2017 Open Source Job Report

Welche Open-Source-Spezialisten sind die gefragtesten?

| Autor: Ulrike Ostler

Die steigende Nachfrage nach Open-Source-Experten lässt auch deren Gehälter steigen, so der „Linux Job Report 2017“. Doch werden die Gesuchten nach ihrer Motivation für die Ausübung ihres Jobs gefragt, geben die meisten "interssante Projekte" an.
Die steigende Nachfrage nach Open-Source-Experten lässt auch deren Gehälter steigen, so der „Linux Job Report 2017“. Doch werden die Gesuchten nach ihrer Motivation für die Ausübung ihres Jobs gefragt, geben die meisten "interssante Projekte" an. (Bild: Linux Foundation)

Open Source ist erfolgreich wie nie zuvor; ehemals ein Glaubenskrieg zwischen Anhängern und Ablehnern, hat sich die Diskussion auf pragmatische Probleme verlagert. Dazu gehört, dass die Nachfrage nach Open-Source-Talenten steigt, doch die Anzahl verfügbarer Arbeitskräfte nicht in gleichem Maße. Der aktuelle „2017 Open Source Jobs Report“ legt das nahe.

Die Liste der Web-Companies, die auf Open Source setzen ist lang und wird von klingenden Namen angeführt: Google, Twitter, Facebook, eBay, Pinterest… Und dabei geht es nicht nur um „Android“, das Betriebssystem, das den Smartphone-Markt dominiert. Unter anderem kommt die Automobil-Industrie zusammen, um Linux-Features zu standardisieren – solche die für das Entertainment sorgen und solche, die beim autonomen Fahren wichtig werden.

Personalverantwortliche suchen nach Open-Source-Spezialisten vorzugsweise in den abgebildenen Bereichen.
Personalverantwortliche suchen nach Open-Source-Spezialisten vorzugsweise in den abgebildenen Bereichen. (Bild: Linux Foundation)

Das bedeutet einerseits, dass IT-Fachleute, die sich mit Open Source auskennen viele Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, aber auch, dass die Konkurrenz der Arbeitgeber um Talente im einem ohnehin wettbewerbsintensiven Markt noch zunimmt. Der Open Source Jobs Report, der alljährlich erscheint, legt diese Interpretation nahe. Für den Bericht 2017 wurden rund 300 Personalchefs aus kleinen, mittständischen und großen Unternehmen befragt und rund 1.800 Open-Source-Fachleute. Zu den weiteren wichtigen Erkenntnissen gehören folgende Aussagen:

In diesen Bereichen werden am häufigtsen Skills nachgefragt.
In diesen Bereichen werden am häufigtsen Skills nachgefragt. (Bild: Linux Foundation)

  • 89 Prozent der Unternehmen finden es schwierig, Open-Source-Talente zu finden
  • Fast die Hälfte der Unternehmen (47 Prozent) sind bereit, für eine Open-Source-Zertifizierung ihrer Mitarbeiter zu bezahlen.
  • Die meistgesuchten Positionen sind Entwickler (73 Prozent), DevOps-Fachleute (60 Prozent) und Systemadministratoren (53 Prozent).
  • Die meistgefragten Skills sind Open Source Cloud (47 Prozent), Anwendungsentwicklung (44 Prozent), Big Data (43 Prozent) und DevOps/Sicherheit (42 Prozent).
  • Der Report stellt zudem eine große Nachfrage nach Cloud und neuen, sich noch in der Entwicklung befindenden Technologien fest, darunter Container und Microservices. Cloud-Technologien wie OpenStack und Cloud Foundry zählen zu den wichtigsten Fachgebieten bei Mitarbeitern (70 Prozent).
  • Der Cloud-Fokus bringt zudem eine Nachfrage nach neuen Fertigkeiten mit sich. Die Befragten erwarten, dass Kenntnisse in den Bereichen Cloud-Migration, Anwendungsintegration, Automatisierung, Datenanalysen und Sicherheit in Zukunft immer wichtiger werden.

