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Neue Auflagen für den CO2-Ausstoß

In der aktuellen Berichterstattung rund um kennzahlenbasiertes Rechenzentrums-Management werden zusätzlich zum PUE derzeit auch Möglichkeiten zur Erfassung der Kohlendioxidemissionen von Rechenzentren diskutiert. Das Branchenkonsortium The Green Grid hat in diesem Zusammenhang die Ermittlung des sogenannten Carbon Usage Effectiveness (CUE) vorgeschlagen.
Die Bereitstellung solch einer Kennzahl ist insbesondere in Ländern wie Großbritannien von Bedeutung, denn jenseits des Kanals hat der Gesetzgeber bereits auf den anhaltenden Anstieg der CO2-Emissionen mit dem Erlass des CRC Energy Efficiency Scheme reagiert. Auch in den Niederlanden gibt es Anstrengungen in diese Richtung.
In Deutschland wurden die Rechenzentrumsbetreiber bisher vor Auflagen verschont. Dies könnte sich allerdings schon bald ändern, wenn die Bundesregierung ihre Klimaziele erreichen will. Schließlich ist einer Meldung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) vom Mai 2011 zufolge der Ausstoß von Treibhausgas 2010 in den Industriestaaten erneut gestiegen, und Rechenzentren produzieren bekanntlich eine große Menge des unerwünschten Gases.
Mit der zunehmenden Verbreitung von Hybrid-Kühltürmen könnte außerdem in Zukunft eine weitere Kennzahl zur Erfassung des Kühlwasserverbrauchs an Bedeutung gewinnen. The Green Grid hat in diesem Zusammenhang zusätzlich die Einführung einer sogenannten Water Usage Effectiveness (WUE) ins Gespräch gebracht.
Alternative Energiequellen
Die Ermittlung von Werten wie CUE und WUE steckt jedoch noch in den Kinderschuhen, und auch bei der Energie-Effizienz-Messung anhand von PUE gibt es noch Bedarf. Werden beispielsweise verschiedene Energiequellen wie Fernwärme und selbstproduzierter Solarstrom für den Betrieb des Rechenzentrums genutzt, stößt der PUE an seine Grenzen.
Der Grund: Es gibt bisher keine Bewertungsgrundlage für diese Form von Energiequellen, und sie werden deshalb nicht im PUE berücksichtigt. Per Definition kann PUE außerdem nur die Energie-Effizienz des gesamten Rechenzentrums und nicht jene von Teilbereichen beschreiben. Bezüglich der Bildung von Kennzahlen, aus denen sich PUE zusammensetzen könnte, besteht nach wie vor Klärungsbedarf.
Um ein kennzahlenbasiertes Rechenzentrums-Management einzuführen, sollten sich Rechenzentrumsbetreiber deshalb zunächst auf die systematische Erfassung und den professionellen Umgang mit PUE konzentrieren. Dieser Wert ermöglicht es ihnen, Schwachstellen aufzudecken und die Energie-Effizienz zu verbessern. In einem zweiten Schritt lassen sich darauf aufbauend weitere Kennwerte wie CUE und WUE einführen und somit eine umfassende Sicht auf die gesamte Effizienz des Rechenzentrums erzielen.
Der Autor:
Dr. Peter Koch ist Senior Vice President Engineering & Product Management für Knürr Racks & Integrated Cabinets bei Emerson Network Power.
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