Wie sich die wichtigsten RZ-Kennzahlen ermitteln und verbessern lassen

Von PUE und DCiE bis C02 - Die Kennzahlen im Rechenzentrum

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Wie sich Stromfresser aufspüren lassen

Bei einem PUE-Wert von 2 verbrauchen Informations- und Kommunikationstechnik lediglich die Hälfte des Energiebedarfs für ein Rechenzentrum, Bild: Emerson Network Power (Archiv: Vogel Business Media)

Software-Tools wie der „Avocent Power Manager“ erlauben es außerdem, durch Integration der Stromverteilereinheiten verlaufsbezogene Trends bei den IT-Komponenten zu verfolgen. Spitzen im Strombedarf lassen sich dadurch ermitteln und besonders stromhungrige IT-Geräte identifizieren.

Werden die Verbrauchszahlen aus der IT-Umgebung mit sämtlichen Messdaten inklusive des Stromverbrauchs der Kühlsysteme und des Gebäude-Managements auf einer einheitlichen Plattform für Data Center Infrastructure Management (DCIM) zusammengeführt, ist ein übergreifendes Management des gesamten Rechenzentrums und eine Optimierung des Energieverbrauchs möglich.

Die meisten Rechenzentren werden heutzutage im Schnitt mit einer PUE von etwa 2,0 betrieben. Das heißt, es muss doppelt so viel Energie in das Rechenzentrum eingespeist werden, wie die ITK-Systeme verbrauchen. Durch verschiedene Maßnahmen kann dieser Wert auf 1,5 bis 1,2 gedrückt werden.

Richtig kühlen heißt: gezielt kühlen

Für schlechte PUE-Werte ist meist der Energiehunger der Klimatechnik verantwortlich. Kühlsysteme beanspruchen gemeinsam rund ein Drittel des gesamten Energiebedarfs.

Thermische Optimierungen senken deshalb den PUE-Wert deutlich. Mit ein paar einfachen Maßnahmen ist es möglich, in diesem Bereich die Energiebilanz schnell zu verbessern. Zum Beispiel kann durch eine verstärkte Abdichtung des Doppelbodens für die Kühlung oftmals schon ein Fortschritt erreicht werden.

Vor allem bei den Kabeldurchbrüchen sollte man genauer hinschauen. Allein durch besseres Abdichten kann der Bedarf an Kühlluft in vielen Fällen um 20 Prozent, in Extremfällen sogar um bis zu 40 Prozent gesenkt werden.

Sofortmaßnahmen

Als weitere Sofortmaßnahme sollte der Druck im Doppelboden überprüft werden. 20 bis 40 Pascal gelten bei klassischen Systemen als optimal. In besonderen Fällen reichen sogar weniger als 10 Pascal aus.

Es ist außerdem dafür zu sorgen, dass die kalte Luft gezielt nur auf die zu kühlenden IT-Geräte ausgerichtet ist, und nur eine möglichst geringe Luftmenge bewegt werden muss. Kaltgang-Einhausungen helfen, an dieser Stelle richtig Geld zu sparen. Blindplatten in den Schränken verhindern, dass die von den Servern abgegebene heiße Luft in den Kühlbereich auf der Rack-Vorderseite gelangt.

weiter mit: Wie verlaufen die Drähte?

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