Ablösung des BS2000-Mainframes durch ein modernes Linux-System

Mainframe-Anwendungen auf Linux portiert: Schifffahrtsunternehmen Hamburg Süd spart Kosten

21.08.2009 | Redakteur: Ulrich Roderer

Hamburg Süd migriert BS2000 auf Linux
Hamburg Süd migriert BS2000 auf Linux

Um ihre IT-Kosten zu senken und den Betrieb von zentralen Geschäftsanwendungen für die Zukunft zu sichern, hat die Hamburg Süd nach rund 20 Jahren ihre letzen Mainframe-Applikationen auf eine Client-Server-Architektur migriert. HP hat gemeinsam mit dem Partner Twinsoft die komplexe Migration auf eine Linux-Plattform durchgeführt.

„Ende des Jahres wäre die BS2000 an ihre Grenzen gestoßen, insofern brauchten wir dringend eine neue Lösung“, sagt Reimer Huwald, Bereichsleiter Organisation der Hamburg Süd. Das Unternehmen verdoppelt alle drei bis vier Jahre seinen Umsatz. „Im gleichen Maß ist auch das Datenvolumen auf den Mainframes gestiegen. Mittlerweile waren sie am Ende ihrer Auslastung angekommen“, sagt Huwald.

Die Anwendungen Ecos und Voyan waren – neben der Buchhaltung – die letzen Anwendungen, die noch auf der BS2000 produktiv im Einsatz waren. Die Buchhaltung wurde von der Hamburg Süd in Eigenregie migriert.

Die Anwendungen Ecos und Voyan sind wichtig für die Geschäftsleitung des Schifffahrtsunternehms: Mit Ecos steuern die 350 Mitarbeiter der Logistik weltweit die Containerverwaltung.

Die Software macht transparent, wo sich welcher der rund 349.000 Container gerade befindet. 35 Millionen Datensätze hatte Ecos im Laufe der Jahre auf dem Mainframe produziert. Bei Voyan handelt es sich um ein System zur Gegenüberstellung von Kosten und Erlösen. Es liefert der Geschäftsleitung vor allem Statistiken über das Tramp-Geschäft . 5 bis 10 Mitarbeiter der Hamburg Süd arbeiten damit.

Beide Anwendungen hatte die Hamburg Süd vor 20 Jahren selbst entwickelt. Wie so viele auf Mainframes laufende Legacy-Anwendungen erfüllen sie auch bei der Hamburg Süd die Anforderungen des Unternehmens und der Endanwender optimal. „Daher wollen wir sie auch in Zukunft einsetzen, zumal wir bei unseren Recherchen auf dem Markt keine adäquaten Standardanwendungen gefunden haben“, sagt Huwald.

Zwei IT-Welten kosten doppelt Geld

Die Entscheidung für die Migration von Ecos und Voyan auf die zentrale Linux-Plattform, auf der bereits alle anderen Anwendungen der Hamburg Süd laufen, ist auch vor dem Hintergrund der IT-Konsolidierung im Haus zu sehen.

Denn der Betrieb der Anwendungen, die Hardware-Wartung sowie die beiden Entwickler-Gruppen verschlangen doppelt Geld. Hinzu kam die Administration von zwei verschiedenen Datenbanken: Adabas auf dem Mainframe und eine Oracle-Datenbank für die Linux-Server. Auch hier strebten die Verantwortlichen die Konsolidierung auf einer Plattform an. „Damit sind langfristig Kosteneinsparungen in beträchtlicher Höhe verbunden, auch wenn zunächst hohe Investitionskosten erforderlich waren“, erklärt Huwald.

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