Auf der Suche nach den Stromfressern im Rechenzentrum

Mit dem Kaskadeneffekt den Energieverbrauch senken

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

(Bild: Emerson Network Power)

Auf den ersten Blick wirkt das Konzept „Energy Logic 2.0“ ziemlich unspektakulär, mit dem sich Emerson Network Power GmbH den ersten Platz im Bereich „Ideen und Forschungen rund um das Rechenzentrum“ bei der Vergabe des deutschen Rechenzentrumspreises sicherte: Ein neuer, stringent eingehaltener Denkansatz soll zu einer Energie-Einsparung von 70 Prozent und mehr führen.

Prämiert wurde also kein aufsehenerregendes Produkt oder eine neuartige Technik, sondern ein Regelwerk, das konsequent die Komponenten im Rechenzentrum aufeinander abstimmt: „Die Energie-Einsparung darf nicht isoliert betrachtet werden“, beschreibt Wolfgang Goretzki, der bei Emerson Network Power als Marketing Manager EMEA für die Avocent Produkte und Services zuständig ist, die Grundidee hinter Energy Logic 2.0. Es gehe darum, „einen Maßnahmenkatalog zur Energieeinsparung zu präsentieren, der zudem herstellerneutral ist“.

Damit die Rechnung verstehbar wird, hat Emerson ein Modell-Rechenzentrum zugrunde gelegt: 464,5 Quadratmeter groß, zu 30 Prozent virtualisiert und mit einem PUE-Wert von 1,9, was schon ein guter Wert ist. Der PUE (Power Usage Effectiveness) errechnet sich aus dem Energiebedarf des gesamten Rechenzentrums geteilt durch den Energiebedarf der IT-Geräte, also Server, Speicher etc.

Aufteilung der Energieverbräuche im Rechenzentrum
Aufteilung der Energieverbräuche im Rechenzentrum (Bild: Emerson Network Power)

Für dieses spezielle Datacenter ergibt sich ein Energiebedarf von 1,543 Megawatt in der Ausgangssituation. Die Support-Systeme im Modell-RZ sind für 48 Prozent und die IT-Geräte für 52 Prozent der Energiekosten verantwortlich (siehe: Diagramm).

Mit Kaskaden viel bewegen

Jetzt wird optimiert und kaskadiert: Dank energiesparender Komponenten reduziert sich die Stromaufnahme um 172 Kilowatt oder 11,2 Prozent. Eine hoch effiziente Stromversorgung, also Netzteile in IT-Equipment, spart weitere 110 Kilowatt oder 7,1, Prozent.

Die Stromverwaltung in den Servern schafft – optimiert – 146 Kilowatt oder 9,4 Prozent Einsparung. Geht man alle zehn Stufen der Modellrechnung von Energy Logic 2.0 durch, landet man bei einem Energiebedarf von nur mehr 408 Kilowatt - 73,6 Prozent weniger als der Ausgangswert.

Ins Auge Fällt, dass sich mit mehr Virtualisierung (von 30 auf 60 Prozent) und Konsolidierung der IT-Komponenten die größten Einsparungen ergeben. Aber irgendwann ist auch hier das Optimum erreicht. Außerdem ist laut Emerson-Manager Goretzki „irrelevant, wo ich Energie einspare“.

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