Ruler-Format für Server spezifiziert

Was ist ein Enterprise & Datacenter SSD Form Factor (EDSFF)?

| Autor / Redakteur: Otto Geißler / Ulrike Ostler

Der als „Ruler“ bekannt gewordene Enterprise & Datacenter Storage Form Factor (EDSFF) für Server-SSD wurde von der Storage Networking Initiative Association (SNIA) als neuer Standard erklärt.
Der als „Ruler“ bekannt gewordene Enterprise & Datacenter Storage Form Factor (EDSFF) für Server-SSD wurde von der Storage Networking Initiative Association (SNIA) als neuer Standard erklärt. (Bild: © djama - stock.adob.com)

Der „Enterprise & Datacenter SSD Form Factor“ (EDSFF) ist ein Speicherformfaktor für den Einsatz im Rechenzentrum, der von der EDSFF-Arbeitsgruppe entwickelt wurde. Da mit diesen SSD sich die Speicherdichte pro Rack und Server erhöht, entsteht ein dynamisches Lösungsangebot bei gleichzeitiger Optimierung der Gesamtbetriebskosten.

Mit den „Ruler-SSD“ von Intel führte der Hersteller bereits vor einiger Zeit ein neues SSD-Format für Server ein. Das erklärte Ziel des neuen Formats war, die Datendichte zu erhöhen, indem mehrere Terabyte an Daten auf möglichst kleinem Raum gespeichert werden können. Das heißt: Ein Petabyte (1.000 Terabyte) fände dann in einem 1U-Rack Platz. Aber nicht nur die Datendichte der NAND-Speicherchips steigt, sondern auch die Packdichte der Hardware selbst. Des Weiteren soll mit dem EDSFF die ausufernde Vielzahl von Speicherformaten eingedämmt werden.

Die Storage Networking Initiative Association (SNIA) hat die Ruler-SSD nun als Enterprise & Datacenter Storage Form Factor (EDSFF) aufgenommen. An der Ausarbeitung des EDSFF durch die eigens gegründete Enterprise & Datacenter SSD Form Factor Working Group waren unter anderem die Firmen Dell, Facebook, HPE, Lenovo, Micron, Microsoft, Seagate, Toshiba Memory und Western Digital beteiligt.

Zahlreiche Vorteile und Optionen

EDSFF-basierte SSDs werden von Grund auf neu entwickelt und liefern flexible Bausteine für skalierbare Lösungen, eine höhere Betriebseffizienz sowie platzsparende Kapazitäten, die den Speicherbedarf reduzieren. Die Branche verspricht sich außerdem Vorteile bei der Kühlung und Leistungsaufnahme.

Damit lassen sich die Kosten für die Betriebs- und Investitionsausgaben senken - bei gleichzeitiger deutlicher Erhöhung der Agilität der Speicher. Die SSD haben klassische Festplatten längst überholt. Der einzige Vorteil von HDD ist im Grunde noch der Preis.

Der EDSFF wird in sechs Varianten angeboten: E1.L, E1.S, E3 Long und E3 Short mit unterschiedlicher Länge sowie Breite. E1.L (Long) ist die eigentliche Ruler-Bauweise mit knapp 320 x 38 x 18 mm und bis zu 40 Watt Leistungsaufnahme. Er ist ein speziell entwickelter Formfaktor, der für disaggregierte Systeme optimiert wurde.

Der flachere 9,5-Millimeter-Ableger darf nur 25 Watt aufnehmen. Der E1.L bietet eine hohe Server-Kapazität und ermöglicht mit bis zu 32 Laufwerken pro Rack eine enorme Speicherkapazität. Zusätzlich steht dieser Formfaktor für die wichtigsten Merkmale wie zum Beispiel Wärmeeffizienz, vollständige Wartbarkeit, Skalierbarkeit und nachhaltig einsatzbereite Leistung.

Für E1.S (Short) sieht die SNIA nur rund 110 x 32 x 6 mm und 12 Watt vor. Dieser Formfaktor wurde für hohe Volumen-Hyperskalierung entwickelt und ermöglicht eine verbesserte Systemflexibilität, erhöhte Speicherdichte, modulare Skalierung, optimierte Wartbarkeit und effizientere Kühlung. Der E1.S wurde für 1U-Server optimiert.

Bei E3 Long (140 mm) und E3 Short (105 mm) handelt es sich um vier Varianten mit 76 mm Breite, die auf 20 Watt bis 70 Watt ausgelegt sind. Die SSD werden je nach ihrer Breite mit vier, acht oder mit 16 PCIe-Gen3-Lanes angebunden.

Optimierte Kapazität

EDSFF-Laufwerke wurden entwickelt, um die Kapazität pro Laufwerk zu optimieren. Aus diesem Grunde kann der E1.L ohne Stapeln auf höhere Kapazitäten skaliert werden. Das Intel SSD E1.L kann zum Beispiel eine Kapazität von bis zu 30,72 TB erzielen. Mit dem 30,72 TB E1.L Formfaktor sollen fast 1 PB Speicher in 1U.2 realisierbar sein. Dies ermöglicht eine bis zu 10-fache Rack-Konsolidierung im Vergleich zu 8 TB U.2 15 Millimeter Laufwerken.

Der E1.L bietet programmierbare LED, um ausgefallene Laufwerke, Offline-Laufwerke und unbestückte Steckplätze schnell zu identifizieren. Mit seinem trägerlosen Design und der integrierten Verriegelung benötigt der E1.L keine Drive Carrier. Ein fortschrittliches Gehäusemanagement mit Leistungssteuerung auf Slot-Ebene ermöglicht die Isolierung einzelner Laufwerke.

Der E1.L ist bis zu 2 Mal thermisch effizienter als U.2 15 mm Laufwerke. Während der E1.S bis zu 3 Mal thermisch effizienter ist als U.2 7 mm Laufwerke. Mit einem nicht zuletzt hohen thermischen Wirkungsgrad ermöglichen EDSFF-Laufwerke eine Steigerung der Betriebseffizienz.

Erste Modelle

Zu den ersten Leistungsnageboten im Ruler-Format gehört das Modell von Intel SSD DC P4500 in E1.L-Bauweise mit 32 Terabyte Speicherplatz. Davon können 32 Einheiten in einem 1U-Rack Platz finden, was dann 1 Petabyte an Speicherplatz bedeutet. Wogegen in einem herkömmlichen 2,5-Zoll-15-mm-SSD selbst 24 davon in einem doppelt so hohen 2U-Rack nur 360 Terabyte liefern können.

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