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MariaDB richtet sich mit Platform X4 auf Cloud Native aus

| Redakteur: Ulrike Ostler

MariaDB fügt seinem Datenbanksystem Analysefunktionen hinzu sowie eine Kombination aus blockbasierendem und objektbasierendem Speichern sowie native Replikation für zeilen- wie spaltenbasierende Speicherung.
MariaDB fügt seinem Datenbanksystem Analysefunktionen hinzu sowie eine Kombination aus blockbasierendem und objektbasierendem Speichern sowie native Replikation für zeilen- wie spaltenbasierende Speicherung. (Bild: MariaDB Corp.)

Mit „Platform X4“ will Datenbankanbieter MariaDB Corporation Millionen von Entwicklern eine direkte Nutzung intelligenter Transaktionen ermöglichen, etwa Datenspeicherung nach dem Cloud-Native-Modell, auf die der Zugriff bisher ausschließlich über proprietäre Systeme erfolgen könne, teilt der Anbieter mit. Die Software steht ab heute zum Download bereit.

Heutige Anwendungen benötigen Unmengen aufbereiteter Daten, um analytische Abfragen zu bewältigen oder Modelle für maschinelles Lernen zu generieren. Diese datengestützten Zusatzinformationen machen simple Transaktionen nach Definition von MariaDB „smart“.

Platform X4 arbeitet mit einem neuen Engine-Typ und deutlich vereinfachtem Design. Intelligente Transaktionen sollen so für jedermann verfügbar sein - auch für die Millionen von Entwicklern, die MariaDB bereits für rein transaktionale Arbeitslasten nutzen.

Aktuell basieren die meisten Applikationen im Web oder mobil auf so genannten „dumb transactions” oder den vier Grundoperationen „create“, „read“, „update“ und „delete“ (CRUD). Hinzu kommen ein paar komplexe Abfragen. Mit intelligenten Transaktionen ausgestattete Anwendungen nutzen durchgängig analytische Abfragen - vor, während und nach der Transaktion.

Mithilfe von Anwendungen, die mit smarten Transaktionen arbeiten, lassen sich Nutzerbedürfnisse antizipieren, hilfreiche Kontextinformationen generieren und Unmengen historischer Daten auswerten, um akkurate Vorhersagen zu treffen: die Pünktlichkeit von Flugzeugen automatisiert berechnen, Preise oder Verkaufszahlen präziser kalkulieren und generell Entscheidungsfindung optimieren.

Spaltenbasierte Speicherung

Bisher seien laut Hersteller solche Lösungen denen vorbehalten gewesen, „die sich kostspielige proprietäre Systeme von Oracle oder Microsoft leisten konnten. MariaDB macht smarte Transaktionen nun als Erste für jedermann zugänglich.“

Zudem erleichtere die Plattform die Entwicklung Applikationen, sowohl auf Standard-Hardware als auch in der Cloud. Mit der kommenden Version von „MariaDB Community Server 10.5“, mit spaltenbasierender Speicherung für analytische Verarbeitung, gehören smarte Transaktionen ab Ende Januar zum Standard der Software. Über Linux-Distributionen, Docker Hub oder durch Herunterladen haben Entwicklern damit Zugriff auf die historischen Datenbestände und Echtzeitanalysen, die sie für smarte Transaktionen benötigen.

Das Cloud-native-Modell von MariaDB

MariaDB Platform X4 basiert wie beispielsweise „Snowflake“ und ähnliche analytische Lösungen auf einer dem Cloud-nativen-Ansatz entsprechenden somit modularen Architekturen. Die Plattform nutzt eine „AWS-S3“-kompatible Schnittstelle und ermögliche so bis zu 70 Prozent Kostenersparnis gegenüber blockbasierendem Speichern. Darüber hinaus zeichne sie sich durch 99,999999999 Prozent Beständigkeit und 99,99 Prozent Verfügbarkeit aus, so der Hersteller.

Hinzu kommen Datenspeicherung über mehrere Verfügbarkeitsbereiche sowie eine unbeschränkte Speicherkapazität. MariaDB Platform X4 nutzt eine Kombination aus blockbasierendem Speicher wie „AWS EBS“ für zügige Transaktionen und objektbasierendem Speichern wie AWS S3 für schnelle, skalierbare Analysen. Somit sei MariaDB Platform X4 die einzige Lösung auf dem Markt mit Cloud-nativer-Speicherung auf diesem Niveau, teilt der Hersteller mit.

Das steckt in MariaDB Platform X4

  • Ein neuer Typ smarter Maschinen: MariaDB bietet modulare Speicher-Engines an, die für unterschiedliche Arbeitslasten optimiert sind. Beginnend bei der integrierten spaltenbasierten Engine für analytische Abfragen, wartet MariaDB Platform X4 nun mit einer „smarten“ Engine-API auf und ermöglicht so etwa eine umfassende Pushdown-Fähigkeit, die nach Herstellerangaben die Qualitäten anderer Speicher-Engines übertrifft. Entwickler können so unmittelbar auf sehr große Mengen analytischer Daten zugreifen, um Transaktionen in Echtzeit zu modulieren.
  • Schlankes Design: Die Platform weist gegenüber der bisherigen Version signifikante Vereinfachungen und Verbesserungen auf, die das Zusammenspiel von transaktionalen und analytischen Speicher-Engines betreffen, so dass daraus intelligente Transaktionen resultieren können. MariaDB Platform X4 nutzt native Replikation für zeilen- wie spaltenbasierende Speicherung. Zur Installation sei nur eine Kommandozeile nötig, so dass der Nutzung smarter Transaktionen keine komplizierte Konfiguration im Weg stehe.
  • Vereinfachter Zugriff auf Daten: Die Software ist mit einem neuen Abfragen-Routing-System ausgestattet, das Entwicklern den Datenzugriff erleichtern soll. Diese neue Funktion leitet Abfragen an die auf der Basis von Verhalten und Leistung optimal passende Speicher-Engine weiter. Entwickler müssen sich nicht mit der Unterscheidung von transaktionalen und analytischen Abfragen aufhalten.

Jim Curtis, Senior Analyst, Data, AI and Analytics bei 451 Research, sagt dazu: „Wenn sie richtig ausgeführt werden, steigern hybride operationale und analytische Arbeitslasten (Hybrid Operational and Analytical Processing Workloads, HOAP) nicht nur die betriebliche Effizienz, sondern intensivieren auch die Kundenbindung. Allerdings kann das Betreiben separater Systeme für analytische und transaktionale Abläufe kostspielig sein. MariaDB hat mit seiner aktuellen verbesserten Version, MariaDB Platform X4, genau dieses Problem in Angriff genommen. Der neue Ansatz ist speziell auf HOAP-Arbeitslasten ausgerichtet und senkt die Kostenschwelle somit effektiv.”

Informationsquellen

Um Entwickler bei der zügigen Erstellung von Applikationen unter Verwendung smarter Transaktionen zu unterstützen, veröffentlicht MariaDB neues Info-Material. Die aktuelle Dokumentation enthält Installations- sowie Verteilungsanleitungen und gibt einen Überblick der neuen Funktionen. Darüber hinaus arbeitet der Hersteller an Musteranwendungen, abrufbar über Github.

Hinweis: In einem englischsprachigen Webseminar am 30. Januar und einer deutschsprachigen Ausgabe am 12. Februar präsentiert MariaDB neue Beispielcodes und demonstriert live die MariaDB Platform X4.

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