Welcher Kabel-Modus empfiehlt sich?

SMF (Single-mode Fiber) versus MMF (Multimode Fiber)

| Autor / Redakteur: Michael Akinla* / Ulrike Ostler

Welche Verkabelungsart ist notwendig, um ein Rechenzentrum zukunftstauglich zu gestalten?
Welche Verkabelungsart ist notwendig, um ein Rechenzentrum zukunftstauglich zu gestalten? (Bild: gemeinfrei - joiom/Pixabay / CC0)

Sollten für Rechenzentren standardmäßig Singlemode-Glasfaserkabel verwendet werden oder sind Multimode-Kabel für diese Zwecke die bessere Wahl? Welche Vor- und Nachteile bieten die beiden Optionen im Rechenzentrum und welche Informationen sind für die verantwortlichen Mitarbeiter relevant, die eine entsprechende Entscheidung treffen müssen?

Eine der größten Herausforderungen, die Besitzer und Betreiber von Rechenzentren im Jahr 2018 meistern müssen, besteht in einer eingehenden Analyse der Tätigkeiten und Datenanforderungen von Kunden und Benutzern. In den meisten Fällen gilt es, Leistung und Kosten gegeneinander abzuwägen, um den geeigneten Fasertyp (Singlemode oder Multimode) auszuwählen. Bei Multimode-Kabeln muss zudem entschieden werden, welche Kategorie – OM3, OM4 oder OM5(+) – die beste Option ist.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die EU-Richtlinie MiFID II. Diese Richtlinie umfasst unter anderem Vorgaben zum Latenzausgleich, die in vielen Co-Location-Rechenzentren des Finanzsektors eine Erweiterung oder Angleichung der Glasfaserkabelleitungen erforderlich macht. Um die richtige Entscheidung für den Aufbau einer Infrastruktur treffen zu können, ist also ein umfassendes Verständnis der Einsatzzwecke des jeweiligen Rechenzentrums sowie der aktuellen und zukünftigen Kundenanforderungen erforderlich.

Singlemode-Kabel bieten Unterstützung für beliebige zukünftige Datenraten und Reichweiten, jedoch sind die Kosten dieses Fasertyps 3- bis 5-mal so hoch wie bei einer Multimode-Verkabelung. Um für SWDM eine zuverlässige Leistung über die genannten Reichweiten sicherzustellen, sind Breitbandfasersysteme wie OM5 und OM5+ erforderlich.

Reichweiten-Vergleich zwische OM$ und OM5
Reichweiten-Vergleich zwische OM$ und OM5 (Bild: Panduit)

Bei Datenraten von bis zu 400 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) geht die Verwendung einer vorhandenen strukturierten Verkabelung aus OM3- und OM4-Fasern mit minimalen Risiken beziehungsweise mit keinerlei Risiken einher. Allerdings sind bei Fasern, die nur knapp den Vorgaben entsprechen, aufgrund der Topologie und Länge Verluste und damit Leistungsbeeinträchtigungen möglich.

Da die Datenübertragungsgeschwindigkeiten ständig verbessert und Technologien kontinuierlich weiterentwickelt werden, werden diese niedrigeren Datenraten in der Zukunft jedoch keine Rolle mehr spielen. Folglich sollte eine strukturierte Verkabelung auch Netzwerkinfrastrukturen mit höheren Datenraten unterstützen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, für kurze Distanzen von weniger als 75 Meter parallele OM3- oder OM4-Fasern und für Entfernungen von bis zu 150 Meter OM5(+)-Fasern zu verwenden.

Wiewohl Single-mode-Kabel in den nächsten fünf Jahren wahrscheinlich weiterhin kostenintensiver sein werden, wird die aktuelle Preisdifferenz langfristig nicht bestehen bleiben. Insbesondere mit Blick auf zukünftige Datenraten von 400 bis 800 Gbit/s und mehr kann der Einsatz von Singlemode-Fasern entscheidende Vorteile bieten.

Singlemode-Glasfaser-Verkabelung ist noch eine Zeit lang teurer als Multimode-, doch nicht mehr lang, erläutert Michael Akinia.
Singlemode-Glasfaser-Verkabelung ist noch eine Zeit lang teurer als Multimode-, doch nicht mehr lang, erläutert Michael Akinia. (Bild: Adrian Franklin)

Für die meisten Rechenzentrumsbetreiber sind höhere Bandbreiten, geringere oder angeglichene Latenzen sowie verschiedene Aspekte der Energieverwaltung (zum Beispiel ein niedrigerer Stromverbrauch und eine geringere Wärmegenerierung durch das System) entscheidende Faktoren. Im Vergleich zu alternativen Verkabelungssystemen bieten Glasfaserkabel konsistente, greifbare Vorteile – und zwar ganz unabhängig davon, ob ein einzelner Fasertyp eingesetzt oder verschiedene Fasertypen miteinander kombiniert werden.

* Michael Akinla ist Technical Team Manager, EMEA, bei Panduit.

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