Im RZ-zugewandten Raum ziehen drei Ventilatoren die warme Abluft aus dem Bereich über dem Server-Raum ab, drücken sie durch die Rippen des Kyoto-Rads, woraufhin sie abgekühlt im unteren Teil wieder zurück auf die IT-Fläche strömt.

In dem der Außenwand zugewandten Teil wird ebenfalls mit drei Ventilatoren Frischluft angesaugt und durch das Rad geführt, um die im anderen Raum aufgenommene Wärme-Energie abzuführen. Für die Kühlung wird also Außenluft verwendet, die aber nicht ins Rechenzentrum gelangt.

Effiziente Nutzung …

So muss man sich um Feuchtigkeit oder Staubgehalt der Außenluft nicht kümmern. Mit diesem regelbaren hochvolumigen Wärmetauschverfahren schaffen die Kühlzellen jeweils 850 Kilowatt Kühlleistung. Das gilt für fast jedes Wetter und so kommen die Kühlzellen im Schnitt an über 330 Tagen im Jahr ohne jede kostentreibende Kompressorkühlung aus.

Beim Bau der heute genutzten Rechenzentren hatte man nicht mit der Leistung zum Beispiel heutiger Blade-Server gerechnet. Wer heute für den zukünftigen Bedarf baut, müsste zum Beispiel wissen, wie viel Strom Server in etwa drei, fünf und zehn Jahren verbrauchen oder wie sich die Anteile von Festplatten und SSDs entwickeln. Besonders schwer ist dabei der Kühlbedarf zu prognostizieren und zumindest für die klassische Methode der Kühlung durch den Boden muss man sich beim Bau auf eine gewisse Spanne an IT-Load festlegen.

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Die von Noris Network im NBG6 gewählte Methode dürfte vor allem wegen der größeren Flexibilität Nachahmer finden: Der sukzessive modulweise Ausbau auch innerhalb eines Bauabschnitts und die Regelbarkeit der Kühlung über die einzelnen Module erlauben es, ein Rechenzentrum auch dann Energie-effizient zu betreiben, wenn es erst teilweise belegt ist. Gleichzeitig ist wortwörtlich Luft nach oben bis hin zur intensiven Nutzung mit eng stehender Hochleistungshardware.

… von Anfang an

Es gibt Rechenzentrumskosten, die nicht oder sehr wenig von der Auslastung abhängen: Beleuchtung, Personalkosten, zentrale Sicherheitseinrichtungen, OxyReduct- und Stickstofflöschanlage, Monitoring, Wachdienst, biometrische Zugangskontrolle mit Vereinzelung und so weiter. Der Kostenfaktor Energie für Klima und Stromversorgung kann aber durch den beschriebenen modularen Aufbau sehr direkt mit der tatsächlichen IT-Load des Rechenzentrums gekoppelt werden.

Zuletzt stellt sich die Frage, wie effizient die modulare Versorgung und freie Kühlung tatsächlich ist. Die Effizienz von Rechenzentren wird über die Kennzahl Power Usage Effectiveness (PUE) erfasst: Gesamtenergieverbrauch/Energieverbrauch der IT-Systeme.

Für Hochverfügbarkeitsrechenzentren sind derzeit Werte knapp unter 2, für andere moderne Rechenzentren Werte zwischen 1,5 und 1,8 gute Benchmarks. Noris Network hat bereits wenige Monate nach der Eröffnung des Hochverfügbarkeitsrechenzentrums und erst beginnender Auslastung die Verbrauchswerte bestimmt: Der PUE lag unter 1,2! Ein deutlicher Hinweis darauf, dass das modulare, skalierbare Konzept aufgeht.

Der Autor:

Thomas Wienecke ist Senior Pre-Sales Consultant bei der Noris Network AG.

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