Datenplattformen für anspruchsvolle Infrastrukturszenarien Oracle verbindet Daten-Management, KI und Simulation

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Ob Lieferkettendaten, Simulationsrechnungen oder Standortmodelle: Die aktuelle Oracle-Plattform bringt KI-natives Daten-Management mit konvergenter Architektur zusammen. Was das in der Praxis bedeutet, zeigen Anwendungen von Enignum, Retraced und Red Bull Powertrains.

Die „Sphere“, die in der Nähe des Veranstaltungsorts der „Oracle AI World“ liegt, erstrahlt zu diesem Anlass mit dem Oracle-Logo.(Bild:  Oracle)
Die „Sphere“, die in der Nähe des Veranstaltungsorts der „Oracle AI World“ liegt, erstrahlt zu diesem Anlass mit dem Oracle-Logo.
(Bild: Oracle)

Mit der Version „26ai“ hat Oracle seine Datenbankarchitektur grundlegend für KI-native Workloads erweitert. Die neue Version unterstützt Vektorsuche, Graph-Analysen, JSON-Dokumente, relationale Verarbeitung, Blockchain-Tabellen und semantische AI-Modelle in einer konvergenten Plattform. Dabei werden erstmals auch KI-Modelle direkt in die Datenbank eingebunden.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Die Architektur basiert auf dem „Model Context Protocol“ (MCP), das die native Integration externer und interner KI-Modelle erlaubt, ohne die Datenbank zu verlassen. Auch „Select AI“, die semantische SQL-Erweiterung, ist direkt angebunden und nutzt wahlweise eingebettete Modelle oder API-gestützte LLMs, um Abfragen in natürlicher Sprache zu interpretieren.

Ein neues Vektorindexierungsmodell mache es zudem möglich, Embeddings persistent in der Datenbank abzulegen so der Hersteller. Laut Oracle erlaubt 26ai, strukturierte und unstrukturierte Daten, etwa Relationen, JSON, Graphen oder räumliche Informationen, in einer konsistenten Datenarchitektur zusammenzuführen.

Enignum: Infrastrukturplanung mit Erdbeobachtung, KI und Simulation

Die Plattform von Enignum kombiniert Erdbeobachtungsdaten, KI-Szenarien und Infrastrukturmodelle zur Bewertung technischer Resilienz. Im Gespräch mit DataCenter-Insider erläuterte Hanno Schoklitsch, der CEO und Gründer von Enignum AI, die möglichen Anwendungsbereiche der Plattform.

Für Rechenzentrumsplaner bedeute es, dass sie über das System Netzauslastungen, Standortalternativen, Energieverfügbarkeit und regulatorische Auflagen simulieren könnten. Besonders im Kontext der steigenden Anforderungen durch das Energie-Effizienzgesetz (EnEfG) oder die EU-Richtlinie zur Energie-Effizienz (EED) bietet die Plattform eine Grundlage für belastbare Entscheidungen.

Die Plattformarchitektur ist in drei Layer unterteilt: Vorhersage von Lastprofilen anhand industrieller, demografischer und infrastruktureller Parameter, Risikobewertung von Netzausfällen, Infrastrukturunterbrechungen und AI-driven Strategy (Entscheidungsunterstützung über Szenarienbildung).

Die Ergebnisse werden über eine interaktive Karte visualisiert und können als API in bestehende Dashboards eingebunden werden. Knut Göttling, der Chief Platform Architect von Enignum AI, erläuterte,dass in Verbindung mit einer konvergenten Datenbankarchitektur wie Oracle 26ai sich solche Datenmodelle um Abfragen, Vektoreinbettungen und semantische Analysen erweitern lassen.

Retraced: Datenkonsistenz in globalen Lieferketten

Retraced betreibt eine Plattform zur Digitalisierung und Auditierung textiler Lieferketten. Die Oracle-Datenbank wird hier genutzt, um Blockchain-Tabellen (für Audit-Trails), JSON-Daten (Lieferanteninformationen), Spatial-Funktionen (Lieferwege) und Vektorsuche (Deduplizierung von Datensätzen) in einem konsistenten System zu kombinieren. Hinzu kommt der Einsatz von Select AI zur semantischen Abfrage von ESG-Daten sowie der experimentelle Einsatz von Oracle MCP für die Generierung synthetischer Beispieldaten.

CTO und Mitgründer Peter Merkert betonte im Gespräch mit DataCenter-Insider: „Wir wollten keine fragmentierte Architektur, sondern eine Plattform, in der strukturierte und unstrukturierte Daten sowie klassische SQL-Workloads und moderne KI-Techniken zusammenlaufen.“

Red Bull Powertrains: Simulationen mit OCI skalieren

Zur Entwicklung der V6-Hybridantriebe für die Formel-1-Saison 2026 nutzt Red Bull Powertrains die Oracle Cloud Infrastructure. Ziel ist es, thermodynamische Simulationen von Luftflüssen, Flammenfronten und Druckverhalten bei verschiedenen Motordesigns in großer Zahl durchzuführen.

Die Compute-Umgebung in OCI erlaubt eine extrem kurze Time-to-Compute und hohe Parallelität. Hinzu kommen Sicherheits-Features, die speziell auf die Anforderungen der Motorsportentwicklung zugeschnitten sind. Die Ergebnisse fließen direkt in iterative Designprozesse ein und bilden die Basis für spätere Tests auf Einzylinderprüfstanden.

(ID:50611467)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung