Wer die Wahl hat ....

Wie sieht eine erfolgreiche Kubernetes-Strategie aus?

| Autor / Redakteur: Maxime Hurtrel* / Ulrike Ostler

Kubernetes gibt es mittlerweile in vielen Ausprägungen, auch in vielen managed-Varianten.
Kubernetes gibt es mittlerweile in vielen Ausprägungen, auch in vielen managed-Varianten. (Bild: CNCF)

Kubernetes erfreut sich zunehmender Beliebtheit, da Unternehmen beim Betrieb ihrer Infrastrukturen vermehrt auf Flexibilität setzen. Doch wie sollten sie am besten mit Kubernetes umgehen? Mit der richtigen Strategie gelingt dieser Schritt, erläutert Maxime Hurtrel, Product Manager bei OVH Cloud.

Kubernetes ist einer der zentralen Trends in der Rechenzentrumsbranche. In Zukunft wird für Betreiber kein Weg mehr an diesem Thema vorbeiführen. Eine aktuelle Studie der Cloud Native Computing Foundation zeigt, dass die Verwendung Cloud-nativer Technologien in Produktionsumgebungen in den letzten 18 Monaten um mehr als 200 Prozent angestiegen ist. 40 Prozent der befragten Unternehmen verwenden Kubernetes heute bereits in der Produktion.

Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Unternehmen für schnellere Deployments von IT-Diensten mehr Flexibilität in ihren Infrastrukturen benötigen. Kubernetes sorgt für eine bessere Verwaltung und eine vereinfachte Ausführung komplexer Operationen.

Mit einem verwalteten Kubernetes-Dienst können Unternehmen die Effizienz im Bereich der Cloud- und Containertechnologie auf das nächste Level heben. Kubernetes spart Zeit und Ressourcen, indem es Container-Cluster managt und es Entwicklern ermöglicht, ihren gesamten Software-Stack deklarativ in einer einzigen Konfigurationsdatei zu verwalten. Diese kann ganz einfach vervielfältigt, zwischen Teams geteilt, versioniert und auf nachvollziehbare Art verbessert werden.

Eigentlich: Ganz einfach.

Unternehmen sollten jedoch nicht auf Kubernetes umsteigen, weil es gerade ein Trend ist. Vielmehr geht es darum, tatsächlich von ihrem Mehrwert zu profitieren, indem sie ein bestimmtes Design-Muster befolgen. Kubernetes ersetzt nicht die Infrastruktur selbst, sondern kann beispielsweise die möglichen Konsequenzen eines Problems in einer lokalen, festen Struktur eingrenzen.

Während die Akzeptanz von Kubernetes weiter rasant steigt, ist es wichtig, die Vor- und Nachteile genau abzuwägen und vor allem das volle Potenzial des Orchestrierers zu verstehen, bevor man eine Umsetzungsstrategie entwickelt. Hierzu müssen Entwickler und IT-Fachkräfte zwei zentrale Fragen beantworten:

1. „Welche Workloads werden zuerst eingerichtet?“

Ein verwaltetes („managed“) Kubernetes-System zu verwenden, bringt die Betriebseffizienz im Unternehmen voran – vorausgesetzt, es wurde korrekt eingerichtet. Um den vollen Mehrwert von Kubernetes nutzen zu können, wollen auch die Reihenfolge der Umsetzung und die Wahl der Startarchitektur wohl überlegt sein.

Am sinnvollsten ist es, mit den internen Tools für die Entwicklerteams zu beginnen. Zunächst muss geklärt werden, welche Tools Entwickler-Teams täglich verwenden. So ist es einfacher, mit kleineren Workloads zu Beginnen und erst später größere entsprechend einzurichten.

Hierbei gibt es keine allgemeingültig richtige Reihenfolge und Entwickler sollten sich genau überlegen, welche Vorgehensweise ihnen beim Umstieg auf Kubernetes am wenigsten Probleme bereitet. Es ist auch nicht notwendig, absolut alle Anwendungen zu übertragen. Der Fokus sollte auf denjenigen liegen, für die es auch wirklich sinnvoll ist.

