Vorteile und Einschränkungen beim Arbeiten mit Snapshots unter VMware (Teil 1)

Wie VMware-Snapshots funktionieren

15.09.2008 | Autor / Redakteur: Ossi Ulrich / Florian Karlstetter

Über den Snapshot Manager von VMware lässt sich ein bestimmter Snapshot zur Wiederherstellung auswählen.
Über den Snapshot Manager von VMware lässt sich ein bestimmter Snapshot zur Wiederherstellung auswählen.

Ein Festplatten-“Snapshot“ ist eine Kopie der auf Festplatte gespeicherten Datei einer virtuellen Maschine oder kurz VM-Datei (virtual machine disk file – VMDK) zu einem bestimmten Zeitpunkt. Er bewahrt Dateisystem und Arbeitsspeicher ihrer VM und ermöglicht es dem Anwender, zum Snapshot zurückzukehren, falls irgendetwas schief läuft.

Snapshots können beim Upgraden oder Patchen von Anwendungen und Servern die letzte Rettung sein. Dieser Artikel geht auf alles ein, was man über Snapshots im Zusammenhang mit VMware wissen sollte: von der Definition eines Snapshots über dessen Funktionsweise bis hin zu fortgeschrittenen Techniken.

Von Snapshots beanspruchter Festplattenplatz und dessen Wachstumsrate

Falls man mehr als nur einen Snapshot von einer virtuellen Maschine (VM) erstellt, stehen einem mehrere Wiederherstellungspunkte (restore points) zur Verfügung, auf die man zurückgreifen kann. Wenn Sie einen Snapshot erstellen, wird alles, was bis dahin beschreibbar war, gegen Überschreiben geschützt. Mit Hilfe der „In-File Delta Technology“ erstellt man neue Dateien, die alle Änderungen (Delta) gegenüber den ursprünglich gespeicherten Dateien enthalten.

Die Größe eines Snapshots kann niemals die Größe der ursprünglichen VM-Datei übersteigen. Jedes Mal wenn ein Block auf der Festplatte verändert wird, wird hiervon eine Momentaufnahme, eben ein Snapshot, erstellt und in der Delta-Datei aufgezeichnet; bei weiteren Änderungen wird diese Momentaufnahme nur noch aktualisiert. Selbst wenn man nach dem Erstellen eines Snapshots jeden einzelnen Festplattenblock eines Servers verändern würde, wäre der Snapshot immer noch nicht größer als die ursprüngliche Datei auf der Festplatte. Snapshot-Dateien sind anfänglich klein (16 MB), wachsen aber mit den Schreibzugriffen auf die VM-Datei.

Snapshots werden in Schritten von je 16 MB vergrößert, um SCSI reservation conflicts möglichst zu vermeiden. Wenn Anforderungen erfolgen, einen Block auf der Original-Festplatte zu ändern, wird dieser stattdessen in der Delta-Datei geändert. Falls ein bereits einmal in der Delta-Datei veränderter Festplatten-Block erneut verändert wird, erhöht sich dadurch nicht die Größe der Delta-Datei, da lediglich der bestehende Block in der Delta-Datei aktualisiert wird.

Die Wachstumsrate eines Snapshots ergibt sich aus der Menge der schreibenden Zugriffe auf den Server. Bei Servern mit schreibintensiven Anwendungen wie SQL oder Exchange werden sich die Snapshot-Dateien schnell vergrößern. Bei Servern wie etwa Web- und Anwendungsservern werden die Snapshots sich wesentlich weniger schnell vergrößern, da deren Festplatteninhalte größtenteils statisch sind und weniger schreibende Zugriffe stattfinden. Erstellt man mehrere Snapshots, werden neue Delta-Dateien angelegt und auf die alten Delta-Dateien kann nicht mehr schreibend zugegriffen werden (Read-Only). Falls mit mehreren Snapshots gearbeitet wird, kann jede einzelne Delta-Datei potenziell so groß werden wie die ursprüngliche VM-Datei.

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Wow der Beitrag hat mir unglaublich geholfen !! Danke liebes Datacenter-inside Team.  lesen
posted am 13.09.2016 um 13:32 von Unregistriert


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