Auf der Suche nach den Stromfressern im Rechenzentrum

Mit dem Kaskadeneffekt den Energieverbrauch senken

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Virtualisierung sorgt für ein Paradoxon

Zudem ergebe sich ein Paradoxon: „Große Einsparungen auf der IT-Seite führten dazu, dass sich der PUE-Wert gemäß seiner Formel sogar zunächst erhöht, also schlechter wird, obwohl ich die Stromaufnahme reduziere.“

Auswirkung einer Stromeinsparung von 1 Watt
Auswirkung einer Stromeinsparung von 1 Watt
(Bild: Emerson Network Power)
Der Clou von Energy Logic 2.0 liegt in der Kaskadierung: Selbst kleine Einsparungen in Stufe 1 können große Spareffekte bewirken. Arbeitet beispielsweise in den Servern ein stromsparender Prozessor, der mit einem Watt weniger auskommt, dann reduziert er den Gesamtverbrauch um knapp 3 Watt, weil er vom Stromumwandler und- verteiler bis zu Kühlung und Gebäudeschaltanlage immer ein bisschen weniger Energie verbraucht. (siehe: Tabelle2)

Mehr als nur Energie einsparen

Emerson bietet auf seiner Homepage einen kostenlosen „Kaskadenkalkulator“, mit dem sich Anwender den PUE-Wert und das mögliche Einsparpotenzial der eigenen Rechenzentren ausrechnen können. Emerson stellt dieses Werkzeug kostenlos zur Verfügung und betont die Herstellerneutralität von Energy Logic 2.0. Für viele Bereiche im Rechenzentrum hat die Company sowieso kein Angebot im Portfolio. Allerdings dient die Methodik als Argumentationshilfe auf vielen Ebenen – auch dem CIO gegenüber dem Management.

Denn es geht ja nicht nur um niedrigere Stromkosten sondern auch darum, Investitionen in den Ausbau von Rechenzentren verschieben zu können: „Es wird nicht nur Energie gespart, sondern auch Platz und Kapazität bei Kühlung und Strominfrastruktur“, beschreibt Goretzki die Möglichkeiten, mit denen ein RZ-Neubau um Jahre hinausgeschoben werden kann.

Wichtig ist die Echtzeitanalyse

Am besten funktioniert Energy Logic 2.0, wenn die Verbrauchs- und Zustandsdaten der RZ-Komponenten in Echtzeit gemessen werden, denn nur dann kann entsprechend sinnvoll geregelt werden. Dazu Marketing-Manager Goretzki: „Das Optimum kann nur erreicht werden, wenn sowohl das statische als auch das dynamische Verhalten bekannt ist: wo wird wann welche Energie verbraucht und welche Wärmeentwicklung herrscht an welchem Ort?“

Für die Analyse der RZ-Daten hat Emerson eine Software für das Datacenter Infrastructure Management (DCIM) entwickelt. Sie begleitet alle Maßnahmen, die man bei Energy Logic 2.0 durchläuft.

Das Programm liefert alle statischen Daten des Rechenzentrums, also beispielsweise, wo steht eine Kühlanalage, welche Rechner sind im Rack eingebaut und wie stark ist die USV-Anlage (USV 0 Unterbrechungsfreie Stromversorgung). Sie misst aber auch die dynamischen Daten, etwa, wenn sich durch Verlagerung von virtuellen Maschinen in einem Rack Hotspots ergeben oder Überlastungen entstehen.

Verzahnung mit IT-Management-Tools

„Es ist nur eine Lösung sinnvoll, die IT- und Facility-Maßnahmen zusammenfasst, dynamisch und ich Echtzeit“, erläutert Goretzki und versichert, dass das Emerson-DCIM-Tool das leistet. Denn das Programm deckt die physische Infrastruktur des Rechenzentrums ebenso ab wie die IT-Infrastruktur.

Nur der dritten Layer, den für die Beobachtung der Applikationen, bedient das Programm nicht. Das erledigen die großen Management-Pakete wie „HP Openview“ oder „IBM Tivoli“. Emerson strebt aber eine Verzahnung von DCIM mit diesen Paketen an.

Übrigens hat Emerson, das neben dem ersten Platz für Energy Logic 2.0 noch zwei weitere Spitzenplätze bei der Preisverleihung erreichen konnte, die Preisgelder an „Jugend forscht“ gspendet.

Die Autorin:

Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und Coach in München.

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