Aus Alt mach neu - nicht immer muss ein Datacenter auf der grünen Wiese entstehen

Zu Besuch im Rechenzentrum vom Provider Spacenet

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Ulrike Ostler

Rechner im Käfig: Durch Video-Überwachung und Absperrung beispielsweise werden die Systeme bei Spacenet vor unberechtigten Zugriffen geschützt.
Rechner im Käfig: Durch Video-Überwachung und Absperrung beispielsweise werden die Systeme bei Spacenet vor unberechtigten Zugriffen geschützt. ((Bild: Spacenet))

Nicht immer muss man neu bauen, um ein modernes Rechenzentrum zu bekommen. Oft reichen Umgestaltungsmaßnahmen. Ein Beispiel dafür ist der Münchner Provider Spacenet. Eines seiner drei Rechenzentren, im obersten Stock eines Industriebaus im Münchner Norden, wurde 2007 grundlegend modernisiert. Insgesamt hat Spacenet derzeit 1650 Quadratmeter genutzte Fläche in Betrieb, die auf 8000 Quadratmeter erweiterbar ist.

Wer das neu gestaltete Rechenzentrum besuchen will, kann – dies gilt auch für das Personal – nicht allein in die Rechnerräume, sondern nur in Begleitung. Ein Identitätspapier ist zu hinterlegen.

Der Weg hinein führt durch eine Personenschleuse. Hier wird das Gewicht jedes einzelnen Besuchers gemessen. Weichen die registrierten Gewichte beim Verlassen des Rechenzentrums zu sehr von den registrierten Werten ab, sperrt die Schleuse. Damit soll in verhindert werden, dass statt einer plötzlich zwei Personen die Schleuse passieren und so jemand hineingeschmuggelt werden könnte.

Im Inneren stehen die Rechnerschränke säuberlich mit Zahlenschloss gesichert hinter Gitterzäunen. Temperiert – auf 22 Grad am Lufteinlass der Server – wird bei Außentemperaturen unter zehn Grad mittels Freikühlung, sonst mit Hilfe von Kompressoren auf dem Dach. Die Luft wird von dort über Druckleitungen in den Unterboden geführt.

Sicherheit für Daten, Mitarbeiter und Kunden wird groß geschrieben

Eine flächendeckende Video-Überwachung ist selbstverständlich. Alle brennbaren Materialien wie Papier bleiben in einem Vorraum. Die Abluft aus dem Rechnerraum fließt, bevor sie in der Lüftungsanlage verschwindet, über parallel zur Decke angebrachte dünne metallene Rohre hinweg, in denen sich Schlitze befinden. Ist Ruß in der Luft, fällt etwas davon in diese Schlitze und wird dort von Sensoren registriert. Sie lösen dann einen Voralarm aus, der sofortige Kontrollen veranlasst.

Brandalarm ist, wenn zwei der im ganzen Raum angebrachten Brandmelder auslösen. Die Löschanlage arbeitet mit einem Inertgas statt mit Kohlendioxid. Feuer braucht zum Brennen einen Luftsauerstoffgehalt von 13 Prozent, der Mensch zum Überleben 11 Prozent.

Das Inertgas setzt den Sauerstoffgehalt auf 12 Prozent herab und verhindert so, dass Mitarbeiter, die den Raum nicht innerhalb der 60-Sekunden-Vorwarnfrist nach Brandalarm und vor Abschottung des Raums verlassen konnten, ersticken. Das Inertgas wird unter Druck in den Raum eingeblasen und sinkt nach unten. Zum Druckausgleich öffnen sich gleichzeitig hochgelegene Fenster, durch die die Raumluft selbst entweichen kann, die das Inertgas ersetzt, bis der Brand erloschen ist.

weiter mit: Die Versorgung mit Notstrom

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Liest sich wie der Aufsatz eines Schülers.... schrecklich.  lesen
posted am 30.12.2011 um 07:53 von Unregistriert


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