Verloren im Labyrinth der IT-Begriffe? Hier finden Sie Definitionen und Basiswissen zu Rechenzentrums-IT und -Infrastruktur.

Warten, schützen, optimieren Was meint Day 2?

Konzept, Design und Installation einer Software oder IT-Infrastruktur sind das eine. Doch dann folgt der Tag danach und viele weitere, an denen alles laufen soll. Mit anderen Worten: Day 2.

Day-2-Arbeiten umfassen alles, was während des Betriebs eines Systems erledigt werden muss.
Day-2-Arbeiten umfassen alles, was während des Betriebs eines Systems erledigt werden muss.
(Bild: gemeinfrei Pixabay / Pixabay )

Day 2 bezeichnet eigentlich eine Phase aus dem Softwarelebenszyklus und gehört zur DevOps-Welt. Hier bezeichnet er den Moment, in dem die Verantwortung für eine spezielle Version vom Entwicklungs- auf das Betriebsteam übergeht. Das geschieht in CI/CD-Umgebungen mehr oder weniger ständig, da hier in kurzen Abständen neue Versionen folgen. Der Begriff wird aber gern auch auf IT-Infrastrukturen angewendet.

Day 2 folgt, wenig überraschend, auf Day 0 und Day 1. Day 0 umfasst das Erfassen der Anforderungen (Requirement Engineering), die Konzeption und die Entwicklung einer entsprechenden Lösung. An Day 1 wird diese Lösung implementiert, also zusammen mit der nötigen Umgebung aufgesetzt und betriebsfertig gemacht. Dazu gehören auch Tests oder Training.

Wenn das System endlich läuft

An Day 2 beginnt der normale Nutzungsalltag. Day 2 umfasst also nicht einen bestimmten Tag, sondern den gesamten Zeitraum vom ersten Nutzungstag alle bis zur Ausmusterung der Software oder des Systems. In dieser Phase sind immer wieder viele routinemäßige Aufgaben zu bewältigen.

Dazu gehören Wartung, Monitoring, Patching (Software) oder Reparatur/Komponentenaustausch (Hardware), Optimierung, Upgrades (Software) oder Systemskalierung (Infrastruktur). Auch sicherzustellen, dass das System im gewünschten Umfang verfügbar ist, gehört zu den typischen Day-2-Aufgaben. Mithin Backup, Snapshots, Maßnahmen gegen Ransomware und andere Schädlinge, Disaster Recovery und anderes mehr.

Wenig Inspiration, viel Wiederholung

Das heißt: Day-2-Aufgaben bedeuten viel Wiederholung, Mühe, Routine, und wenig Glanz und Gloria. Doch ohne funktionierendes Day-2-Team waren die Anstrengungen der vorherigen Phasen gänzlich umsonst, weshalb hier möglichst nicht gespart werden sollte.

In der IT- und Softwarewelt wird versucht, möglichst viel dieser Arbeit zu automatisieren, um die Belastung der Administratoren zu erleichtern. Das erfolgt beispielsweise mit Hilfe von Skripting, indem zum Beispiel mehrschrittige Abläufe in einem 'geskripteten' Prozess zusammengefasst werden. Der muss dann nur noch aufgerufen werden, um die Aufgabe durchzuführen.

Intelligente Day-2-Automatisierung

In der letzten Zeit wird zudem zunehmend Software-Intelligenz implementiert, die Fehler oder Unregelmäßigkeiten selbsttätig erkennt, feststellt, wann Kapazitäten volllaufen oder wie bald eine Erweiterung voraussichtlich nötig ist. Manche Hersteller erfassen auch Nutzungsdaten der entsprechenden Lösungen weltweit in einem großen Datenpool, über den intelligente Algorithmen laufen. Sie lernen so immer mehr über das Systemverhalten und erkennen die meisten Fehler, Erweiterungsnotwendigkeiten etc. individualisiert und proaktiv.

Allerdings werden auch solche Lösungen IT-Administratoren wohl bis auf Weiteres kaum überflüssig machen. Denn erstens kommen ständig neue Services oder IT-Produkte hinzu, und zweitens entstehen völlig neue Aufgaben, wie etwa die Auswahl, das Streamlining oder die Kostenoptimierung von Cloud-Services. Insofern gibt es sicher immer einen 'zweiten Tag'.

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