Sysinternals-Tool für die RAM-Analyse Rammap zerlegt die Speichernutzung von Windows

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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„Rammap“(RAMMap) zeigt im Detail, welche Komponenten den physischen Arbeitsspeicher unter „Windows“ belegen. Das Sysinternals-Tool gliedert Kernel-Pools, Treiber, Working Sets und Datei-Caches in verschiedenen Registerkarten und liefert Administratoren eine technische Sicht auf RAM-Zuteilung und -Auslastung.

„Rammap“ zerlegt die Speichernutzung von „Windows“.(Bild:  Thomas Joos)
„Rammap“ zerlegt die Speichernutzung von „Windows“.
(Bild: Thomas Joos)

Der Windows-Speichermanager verteilt den physischen RAM auf Kernel, Treiber, Anwender-Prozesse und Caches. Im Task-Manager bleibt die Aufteilung undurchsichtig.

Rammap öffnet die internen Zähler des Memory Managers und ordnet jede Speicherseite einer Kategorie zu. RAMMap läuft ab Windows Vista sowie Windows Server 2008. Das Tool kommt portabel, mit 719 KB Download-Größe, und startet per Doppelklick auf der EXE oder direkt aus Sysinternals Live unter https://live.sysinternals.com/RAMMap.exe.

Sieben Registerkarten zeigen die Speicherverteilung

Nach dem Start öffnet Rammap sieben Registerkarten mit jeweils eigener Sicht auf den physischen Speicher. Die Verteilung nach Typ und Page-Liste landet im Bereich "Use Counts". Working-Set-Größen pro Prozess zeigt "Processes". Standby-Listen, gruppiert nach Priorität, erscheinen in "Priority Summary".

Der Bereich "Physical Pages" listet jede einzelne Page mit Adresse, Status und zugehöriger Datei. "Physical Ranges" gibt die physischen Adressbereiche des RAM aus. "File Summary" und "File Details" weisen aus, welche Dateien Daten im RAM gepuffert haben, einmal aggregiert pro Datei und einmal page-granular. Die Aufschlüsselung deckt auf, ob der Cache von Standby-Pages lebt oder Kernel-Pools überproportional viel RAM belegen.

DLLs, Prefetch und Datei-Caches einsehen

Der Bereich "Processes" listet alle EXE-Dateien, die das System gerade im Speicher hält. Aussagekräftiger arbeiten "File Summary" und "File Details". Beide Ansichten zeigen zusätzlich geladene DLLs und Prefetch-Daten aus C:\Windows\Prefetch, die der Task-Manager nicht ausweist.

Für Performance-Analysen ergibt das einen deutlichen Vorteil. Liegt eine bestimmte DLL doppelt im RAM oder verbraucht ein Prefetch-Block ungewöhnlich viel Speicher, wird das hier sichtbar. Rammap beendet keine Prozesse und entlädt keine Bibliotheken. Die Funktion bleibt rein analytisch. Administratoren, die eingreifen wollen, wechseln parallel in den Task-Manager oder in den Process Explorer aus derselben Sysinternals-Familie.

Snapshots, Aktualisierung und Suche

Die Anzeige bleibt nach dem Start statisch. Erst die F5-Taste löst eine neue Erhebung der Speicher-Statistik aus. Der Vorgang dauert mehrere Sekunden, das Fenster reagiert in dieser Zeit nicht.

Für Vergleichszwecke speichert Rammap den kompletten Datenbestand über "File -> Save" als RMP-Datei, die mehrere hundert Megabyte umfassen kann. Über "File -> Open" lädt der Anwender den Stand später wieder ein. So lassen sich Baselines bilden, gegen die spätere Auslastungs-Zustände abgleichbar sind.

Die Tastenkombination Strg+F öffnet ein Suchfenster, das Prozess- oder Dateinamen innerhalb der aktuellen Ansicht hervorhebt. Die Farbgebung der Visualisierung ändert der Administrator über "Settings -> Colors".

Working Sets und Standby-Listen leeren

Über den Menüpunkt "Empty" gibt Rammap Kommandos frei, die bestimmte RAM-Bereiche entlasten. "Empty Working Sets" verschiebt die Working-Set-Pages aller Prozesse auf die Standby-Liste, der Anwender-RAM-Bedarf sinkt schlagartig.

"Empty System Working Set" wirkt analog auf den Kernel. "Empty Modified Page List" schreibt geänderte Pages auf die Festplatte. Der Effekt bleibt kurzfristig.

Sobald die Prozesse wieder auf ihre Daten zugreifen, wandern die Pages zurück in die Working Sets, der Speicherverbrauch steigt auf das vorherige Niveau. Für Tests und die Reproduktion von Cache-Effekten ist die Funktion brauchbar, als Tuning-Maßnahme im Dauerbetrieb taugt sie nicht.

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