Dabei hat es sich bewährt, klein anzufangen. Alle neuen Projekte sollten auf Kubernetes basierend aufgebaut werden, nicht aber zwingend alle Legacy-Anwendungen. Diejenigen, die auf Kubernetes umgestellt werden müssen, können neu geschrieben und in die Public Cloud übertragen werden.

Komponenten, die in bestimmten Situationen horizontal skaliert werden müssen, müssen containerisiert und an die neue Architektur angepasst werden. Diese Vorgehensweise vereinfacht die Implementierung von Kubernetes und sorgt gleichzeitig für mehr Flexibilität beim Deployment von Workloads. So ist es zum Beispiel möglich, bei auftretenden Traffic-Lastspitzen die Anzahl an Kopien einer virtuellen Maschine zu erhöhen, um die Last besser zu verteilen und zu verhindern, dass Services und Kundenerfahrung beeinträchtigt werden.

Ein weiterer Bereich, in dem Kubernetes großen Mehrwert bringt, sind besonders schnelllebige Umgebungen, in denen regelmäßig neue Versionen einer bestimmten Software eingerichtet werden. Darüber hinaus sind Projekte wie A/B-Tests mithilfe der Orchestrierungssoftware besonders einfach durchzuführen und Benutzer können Deployments auf eine wesentliche sicherere und messbare Weise umsetzen.

2. „Welcher Kubernetes-Typ ist der richtige?“

Unternehmen benötigen einen Kubernetes-Dienst, der mit der Verwendung reiner Kubernetes-Tools kompatibel ist und bei Installation und Betrieb reibungslos funktioniert. Managed Kubernetes Services sind speziell hierfür konzipiert, da sie auf Open-Source-Technologie basieren und eine vollständig in der Cloud bereitgestellte Plattform liefern.

Wenn Unternehmen vor dem direkten Umstieg auf Kubernetes jedoch noch zurückschrecken, können sie sich auch zuerst für eine Testphase entscheiden und simplere Basis-Tools verwenden. So können Nutzer Kubernetes zunächst mit Tools wie „Minikube“ und „Kubespray“ ausprobieren und mit ihnen lernen, die Software richtig einzusetzen. Mit ihnen kann Kubernetes problemlos lokal von einem Laptop aus gestartet werden.

Maxime Hurtrel: „Mit einem verwalteten Kubernetes-Dienst können Unternehmen die Effizienz im Bereich der Cloud- und Containertechnologie auf das nächste Level heben.“
Maxime Hurtrel: „Mit einem verwalteten Kubernetes-Dienst können Unternehmen die Effizienz im Bereich der Cloud- und Containertechnologie auf das nächste Level heben.“ (Bild: OVH Cloud)

Diese Tools sind allerdings nicht für größere Arbeitslasten geeignet und sind auch nicht „secure by design“, also nicht von Grund auf auf Sicherheit ausgelegt. Dennoch stellen sie eine gute Möglichkeit dar, um Mitarbeiter im Umgang mit Kubernetes zu schulen und Tutorials zu erstellen. Damit bieten sie einen praktischen Anfangspunkt.

Liegen ganz bestimmte Anforderungen vor und muss Kubernetes vor Ort („on premise“) umgesetzt werden, können Lösungen wie Platform9 verwendet werden. Zugriff auf die Software wird dabei über einen Anbieter ermöglicht, der hohe Benutzerfreundlichkeit, Enterprise-Support und agnostische Funktionen bietet und zudem Multi-Cloud-kompatibel ist.

Kubernetes auf einen Blick

Es sind heute bereits verschiedene Einsatzoptionen verfügbar, so dass es nicht der Entwicklung einer eigenen Lösung bedarf. Bewährte On-Premise-Lösungen und gemanagte Cloud-Dienste bieten eine vergleichsweise einfach zu nutzende Lösung mit Tools für die Entwicklung und Ausweitung einer erfolgreichen Kubernetes-Strategie.

Eine „One-Size-fits-all“-Lösung für den Kubernetes-Einsatz existiert jedoch nicht. Vielmehr geht es darum, die richtige Strategie für die jeweiligen Geschäftsanforderungen zu ermitteln und dabei die notwendige Flexibilität zu gewährleisten, um die Strategie entsprechend anzupassen, wenn sich die Anforderungen ändern.

* Maxime Hurtrel ist Product Manager bei OVH Cloud.

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