Kenntnisse aus diesen Bereichen sind gefragt.
Kenntnisse aus diesen Bereichen sind gefragt. (Bild: Linux Foundation)

Darüber hinaus geben 58 Prozent der Personalverantwortlichen an, sie wollten innerhalb des kommenden halben Jahres mehr Open-Source-Fachkräfte einstellen und 67 Prozent der Befragen wollen zudem die Bereiche, in denen diese arbeiten sollen ausweiten. Daran sind in wesentlichen folgende Faktoren beteiligt: 60 Prozent der Personaler sagen, das Unternehmen wachse, 42 Prozent geben an, der bedarf an Open Source steige und 30 Prozent bezeichnen Open Source als Schlüsseltechnologien für das Unternehmen.

Open-Source-Projekte gewinnen an Bedeutung

Die zunehmende Bedeutung lässt sich auch daran ablesen, dass die gesuchten Arbeitnehmer zu 60 Prozent Vollzeit in den firmeneigenen Open-Source-Projekten arbeiten sollen. Das sind im Vergleich zur Vorjahresbefragung 7 Prozent mehr. Außerdem geben 86 Prozent der Arbeitnehmer an, dass ihnen ihre Open-Source-Kenntnisse ihre Karriere befördert habe und 52 Prozent, dass es einfach sei, einen neuen Job zu finden. Nur 27 Prozent haben in den vergangenen sechs Monaten kein Abwerbeangebot erhalten.

Das halten die Open-Source-Spezialisten selbst für die wichtigsten Kenntnisse/Fähigkeiten, die für die Ausübung ihres Berufs wichtig sind.
Das halten die Open-Source-Spezialisten selbst für die wichtigsten Kenntnisse/Fähigkeiten, die für die Ausübung ihres Berufs wichtig sind. (Bild: Linux Foundation)

Wenig überraschend sind Experten für Cloud-Technologien wie OpenStack und Cloud Foundry am meisten gesucht – 70 Prozent sind es in diesem Jahr, 66 Prozent waren es im Vorjahr. Speziell Web-Technologien rangieren auf der Lister der gefragtesten Mitarbeiter mit 67 Prozent auf Platz zwei, 2016 waren es 62 Prozent. Die Nachfrage nach Linux-Spezialisten hingegen fällt ab auf 65 Prozent, von 71 Prozent im Vorjahr.

Bei den Angaben, die die Open-Source-Spezialisten selbst über ihre für den Job wertvollsten Fähigkeiten machen, ergibt sich folgendes Bild: An der Spitze steht mit 77 Prozent das Erstellen von Lösungsarchitekturen, dann folgen Erfahrungen mit Entwicklungs-Tools wie Github (66 Prozent, und die Kenntnis neuer Werkzeuge; das geben 65 Prozent an.

Offenbar ist für viele Auftraggeber und Arbeitgeber ein Nachweis der Qualifikationen per Zertifizierung wichtig.
Offenbar ist für viele Auftraggeber und Arbeitgeber ein Nachweis der Qualifikationen per Zertifizierung wichtig. (Bild: Linux Foundation)

In jedem Unternehmen ein Containerhafen

Blicken die Befragten IT-Mitarbeiter in die Zukunft, sehen 69 Prozent ihre Zukunft in Bezug auf Cloud-Technologien rosig, für 57 Prozent erstrahlt Big Data und Analytics in Sonnenschein, für 56 Prozent sieht die Containerzukunft hell erleuchtet aus. Tatsächlich arbeiten aber erst 36 Prozent der Befragten IT-Professionals mit Container-Techniken. Doch die Zahl steigt schnell. Im vergangenen Jahr waren es 27 Prozent.

Ein Weg die Qualifikationen nachzuweisen und sich anzueignen sind Trainingskurse, die mit entsprechendem Zertifikat abgeschlossen werden. Nach Angaben der Linux Foundation passt daher umso besser das jetzt aufgelegt Programm für das „Certified Kubernetes Administrator“ Examen ins Bild. Darüber hinaus bestätigen 64 Prozent der Personalchefs, dass die Beschäftigten von sich aus nach Weiterbildungsmöglichkeiten fragen oder gar daran teilnehmen. Damit ist der Anteil deutlich gestiegen. Im Vorjahr lag der Satz bei 55 Prozent.

Hinweis

Den 2017 Open Source Jobs Report der Linux Foundation und dem Job-Portal „Dice“ gibt es zum kostenfreien Download. Hier finden sich auch Angaben zu genutzen Methodik.

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