Erweitertes UCS@school lässt alle Freiheiten

Open Source für Baseler Schulen

| Autor: Ludger Schmitz

(Bild: Paulwip / pixelio.de)

Erfunden haben es die Schweizer nicht, auch nicht als erste im Einsatz. Aber gleich für 20.000 Benutzer implementiert die Stadt Basel UCS@school, ein Open-Source-Paket für die Schulverwaltung, den Unterricht und Kommunikation aller beteiligten.

Der Univention Corporate Server (UCS) dürfte einigermaßen bekannt sein, eine Linux-basierende Infrastruktur-Lösung, in die sich mit sehr wenig Aufwand weitere Open-Source-Anwendungen integrieren lassen. Von UCS gibt es seit Jahren eine speziell für die Bedürfnisse von Schulen angepasste Variante: UCS@school. Die hat das Bremer Softwarehaus Univention in Kooperation mit vor allem Open-Xchange erweitert.

All-in-one für 20.000 Lehrer und Schüler

Das Ergebnis implementiert die Stadt Basel in einem Pilotprojekt für 20.000 Lehrer und Schüler. Die Stadt suchte für sie ein System mit Mail, Kalender und schulspezifischen Anwendungen wie Hausaufgaben-Verteilung und Raumplanung. Nachdem verschiedene Lösungen evaluiert waren, viel die Entscheidung auf UCS@school mit Open-Xchange. Als Vorteile nennt Markus Bäumler vom Pädagogischen Zentrum Basel ICT Medien die „sehr gute Integration in das zentrale Identitätsmanagement von UCS“, „das Preis-Leistungs-Verhältnis für Lizenzen“ und „umfassenden Support“.

Eine der wesentlichen Erweiterungen von UCS@school entspringt der Kooperation mit Open-Xchange. Dadurch können die Schulträger neben professionellem IT-Management auch allen Schulen E-Mail-, Collaboration- und Office-Software zur Verfügung stellen. Sie haben die Wahl zwischen On-Premise-, Cloud- und Hybrid- Umgebungen. Schulen können Open-Source-Anwendungen, zum Beispiel LibreOffice, oder proprietäre Angebote wie Microsoft Office 365 und Google G Suite integrieren. Peter Ganten, Gründer und Chef von Univention, erklärt: „Wir bieten Anwendern Wahlfreiheit und erleichtern das Management von IT-Infrastrukturen sowie eingesetzter Apps und Programme.“

Der UCS-Kern wurde kräftig erweitert

UCS@school bietet ein zentral verwaltetes, von überall aus nutzbares IT- und Identitätsmanagement mit Single Sign-on auf Basis von UCS. Dieses bietet über ein AppCenter mehr als 90 Erweiterungsmöglichkeiten für Eigenbetrieb oder Cloud-Nutzung. Integriert sind hier schon zur Wahl Open-Xchange oder ownCloud für verschlüsselte E-Mail-Kommunikation, Kalender, Adressbuch sowie Dateiaustausch und Dokumentenbearbeitung.

Das Paket entspricht den strengen deutschen Datenschutzbestimmungen, so dass alle Daten der Nutzer im eigenen System bleiben und nicht auf fremden Servern gespeichert werden. Gleichzeitig ermöglicht es die sichere Einbindung und Verwendung von mobilen Geräten in das Schulnetzwerk. Dazu können auch private Smartphones und Tablets gehören (BYOD).

Feingliedriges Rechtekonzept - einfach zu bedienen

Die Lösung ist darauf ausgelegt, über eine intuitive Benutzeroberfläche für Administratoren, Lehrer und Schüler leicht bedienbar zu sein. Ein Intelligentes Rechtekonzept steuert die Zugriffe auf digitale Lernplattformen, IT-Dienste und digitale Medien. Es gibt Funktionen für die automatische Rollenvergabe für Personen (Lehrkraft, Schüler, Administratoren) und Gruppen (Schulen, Klassen), um beispielsweise Mailinglisten einzurichten oder bestimmte Ordner oder Dokumente für einzelne Klassen oder Schüler gezielt freizugeben.

Schülerdaten lassen sich aus Verwaltungssoftware importieren; die Daten beim Schuljahreswechsel komfortabel pflegen. Schulen können im Selfservice Nutzer anlegen oder Passwörter zurücksetzen. Es gibt Schnittstellen für die Einbindung von Lernmanagementsystemem oder Schulverwaltungssoftware.

Diverse Schulträger in Deutschland setzen bereits UCS@school ein, zum Beispiel in Bremen, Baden-Württemberg und Sachsen. Univention führt UCS@school auf der CeBIT 2017 im Open Source Park vor: Halle 3, Stand D36/620

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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