Ganz neu: Anwendungsspezifische System-on-a-Chip-Einheiten Start-up stellt RISC-V-Prozessoren für Server vor

Autor: Ulrike Ostler

Ventana Micro Systems ist ein von Veteranen der Halbleiterindustrie gegründetes Start-up. In der vergangenen Woche hat das Unternehmen seine ersten Open-Source-basierten RISC-V-Prozessoren für Server vorgestellt.

RISC-V-Prozessoren, die sich auf den Anwendungszweck einstellen lassen , dürften vor allem durch die weltweite Chip-Knappheit und bei zugleich steigenden Lesitungsanforderungen für Aufmerksamkeit sorgen.
RISC-V-Prozessoren, die sich auf den Anwendungszweck einstellen lassen , dürften vor allem durch die weltweite Chip-Knappheit und bei zugleich steigenden Lesitungsanforderungen für Aufmerksamkeit sorgen.
(Bild: © nakedking - stock.adobe.com)

Außerdem hat Ventana - ansässig in San Franzisko, Austin und Puna sowie Bangalore jetzt in seiner Serie-B-Finanzierungsrunde 38 Millionen Dollar erhalten. Generell spricht für RISC-V-Prozessoren die Flexibilität, mit der die Kunden die Prozessoren für ihre Server anpassen können. Dazu kommen eine hohen Leistung und Sicherheitsfunktionen.

Zu Ventana sagt Eyal Dagan, Executive Vice President der Common Hardware Group bei Cisco Systems: „Ventana hat eine innovative RISC-V-Architektur entwickelt, die den Marktbedarf für eine leistungsstarke, anpassbare und sichere Prozessorlösung deckt.“

Die Ventana-Strategie

Balaji Baktha und Greg Favor gründeten Ventana Micro Systems im Jahr 2018.Mit den Multi-Core-Chipletts auf der Basis von mit Hochleistungs-RISC-V-CPUs und erweiterbaren Befehlssatzfunktionen adressieren sie die Rechenzentrumsklasse.

So sollen Hyperscaler und andere Anbieter von Rechenzentrumsdiensten die maßgeschneiderten SoC-Chiplets nutzen, um eine schnelle Produktentwicklung zu erreichen und gleichzeitig innovativ zu sein und sich dennoch differenzieren können. Die Computing-Chiplets von Ventana sind auf Cloud-, Enterprise Datacenter-, 5G-, Edge Compute- und Automotive-Anwendungen zugeschnitten und bieten nach Herstellerangaben erweiterbaren Befehlssatzfunktionen „Best-in-Class“-Single-Thread-Leistung.

Balaji Baktha ist Gründer und CEO der Halbleiter-Company.
Balaji Baktha ist Gründer und CEO der Halbleiter-Company.
(Bild: Ventana Micro)

Balaji Baktha, Gründer und CEO von Ventana, erlläutert, wo sich Bedarf und die passende Nische sieht: „Nahezu die Hälfte der Ausgaben für Rechenleistung verlagert sich weg von Allzweckprozessoren hin zu Infrastrukturrechenleistung und domänenspezifischen Beschleunigern.“ Ventana sei so positioniert, dass das Unternehmen von diesem Trend profitieren könne.

Einsatz von einzigartigen SoC-Chiplets

Im Vergleich zum derzeitigen IP-Paradigma würde Ventanas modulare, skalierbare Chiplet-basierte Produktstrategie erhebliche Zeit- und Kosteneinsparungen während der gesamten Entwicklung ermöglichen. Kunden könnten ihre, somit einzigartigen SoC-Chiplets in dem für die gewünschte Anwendung optimalsten Prozessknoten einsetzen. Ventana selbst wolle für die Leistungssteigerungen sorgen, indem die Silizium-Produkte auf modernste Prozessgeometrien abzielten.

Ventana bietet ein paralleles Die-to-Die (D2D)-System mit sehr niedrigen Latenzen, hoher Bandbreite und geringem Stromverbrauch, um die Kompatibilität zu gewährleisten. Dabei wird der OCP Open Domain-Specific Architecture (ODSA) Physical Interface Standard von der D2D-Lösung unterstützt.

Calista Redmond, CEO von der Non-Profit-Oragnisation RISC-V International, betont den Vorteil der Open-Source-Implementierung: „Ventana ist ein großartiges Beispiel dafür, wie RISC-V neue Designmöglichkeiten freisetzt, einschließlich der Implementierung in Rechenzentren, die traditionell von proprietären Ansätzen dominiert wurden. RISC-V verursacht keine Lizenzkosten und bietet vollständige Designflexibilität, was den Kunden von Ventana sowohl Kosten- als auch Innovationsvorteile verschafft.“

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Über den Autor

 Ulrike Ostler

Ulrike Ostler

Chefredakteurin Datacenter-Insider, Vogel IT-Medien GmbH/ DataCenter-Insider