Ablösung des BS2000-Mainframes durch ein modernes Linux-System

Mainframe-Anwendungen auf Linux portiert: Schifffahrtsunternehmen Hamburg Süd spart Kosten

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In einem Fall war das Migrationsteam dagegen machtlos: Zum 1. Dezember 2007 übernahm die Hamburg Süd die Linien-Aktivitäten von Costa Container Lines – mit über 400 Mitarbeitern, 50.000 eigenen Containern sowie drei Schiffen. Diese galt es innerhalb weniger Monate einschließlich Softwareinstallationen und -trainings zu integrieren. Huwald: „Das hat uns bei der Ecos- und Voyan-Migration für einige Monate hinten angestellt.“

Das Tuning mit den Endanwendern brachte weitere Verbesserungen

Der Prototyp, die erste Fassung der komplett konvertierten Anwendung, wurde in einem iterativen Prozess noch so lange getunt, bis er einem ausgewählten Kreis von Endanwendern bei der Hamburg Süd zum Test zur Verfügung gestellt werden konnte. Im Fall von Ecos war dies die Logistikabteilung, bei Voyan das für den Trampdienst zuständige Tochterunternehmen Rudolf A. Oetker KG (RAO). Deren Feedback trug ebenfalls in einem acht Wochen dauernden iterativen Prozess mit Tuning und Retests zur weiteren Verbesserung der Software bei – bis sie 13 Monate nach dem Start des Projekts schließlich von Hamburg Süd abgenommen wurde.

Die eigentlichen Performance Tests führte die Hamburg Süd dabei selbst durch. „Twinsoft hat die Anwendungen mit 5 Millionen echten Datensätzen getestet, wir haben jedoch alle Datensätze genutzt und die tatsächliche Hardware aufgeschaltet, um reale Produktionsbedingungen zu erhalten“, so Schaldach.

Die Endanwender sind im Großen und Ganzen mit dem Ergebnis der Migration zufrieden: Die Bedienung der Applikationen ist ähnlich geblieben, Schulungen benötigten sie nicht. Zudem registrieren einige Anwender eine schnellere Datenverfügbarkeit und -verarbeitung. „Das alte System hätte die Geschäftsprozesse schon bald behindert“, resümiert Huwald.

Entscheidend ist für ihn auch, dass die Hamburg Süd nun nur noch eine Gruppe für die Systemadministration und für die Entwicklung auf der Linux-Plattform benötigt: „Weltweit haben wir unsere gesamte IT nun einheitlich auf einer hochmodernen Plattform. Das heißt, alle sechs Rechenzentren sind standardmäßig gleich ausgerüstet und stehen die nächsten Jahre dem Business zur Verfügung.“

Damit verbunden sind beträchtliche Kosteneinsparungen. Die neue Plattform bietet darüber hinaus die Möglichkeit, auch bei zukünftigen Geschäftsanforderungen schneller und kostengünstiger in der IT mitzuwachsen. Drei Ratschläge hat Huwald daher für Mainframe-Anwender, die sich in einer ähnlichen Situation befinden: „Rechnen Sie genau aus, wie viel sie die alte Mainframe-Umgebung kostet – und ob sich eine Neuentwicklung lohnt. Schätzen Sie auch die Risiken ab, die man bei solchen Projekten immer hat. Doch sie lassen sich durch die Wahl des Partners deutlich eindämmen.“

Über Hamburg Süd

Die Hamburg Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft KG, kurz Hamburg Süd, gehört heute zu den wichtigsten Anbietern für den weltweiten Seetransport und für individuelle, auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Logistiklösungen aus einer Hand. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen mit Stand Ende 2008 rund 4700 Mitarbeiter. Es betreibt rund 170 Schiffe und setzt etwa 349.000 Container ein. Mitarbeiter in mehr als 300 Büros rund um den Globus besitzen das Know-how der regionalen Märkte und kümmern sich vor Ort um die Wünsche der Kunden. Die Hamburg Süd ist Teil der Oetker-Gruppe.

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